Leserartikel

VerhütungKeine Rezeptpflicht für die Pille danach!

Die Pille danach auf Levonorgestrelbasis sollte es rezeptfrei geben, meint Leserin Dorothee Kleinschmidt. Sie habe kaum Nebenwirkungen, die Missbrauchsgefahr sei gering. von 

Als Pro-familia-Ärztin verschreibe ich mehrmals pro Monat die Pille danach (PiDaNa). Mit großem Interesse habe ich deshalb den Artikel Die Pille zu spät danach gelesen, der über die Initiative einiger Politikerinnen berichtete, die Rezeptpflicht für die PiDaNa aufzuheben.

Dorothee Kleinschmidt

arbeitet bei Pro familia Bochum und ist Sprecherin des Medizinischen Arbeitskreises pro familia NRW.

Die Reaktionen auf diesen Vorschlag haben mich gewundert, teilweise sogar schockiert. Manche Menschen sind offenbar der Meinung, dass der freie Zugang zur PiDaNa Jugendliche zu wildem, ungeschütztem Sex animiert. Das ist aber nicht der Fall, wie viele internationale Studien beweisen. Fakt ist: Wenn die PiDaNa einfach zugänglich ist und es genügend Aufklärung und Wissen über ihre Wirkungsweise gibt, dann reduziert sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche.

Anzeige

Ein anderes Argument der Kritiker lautet, die PiDaNa auf Levonorgestrelbasis wäre mit einer Abtreibung zu vergleichen. Auch das stimmt nicht. Das Hormon-Medikament wirkt schonend. Es verzögert oder verhindert den Eisprung und kann so eine Schwangerschaft vermeiden, wenn es rechtzeitig eingenommen wird.

Warum Leserartikel?

Text- und Bildbeiträge unserer Leser bereichern unsere Inhalte um zusätzliche Sichtweisen, Erfahrungsberichte und Meinungen. Sie sind von Menschen, die wissen, wovon sie sprechen, weil sie es selbst erlebt haben oder unmittelbar betroffen sind. Oder weil sie sich in einem bestimmten Thema sehr gut auskennen. Erzählen Sie unseren Lesern die Geschichten, die wir nicht erzählen können. Und zeigen Sie ihnen die Fotos und Videos, die sie sehen sollten. Zur Artikeleingabe

Leserartikel schreiben

Grundsätzlich ist jedes Thema für einen Leserartikel geeignet, solange Sie aus Ihrer eigenen Erfahrung und einem persönlichen Blickwinkel darüber berichten und keine Rechte Dritter verletzen. In unseren Leserartikel-FAQ finden Sie Hinweise für das Verfassen Ihres Artikels für ZEIT ONLINE. Bitte senden Sie uns Ihren Artikel bzw. Links zu Fotos und Videos über unser Leserartikel-Formular.

Der ZEIT-ONLINE-Wald

© BeneA / photocase.com

Als Dankeschön schenken wir Ihnen für jeden veröffentlichten Leserartikel einen Baum. Seit 2011 haben wir in Zusammenarbeit mit iplantatree.org knapp 1500 Bäume gepflanzt und geben diese nach und nach an unsere Leserartikelautoren ab. So wächst in Berlin Friedrichshagen ein ZEIT ONLINE-Wald heran, genährt von unseren schreibenden Lesern. Aktuell rangiert das "Team ZEIT ONLINE" auf Platz 19 der aktivsten Baumpflanzer des Projektes. Dafür danken wir Ihnen.

Besonders schockiert hat mich der Kommentar eines Gynäkologen: Die freie Verfügbarkeit würde nahelegen, dass das Hormonpräparat harmlos wie Aspirin ist. Man solle sich vorstellen, ein junges Mädchen würde, aus welchen Gründen auch immer, 15 Pillen auf einmal nehmen, die sie (einzeln) frei verkäuflich in der Apotheke oder bei einer Schulkrankenschwester erhalten hat.

Dazu kann ich nur sagen: Vergleichen Sie bitte die Fachinformationen von Aspirin (Acetylsalicylsäure) und einer PiDaNa auf Levonorgestrel-Basis. Aspirin hat viele Gegenanzeigen und eine lange Liste von möglichen Nebenwirkungen. Es gibt durchaus Vergiftungsfälle nach einer Überdosierung. Trotzdem bekommt jeder Mensch Acetylsalicylsäure in der 20er-Packung in jeder Apotheke rezeptfrei.

