Grippe-Impfstoffe : Keine Exklusivverträge mit Pharmakonzernen!

Erst konnte Novartis nicht liefern, nun flockt es in seinen Vakzinen. Doch Schuld am Grippe-Impfstoff-Chaos sind auch die sparwütigen Krankenkassen, meint Sven Stockrahm.
In einer Fabrik in Paris prüft ein Mitarbeiter 2009 die Herstellung eines Grippe-Impfstoffs. © Thomas Coex/AFP/Getty images

Bald wieder suchen sich Grippeviren in den kalten und feuchten Wintertagen ihre Opfer. Millionen Deutsche wappnen sich jedes Jahr gegen die Erreger mit einer Impfung. Nun wird es tatsächlich eng: Der Pharmakonzern Novartis , einer der größten Hersteller von Influenza-Vakzinen, konnte seine Bestellungen in drei Bundesländern nicht rechtzeitig ausliefern – insgesamt mehr als eine Million Dosen. Nun muss der Konzern auch noch insgesamt fünf Chargen seiner Seren Begripal und Fluad zurückrufen – die gleichen Impfstoffe waren im Produktionsland Italien negativ aufgefallen : Ihr Inhalt bildete Flocken. Nun fehlen in Hamburg , Schleswig-Holstein und Bayern die Ampullen.

Schuld daran ist aber weniger Novartis als die zuständigen Krankenkassen: 14 weitere Vakzinen anderer Hersteller sind in dieser Grippesaison in Deutschland zugelassen – vor der Rückrufaktion waren 14,2 Millionen Dosen freigegeben. Die Auswahl ist also groß. Allerdings diktieren Verträge den Hausärzten und Impfstellen, welches Serum sie verabreichen dürfen. Hamburg, Schleswig-Holstein und Bayern haben in diesem Jahr ihre Seren exklusiv bei Novartis geordert. Um zu sparen, wird der Arzneikauf der Bundesländer wie auf einer Auktion verhökert: Wer den besten Preis bietet, bekommt meist den Zuschlag.

Mediziner werden dazu gedrängt, nur die eingekaufte Vakzine zu verwenden, ansonsten übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. Die AOK Bayern freute sich in diesem Jahr besonders über den abgeschlossen Rabattvertrag mit Novartis. Gegen den hatten Konkurrenzhersteller erfolglos geklagt. Mit Novartis hätten die Kassen nun "einen leistungsstarken und hochqualifizierten Partner (...) gewinnen können", meldete die AOK Ende Juni . Man erwarte "Einsparungen in einstelliger Millionenhöhe".

Nun ist das Desaster da, und anstatt zu sparen, werden die Kassen wohl draufzahlen. Teuer wird es ohnehin, denn im Schnitt kostet in Europa eine Ampulle Impfstoff etwa sechs Euro. Das hätte nicht sein dürfen. Impfstoffe herzustellen ist schwierig und riskant. Alljährlich wiederholt sich in den Produktionshallen der Impfstoffhersteller der Wettlauf gegen die Zeit. Grippeviren müssen zunächst vermehrt werden, meist in Hühnereiern oder speziellen Zellkulturen – anschließend werden sie mit weiteren Stoffen zu Seren verarbeitet. Lieferverzögerungen sind nicht selten, denn manche Virenstämme wachsen schlechter als andere.

Die Krux im Vakzinenmarkt: In jeder Grippesaison ändert sich der Inhalt der millionenfach befüllten Ampullen. Denn Influenzaviren sind gewieft: Rasant verändern sie sich und können so die menschliche Körperabwehr stets neu überlisten. Jedes Jahr empfiehlt die Weltgesundheitsbehörde daher andere Antigene im Kampf gegen die mutierenden Erreger.

Fällt Impfstoff flach, gibt es so rasch keinen Nachschub

Exklusivverträge über einzelne Impfstoffe widersprechen einer effizienten und wirtschaftlichen Grippevorsorge, die die Kassen gerne propagieren. Die Herstellung von Vakzinen ist kostspielig, zu viel will kein Konzern produzieren – wer soll für die Lagerung zahlen, wer für die Vernichtung überschüssiger Dosen? Die Margen sind genau berechnet. Und fällt der Impfstoff flach, gibt es so rasch keinen Nachschub: Gewöhnlich dauert es zwischen vier und sechs Monate, bis eine Vakzine in georderter Menge hergestellt ist. Für die Grippe-Saison 2012/2013 kommt eine Nachbestellung damit zu spät. Denn geimpft werden sollte in der Regel vor Beginn der Saison, die in den kommenden Wochen anlaufen wird.