Für PiDaNa dagegen sind kaum Gegenanzeigen bekannt und es wurden keine gefährlichen Nebenwirkungen festgestellt. Selbst Beschwerden wie Übelkeit oder Bauchschmerzen treten nur bei jeder vierten Frau auf. Außerdem gab es bisher keine Fälle von Vergiftungserscheinungen. Im Übrigen wäre es verwunderlich, wenn eine 15-Jährige sich nur so zum Spaß 15 Tabletten in der Apotheke besorgt: In Deutschland kostet eine Tablette 17 Euro, europaweit ist das der höchste Preis.

Es ist wirklich schade, dass es Deutschland bis zum heutigen Tage nicht gelingt, die Pille danach kostengünstig und rezeptfrei zur Verfügung zu stellen. Das Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit hat die rezeptfreie Abgabe längst empfohlen. Leider gibt es derzeit keine starke Interessengruppe, die sich dafür einsetzt. In 28 europäischen Ländern bekommt man die PiDaNa bereits ohne ärztliche Verschreibung. Selbst das katholische Irland hat Anfang 2011 die Rezeptpflicht aufgehoben.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Danke. Mir und meiner damaligen Freundin hat die "PiDaNa" (mutmaßlich) vor vielen, vielen Jahren die verfrühte Familienplanung erspart. Was mich noch interessiert: Gibt es Erkenntnisse darüber, ob die freie Verfügbarkeit dieses Medikaments einen sorgloseren Umgang mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr generell befördert?

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hotakka
    • 09. September 2012 13:20 Uhr

    Gegen eine Verschreibung spricht z.B. der Zeitfaktor, da die Pille danach sehr bald eingenommen werden muß, um zu wirken. Das kann am Wochenende und in ländlichen Gegenden problematisch werden.

  2. Was spricht den gegen eine ärztliche Verschreibung? Das Thema ist Ernst genug, dass eine umsichtiger Umgang mit der Pille danach notwendig ist. Ein Arzt-Kontakt unterstreicht dies.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    an ein Rezept für die "Pille danach" zu kommen? Ich kenne Fälle, in denen sich das Unterfangen als wahre Odyssee gestaltet hat. Man muss hierbei auch immmer bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit einer schwangerschaftsverhindernden Wirkung schnell abnimmt, je zeitversetzter die Einnahme nach dem Geschlechtsverkehr erfolgt.

    • dokl
    • 09. September 2012 12:06 Uhr

    ist die Verzögerung der Einnahme. Ich befürworte eine gute, kompetente Beratung bei der Abgabe der Pille danach, auch wenn die Nachverhütung mit der levonorgestrelhaltigen Tablette sehr risikoarm ist. Wichtigstes Kriterium ist jedoch die schnelle Einnahme. In Zusammenarbeit mit der Bundesapothekerkammer hat der pro familia Bundesverband vor ein paar Jahren eine Pilotfortbildung für ApothekerInnen durchgeführt. Die Abgabe der Pille danach durch gut geschulte ApothekerInnen hat sich bereits in den skandinavischen Ländern, in der Schweiz und anderen Ländern bewährt. Zusammen mit einem gut verständlichen Beipackzettel könnte diese Abgabeform auch in Deutschland sehr gut funktionieren.

    Dorothee Kleinschmidt

    Sie tun ja geradezu so, als sei ein Arztkontakt grundsätzlich der Normalfall und Frauen seien nur mit diesem in der Lage, "umsichtig" mit der Pille danach umzugehen.
    Damit sprechen Sie Frauen eine eigene Vernunft und Verantwortung ab.

    Ich weise die dahinter stehende patriarchalische Geringschätzung meines Intellekts und meiner Urteilskraft scharf zurück.

    k.

    ....dass viele Krankenhäuser sie gar nicht erst verschreiben. Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie haben Freitag abend ne Verhütungspanne. Da rennen Sie zu vier verschiedenen Krankenhäusern, die sie alle vielleicht gar nicht verschreiben. Und dann?? Am Montag ists zu spät, sie noch zu nehmen.
    Ich habe sie vor zwei Wochen genommen, da mein Mann und ich auf hormonelle Verhütung verzichten und ein Kondom leider gerissen ist.
    Ich habe zehn Euro Praxisgebühr bezahlt, dafür dass die Ärztin meinte: Ach, sie haben doch hübsche Kinder, eines geht doch noch...??! Und mir das Rezept in die Hand gedrückt hat.
    Info gabs von ihr nicht, und was ich wissen wollte weiß ich auch aus dem Internet.