Sven Stockrahm

Sven Stockrahm ist Redakteur im Ressort Wissen von ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Deshalb ist es dieses Jahr ein schwacher Trost, dass Ärzte nun in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bayern auch zu den 14 anderen Seren gegen die Grippe greifen können. Da die Länder meist etwas mehr Impfstoff ordern, als tatsächlich verabreicht wird, geht nun ein unnötiges Geschacher um überschüssige Impfdosen aus benachbarten Bundesländern los. In Hamburg und Schleswig-Holstein fehlen zusammen rund 300.000 Ampullen, berichtet das Hamburger Abendblatt , Bayern musste 800.000 Dosen neu beschaffen, heißt es in der Süddeutschen Zeitung .

Krankenkassen und Politik müssen die ausufernde und gefährliche Preistreiberei beenden, mit denen Arzneien wie Impfstoffe eingekauft werden. Wer seine Impfstoffbestellungen auf zwei oder drei Hersteller verteilt, handelt eher im Sinne der Millionen von Menschen, die sich jedes Jahr vor einer Infektion schützen wollen. Fällt ein Hersteller aus, kann dies leichter aufgefangen werden. Engpässe verschärfen sich nicht so rasch wie zurzeit. Vor allem Ältere, chronisch erkrankte Menschen sowie Schwangere, Kinder und medizinische Fachkräfte profitieren davon. Eine Influenza verläuft nicht immer glimpflich – die Vorsorge hat deshalb nichts unter dem Auktionshammer von Krankenkassen zu suchen.

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Kommentare

151 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Schuld an der Grippeimpfung

sind die die sich impfen lassen.

Eine gesunde Lebsensweise mit dem Ziel keine Grippe zu bekommen verhilft auch ohne böse Chemie zu einem Ergebniss.

Apotheken und Ärzte lassen sich diesen kleinen Einstich teuer bezahlen und das auch mit einer Impfstoffqualität die uns fast vergiftet, wie medizinisch ist das denn?

Wenn wir die Pharmakonzerne weiter stopfen mit solchen Selbstläufern dürfen wir uns nicht wundern.

Was für ein Käse!

Liebe(r) tolerant,

Sie schützen sich also mit einer gesunden Lebensweise vor einer Vireninfektion? Na dann hoffe ich aber, dass Sie sich niemals eine Grippe oder einen anderen gefährlicheren Erreger einfangen.

Ihre Kritik entbehrt jeder faktischen Grundlage. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit polemischen Attacken über grundsätzlich böse Pharmafirmen und allgemeinen Verschwörungstheorien zu "giftigen" Impfstoffen!

Aha, tolerant...

...das heißt in logischer Ergänzung ja dann auch, dass man Kindern Impfungen vorenthält, solange sie nur ausreichend gesund leben und sich gesund ernähren, oder?! Denn das müsste ja dann auch ausreichen, niemand würde vergiftet und Polio, Diphterie, Keuchhusten und Pocken werden von der gierigen Pharmaindustrie sowieso übertrieben dargestellt um ihre Umsätze zu sichern, stimmt's?!

schön,

doch Ihren Einwand teilen sicherlich interessierte Ärzte genauso wenig wie ich, ohne Verschwörungstheorien etc. wird weltweit empfohlen auf diese Impfung zu verzichten, den Körper zu nutzen auch einmal eine Grippe zu heilen ohne das.

Namhafte Ärzte sgaen zudem das auch Grippeheilmittel überflüssig sind lieber eine Woche auskurieren.

Das alles bezieht sich natürlich nur auf gesunde Menschen.

Anstatt mir Ihre Klischeevorstellungen zu unterstellen sollten Sie einfach mal tiefer einsteigen, ich mache das im dreissigsten Jahr genau zu diesem Thema.

Falscher Eindruck

Ich muss Ihnen doch deutlich widersprechen. Es gibt keinerlei Empfehlungen, auf die Grippe-Impfung grundsätzlich zu verzichten. Genau das haben Sie jedoch suggeriert.

Natürlich ist eine Impfung für chronisch Erkrankte, Ältere und immungeschwächte Menschen durchaus sinnvoll. Sie bietet einen erhöhten Schutz vor einer Infektion. Eine Grippe läuft nicht immer glimpflich ab.

Das geht unter anderem aus den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission hervor:

http://www.rki.de/DE/Cont...

Das heißt nicht, dass viele Menschen eine Grippe auch auskurieren können ohne schwer zu erkranken. Wie Sie ja selbst auch schreiben.

sie sind

sicherlich niemals meiner Meinung und ich nicht der Ihrigen, doch ein Stück Lebenserfahrung zwei großer Familien vermittelt mir mehr Glaubwürdigkeit als Studien und Empfehlungen von nie geprüften Empfehlenden ( damit sind nicht Sie gemeint) gepüft im Sinne von Lobbyismus unter dem unser ganzes Land ohnehin leidet.

Jeder solle das gegen Grippe unternehmen was er für richtig hält und wenn es eine Impfung werden sollte, bitte auch die.

Nur möchte ich an den afür entstehenden Kosten nicht beteiligt werden.

Hallo Herr Stockrahm

Ich kann nicht erkennen, daß tolerant hier irgendwelchen Unsinn verbreitet. Jedes Jahr erleben wir dasselbe Theater; Panikmache ohne Ende vor der aufziehenden Grippewelle. Selbst meine Hausärztin hat nichts gegen meine Impfverweigerung. Ich arbeite seit 30 Jahren in ansteckungsbegünstigten Umfeldern, Schulen, und habe dementsprechend ständig mit irgendwelchen "kranken" Menschen Kontakt. Eine Grippe hat sich bis dato noch nie meiner bemächtigt. Vielmehr stelle ich in meinem Bekanntenkreis fest, daß gerade die impfgläubigen Kandidaten fast jährlich influenzamäßig unterwegs sind. Also ein wenig journalistische Distanz wäre in diesem Falle wohl wünschenswert; oder wird die ZEIT jetzt schon von der Pharmaindustrie alimentiert? Wer zwischen den Zeilen Ihres Artikels liest, kommt nicht umhin, zu vermuten, daß es hier mal wieder vordringlich um Geschäftemacherei geht.

Was für ein Käse !

Tolle Überschrift, hinter der ich voll und ganz stehe lieber Herr Stockrahm. Und wenn sie ihre Themen weiter so gut aufbereiten steht ihnen eine große Karriere bevor. Sicher nicht bei den Zeitungen, denn diese werden aufgrund der immer mehr fehlenden Objektivität immer weniger gelesen. Aber als Pressesprecher in der Pharmaindustrie oder bei medizinischen Lobbyverbänden haben sie eine große Zukunft! Etwas verwundert war ich über die sofort geschwungene Keule der "Verschwörungstheorie". Aber nachdem ich ihren Werdegang gelesen hatte, war mir dies auch klar. Korrespondent in A Amerika - naja, dort wurden und werden immer noch für Wirtschaft und/oder Regierung unangenehme oder bedrohliche Themen als Verschwörungstheorien angeprangert und ins Lächerliche gezogen. In Deutschland funktioniert dies leider noch nicht so gut, aber Leute wie sie arbeiten ja munter dran.
Zur Grippeimpfung und auch anderen Impfungen bleibt nur zu sagen, das dies eigentlich jeder selber entscheiden können sollte. Das dies nicht möglich ist liegt allerdings an Leuten wie ihnen, der Pharma- und Medizinlobby, die permanent versuchen, die sogenannten Impfgegner an den Pranger zu stellen. Eigentlich kann ihnen das egal sein, denn sie sorgen durch die Impfung ja dafür, dass sie nicht krank werden ! Wenn die Werbung stimmen würde, müssten sie ja immun sein und dann kann ihnen doch nichts mehr passieren. Und was andere Leute tun, geht sie, mit Verlaub gesagt, einen feuchten Kehricht an !

Nicht wir, die Befürworter von Impfungen,....