    Ich hätte auf den Arztbesuch wirklich verzichten können.

    MfG KL

    • xpeten
    • 11. September 2012 15:16 Uhr

    schreibt man den "Ernst" noch klein.

    Aber Spaß beiseit: was genau an dieser Angelegenheit halten Sie für ernst?

  3. für diesen Artikel, er spricht mir - als Medizinerin - aus der Seele.
    Der Vergleich des Gynäkologen mit Aspirin zeugt nicht gerade von großem pharmakologischen Wissen. Eine Vergiftung mit Aspirin kann nämlich sogar zum Tod führen. Die tödliche Dosis des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure beträgt 30 bis 40 Gramm , was 60 bis 80 Tabletten in der handelsüblichen Konzentration zur Schmerz- und Entzündungshemmung entspricht. Ohne die Möglichkeit einer Dialyse liegt die letale Dosis bei nur 10 Gramm.
    Wenn man nun bedenkt, wie einfach der Zugang zu Aspirin ist, kann man bei solchen Argumenten nur den Kopf schütteln.
    Mir scheint sowieso, dass es sich bei der Diskussion um die Freigabe der "Pille danach" eher um eine ideologische denn um eine medizinische handelt.

    28 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und die Kosten sich damit umzubringen kann sich jeder Schüler mit Taschengeld leisten (~10 Euro). Auch lassen sich Medikamente wie Aspirin und Paracetamol praktisch in jeder Hausapotheke finden und sind großenteils frei zugänglich.

    Die PiDaNa rezeptpflichtig zu machen ist nur einem konservativen Weltbild zu verdanken, das besagt, dass man ja irgendwie selbst schuld ist vor der Ehe Geschlechtsverkehr zu haben und sich so eine Abschreckung für Geschlechtsverkehr "davor" erhofft.

    Gerade auch der Preis von über 10 Euro führt ohnehin dazu, dass einer sich die Pillen wie Smarties einwirft und schon gar nicht versucht, damit umzubringen/schaden. Da sind 4 Falschen Aldi-Vodka oder 3 Packungen Aspirin bestimmt billiger.

  4. an ein Rezept für die "Pille danach" zu kommen? Ich kenne Fälle, in denen sich das Unterfangen als wahre Odyssee gestaltet hat. Man muss hierbei auch immmer bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit einer schwangerschaftsverhindernden Wirkung schnell abnimmt, je zeitversetzter die Einnahme nach dem Geschlechtsverkehr erfolgt.

    13 Leserempfehlungen
  5. Allein aus zeitlichen Gesichtspunkten wäre eine rezeptfreie Vergabe sehr zu begrüßen! Nimmt man einmal an, die ("normale") Pille wird eigentlich nicht vergessen, wann geschieht das wohl ausnahmsweise doch: Vermutlich an einem Wochenende, da der geregelte Tagesablauf unter der Woche eben unterbrochen wird.

    Demnach müsste man zunächst einen Notarzt aufsuchen, dann von dort aus eine diensthabende Apotheke...Das wäre machbar, andererseits auch nur mit Auto oder gutem ÖPNV. Das ist aber schon schwierig für alle die Jugendlichen, die noch keinen Führerschein haben und ihre Eltern nicht zwingend "informieren" wollen - über diese Problematik sollte hier aber nicht diskutiert werden, sie ist wohl vorauszusetzen.

    Da die Pille danach eben zeitnah eingenommen werden muss, muss eine rezeptfreie Vergabe tatsächlich möglich sein!

    13 Leserempfehlungen
    • dokl
    • 09. September 2012 12:06 Uhr

    ist die Verzögerung der Einnahme. Ich befürworte eine gute, kompetente Beratung bei der Abgabe der Pille danach, auch wenn die Nachverhütung mit der levonorgestrelhaltigen Tablette sehr risikoarm ist. Wichtigstes Kriterium ist jedoch die schnelle Einnahme. In Zusammenarbeit mit der Bundesapothekerkammer hat der pro familia Bundesverband vor ein paar Jahren eine Pilotfortbildung für ApothekerInnen durchgeführt. Die Abgabe der Pille danach durch gut geschulte ApothekerInnen hat sich bereits in den skandinavischen Ländern, in der Schweiz und anderen Ländern bewährt. Zusammen mit einem gut verständlichen Beipackzettel könnte diese Abgabeform auch in Deutschland sehr gut funktionieren.

    Dorothee Kleinschmidt

    13 Leserempfehlungen
    • Elite7
    • 09. September 2012 12:20 Uhr

    Ich glaube der Autor des Artikels hat auf gut Deutsch den Schuss nicht gehört. Solche hochkonzentrierten Hormonpräperate sind keineswegs nebenwirkungsarm und können höchst unangenehm sein. Sicher, sich damit zu vergiften dürfte schwierig werden. Aber was für einen Umgang mit Sexualität, Verantwortung und Kindern sollen unsere eigenen bitte bekommen, wenn wir ein solches Medikament in der Apotheke oder am Besten noch am Kondomautomaten frei verkaufen? Hinterher werfen uns unsere eigenen Kinder noch vor "Warum hast du nicht die Pille danach genommen?". Das wäre wirklich ein fataler Schritt. Jegliche medizinische und seelsorgerische Betreuung und Aufklärung würde fehlen und es würde ein völlig falsches und verzerrtes Bild von Schwangerschaft nach sich ziehen. Zudem sind die Langzeitfolgen von mehrmaliger Einnahme überhaupt gar nicht absehbar. Die Forderung der Frauenärzte ist völlig berechtigt: Die Wirkung und die Konsequenzen eines solchen Mittels würden völlig verharmlost. Dabei geht es nicht mal um die Nebenwirkungen (welche nicht harmlos sind!). Wie gesagt: Ich halte es für verantwortungslos.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • genius1
    • 09. September 2012 12:55 Uhr

    Sie Tun ja fast So, als das die Mädchen und jugendlichen Frauen, für jeden Männlichen Spund die Beine Breit machen, dabei kein Kondom benutzen, um hinterher bei Schwangerschaft, sich so einfach diese Abtreibungspille einzuwerfen? Kondome werden auch benutzt um Geschlechtskrankheiten zu vermeiden!

    Wir Sprechen hier von Jugendlichen, und wenn die Hormone durchgehen, Alkohol auch noch eine Rolle spielt, dann kann ich selbst als Erwachsener passieren, kein Kondom zu benutzen!

    Na dann gehen Sie mal als als weibliches Wesen in die Apotheke, und Kaufen diese Pille, die nur einem einzigen Zweck dient! Das kostet mit Sicherheit Überwindung, selbst für Erwachsene!

    Ich finde es Gut, das es diese Pille gibt, und keine Engelmacher mehr benötigt werden. Die Aufklärung erfolgt Hoffentlich in der Apotheke, obwohl ich davon Ausgehe, das alle Jugendlicher weiter sind bei der Aufklärung, wir Wir, in unserer damaligen Zeit!

    Ihre Äußerungen ("Umgang mit Sexualität", "Verantwortung", "Kondomautomat", "verzerrtes Bild von Schwangerschaft") klingen so, als müssten Sie eigentlich gegen jede Form von Verhütung sein.

    Aber ich teile zumindest ein bisschen die Bedenken. Es könnte rentabler und bequemer sein, gelegentlich die dann rezeptfreie, günstige Pille danach einzunehmen, statt regelmäßig die teure rezeptpflichtige, teure Monatspille – und scheinbar weniger bedenklich, weil rezeptfrei.

    "Jegliche medizinische und seelsorgerische Betreuung und Aufklärung würde fehlen und es würde ein völlig falsches und verzerrtes Bild von Schwangerschaft nach sich ziehen."

    Vielleicht könnten Sie uns ja erklären, inwiefern nach einer Verhütungspanne seelsorgerische Betreuung vonnöten sein soll und wie durch die rezeptfreie Abgabe der "Pille danach" das Bild von Schwangerschaft verfälscht werden soll?
    Wie schon angemerkt wurde, scheinen Sie nicht nur gegen Notfallverhütung sondern gegen Verhütung insgesamt eingestellt zu sein.