...müssen beweisen, dass wir recht haben. Das haben wir, über viele Jahrzente hinweg und mit hunderten von Studien getan. Die Impfkritiker müssen die von ihnen bezweifelte Wirksamkeit der Impfungen widerlegen. Genau diesen Nachweis bleiben sie allerdings - abgesehen von versprengten Einzelmeinungen - schuldig! Daran ändert auch der immer wieder geäußerte Generalverdacht der nie bewiesenen massiven Beeinflussung sämtlicher Expertengremien wie RKI, STIKO, Paul-Ehrlich-Institut, etc. nichts. Ebensowenig wie die Aussage, angeblich als Impfgegner "an den Pranger gestellt zu werden"...

Polemik

Was für ein Blödsinn, dass Apotheker und Ärzte ja so toll an Impfstoffen verdienen! Sie kennen sich wirklich nicht aus. Wenn es uns nur darum ginge an Patienten Geld zu verdienen, dann würden wir uns doch wünschen, dass alle krank werden und wir ordentlich an der Therapie verdienen anstatt eine kostengünstige Prävention durchzuführen. Denken sie doch mal einen Schritt weiter und unterstellen sie Heilberuflern nicht gleich die monetäre und böse Absicht.

Wie haben wir nur frueher ueberlebt?

Schlechter - an der spanischen Grippe sind weltweit 25 Millionen Menschen gestorben.
Man kann nicht nachweisen, wieviele Menschen durch Grippeimpfungen NICHT sterben, wenn sie einen Grippevirus erwischen. Eine richtige Grippe (nicht nur ein grippaler Infekt) ist eine äußerst schwere Erkrankung und auf jeden Fall sollten sich ältere und vorbelastete Menschen impfen lassen. Was für einen Gesunden 'noch' relativ leicht wegzustecken ist, kann einen älteren Menschen, ein Baby oder einen Menschen mit existierenden Vorerkrankungen töten.

Kapieren Sie es nicht, oder wollen Sie nur trollen?

Kein halbwegs normaler Impfbefürworter drängt gesunde Menschen unter ca. 65 Jahren zu einer Grippeimpfung, solange diese nicht z.B. durch ihre Tätigkeit mit Risikogruppen bei einer eigenen Infektion ein Risiko für diese gefährdeten Menschen darstellen.

Wenn Sie und Ihre Familie überwiegend seit Jahren so gut wie nie einen Arzt aufgesucht haben, spricht das dafür, dass Sie topfit sind und eine Grippe nicht fürchten müssen.
Also warum sollte Ihnen jemand eine Impfung dagegen empfehlen?

Die Empfehlungen der STIKO oder des RKI sind Ihnen doch inzwischen mehrfach verlinkt worden, die auch nichts anderes aussagen.

Aber was haben Sie so vehement dagegen, dass sich Risikogruppen impfen lassen wollen/sollen?
Sollen die früher sterben, damit die Kosten der Sozialkassen sinken?

Liebe Impfstoffhersteller,

bitte lesen Sie sorgfältig, welchen Blödsinn Herr tolerant hier verzapft, und wieviel Aufmerksamkeit er trotzdem dafür erhält. Und dann denken Sie in Ruhe drüber nach, ob der gefährliche Meinungs-Trend in der Bevölkerung ("Impfungen sind böse Chemie und machen krank") etwas mit den Ihren Kampagnen der vergangenen Jahre zu tun haben könnte. Wer in dieser Form auf Angst setzt, um ein Nischenprodukt in der Breite verkaufen zu können (Tamiflu) oder um einen mit unzureichend verstandenen Immunboostern gestreckten Impfstoff gegen "Schweinegrippe" durchzusetzen, braucht sich über emotionalisierte Debatten nicht zu wundern. Sie gefährden eine der größten Errungenschaften der Menschheit.
Ich wünsche Ihnen von Herzen Grillfeuer von Finanz-Analysten, die den immensen Schaden solcher Quartalsdenke durchschauen und in ihren Kommentaren einpreisen.

Impfungswahn und die staendige Impfkommission

Ein gesunder Mensch geht kein unzumutbares Risiko ein, weil er auf eine Grippe-Impfung verzichtet. Als "faktische Grundlage" darf man ruhig auch einmal die allgemeine Lebenserfahrung anfuehren.