    • Elite7
    • 09. September 2012 14:47 Uhr

    Und genau deshalb muss die normale "Anti-Baby-Pille" auch vom Frauenarzt verschrieben werden und ist nicht einfach frei erhältlich.
    Wenn Sie wüssten, wie unaufgeklärt so mancher Jugendlicher ist. Den meisten jungen Mädchen ist ja auch gar nicht klar, dass sie da keine Abtreibung vornehmen. Deshalb rede ich da von "Seelsorge" und medizinischer Aufklärung. Die Frauen haben doch keine Ahnung was sie da zu sich nehmen. Ich habe nichts gegen Verhütung und wer ein Kondom benutzt weis auch was er tut. Wer sich aber einfach so ein Pillchen einwirft, der weis das nicht unbedingt und die Packungsbeilage wird oft nicht beachtet.
    Und zum ersten Poster: Nehmen Sie das Zeugs ruhig mal mit Alkohol ein. Danach gehts ihnen bestimmt besser. Ist das Ihre Vorstellung von Verantwortung? Wollen Sie in 20 Jahren eine solche Generation von Kindern erziehen? Den Meisten ist ja auch nicht klar, dass in den meisten US Bundesstaaten Geschlechtsverkehr erst mit der Volljährigkeit erlaubt ist und die Sexualethik sehr Konservativ ist. Das lässt sich nicht auf europäische Verhältnisse übertragen.

  6. Und die Kosten sich damit umzubringen kann sich jeder Schüler mit Taschengeld leisten (~10 Euro). Auch lassen sich Medikamente wie Aspirin und Paracetamol praktisch in jeder Hausapotheke finden und sind großenteils frei zugänglich.

    Die PiDaNa rezeptpflichtig zu machen ist nur einem konservativen Weltbild zu verdanken, das besagt, dass man ja irgendwie selbst schuld ist vor der Ehe Geschlechtsverkehr zu haben und sich so eine Abschreckung für Geschlechtsverkehr "davor" erhofft.

    Gerade auch der Preis von über 10 Euro führt ohnehin dazu, dass einer sich die Pillen wie Smarties einwirft und schon gar nicht versucht, damit umzubringen/schaden. Da sind 4 Falschen Aldi-Vodka oder 3 Packungen Aspirin bestimmt billiger.

    12 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Vielen Dank"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • otto_B
    • 09. September 2012 14:25 Uhr

    Die Sache hat zwei Seiten. Die pharmakologische, und die prinzipielle. Zweiteres betreffend, auch auch auf die Gefahr hin, als Bewohner eines anderen Sternes identifiziert zu werden:
    An der Art und Weise, wie in den westlichen Gesellschaften im Laufe der letzten Jahrzehnte die Sexualität "öffentlich" geworden, und auch ein "Anspruch" auf folgenlosen Sex entstanden ist, kann man durchaus manches als bedenklich empfinden.
    Ohne prinzipiell zu werden - ist die Möglichkeit, beim Sex (egal ob "erlaubt" oder "verboten") schwanger zu werden, nicht ein Wesensmerlmal menschlicher Kultur?
    Wie hätte Pasternak seinen Roman in unserer Gegenwart geschrieben? Sicher hätte Juri Schiwago auf dem Weg zu Lara eban mal am Kondomautomaten haltgemacht..... und die nichtsahnende Komsomolzin mit der Balaleika am Ende wäre garnicht geboren worden. (Oder?) Wird die Sache mit der Durchtechnisierung nicht um wesentliche Teile ihres Reizes gebracht?
    Zweites Stichwort, "Familienplanung". In aller Regel dürfte ja das Hinausschieben der ersten Schwangerschaft gemeint sein. Ideale Bedingungen fürs Kinderkriegen gibt's bekanntermaßen zu keinem Zeitpunkt. Andere Dinge sind wichtiger. (Welche?) Also verschiebt man es nach hinten. Die "Technik" machts ja möglich. Ich hätte Zweifel, ob der freie Wille da die Menschen da in jedem Falle am "glücklichsten" machen. Daß Dinge, die einfach "passieren" sich hinterher als gut und richtig erweisen, das gibts ja eben auch. Siehe Pasternak.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Apotheke | Aspirin | Schwangerschaftsabbruch | Abtreibung | Aufklärung | Irland
Service