Die Annahme, man koenne und muesse sich gegen alles Uebel der Zukunft versichern und impfen ist wohl Teil der deutschen Mentalitaet und ich habe mich sehr gefreut, dass auch andere Kommentatoren die Sichtweise des Autors nicht teilen.

Und dass der Autor im Kommentarbereich dann auch noch die Empfehlungen der staendigen Impfkommission anfuehrt, das grenzt schon an Zynismus. Nichts als ein einziger Skandal ist diese Kommission, in der blosse sechzehn berufene Koepfe durch Ihre Empfehlungen indirekt darueber entscheiden duerfen, welche Impfstoffe von den Krankenkassen bezahlt werden muessen. Eine Verschwoerungstheorie ist in Anbetracht der Dimensionen ganz sicher nicht von Noeten, um sich auszumalen, was da alles laeuft. Eine ehrenwerte Gesellschaft.

RE:", um sich auszumalen, was da alles laeuft"

Ja was läuft denn da? Wissen Sie mehr?
Können Sie irgendwas belegen?

"Die Annahme, man koenne und muesse sich gegen alles Uebel der Zukunft versichern und impfen ist wohl Teil der deutschen Mentalitaet "

Dieser Spruch ist schon dummdreist und ärgert mich.
Ich werde mich auch diese Saison bewußt impfen lassen. Selbst wenn ich eine Grippe höchstwahrscheinlich "trocken wegstecken" könnt, habe ich trotzdem eine Verantwortung z.b meinen Kindern gegenüber. Wenn es micht erwischt, kann ich sie mindestens 1-2 Wochen nicht versorgen. Im schlimmsten Fall würde ich sie damit anstecken und das könnte für sie leicht tödlich verlaufen.
Aber wie können das Mitmenschen mit Ihrer egoistischen Mentalität diese Sorge überhaupt verstehen ?

Wie würden Sie das regeln?

Wollen Sie eine Volksabstimmung darüber, welche Impfungen zu empfehlen sind und welche die Krankenkassen bezahlen müssen?

Hier sind die aktuellen Mitglieder der STIKO mit Lebenslauf und Tätigkeiten für die Wirtschaft aufgeführt:

http://www.rki.de/DE/Cont...

Ist da jemand bei, dem Sie misstrauen?
Oder misstrauen Sie perse jedem und würden überall alle Leute von ihren Aufgaben abziehen?

warum wuetend werden?

Es ist auffaellig wie jeder, der die allgemeine Notwendigkeit der Grippe-Impfung in Frage stellt, hier angebellt wird. Als ginge die eigentliche Gefahr nicht von der Grippe aus, sondern von denen, die Ihre Ehrfurcht vor den Schergen der Industrie nicht teilen und die Angst die sie saehen mit ihrer penetranten Verkaufswut. "Dummdreist" und "egoistisch", nun kommen sie mal wieder runter von ihrem hohen Ross. Es ist nun einmal so, dass die meisten Menschen die heute leben, dies in Hunger und in Armut tun, dass es nicht Impfstoffe sind, an denen es ihnen zur Krankheitsvorbeugung am Noetigsten fehlt sondern ganz einfach sauberes Wasser. In Deutschland haben die Menschen alles, sie versichern sich, impfen sich, schluerfen morgens ihr Actimel und doch rutscht ihnen das ach so altruistische Herz in die Hose, wenn in der U-Bahn jemand hustet. Dass ich diesen Missstand ekelerregend finde macht mich nicht "egoistisch" und es ist auch nicht "dummdreist", Sie darauf hinzuweisen.

Nachtrag bzgl. STIKO

Ich kenne die Mitglieder der STIKO nicht und bin mit meinem vorigen Kommentar vielleicht etwas zu weit in Richtung Verleumdung vormaschiert.

Ich lasse aber stehen, dass es sich hier um Milliardengeschaefte handelt, deren Gedeih und Verderb in die Haende eines aus nur sechzehn Koepfen bestehenden, voellig unkontrollierten Organs gelegt wird. Das darf nicht sein. Auch die Pharmakonzerne wissen, wer in dieser Kommission sitzt. So eben darf man der Korruption den Weg nicht gestalten, das ist schlichtweg eine Sauerei und kann durchaus auch Schaden am Verbraucher verursachen, was in Gesundheitsfragen besonders heikel ist.

Unkontrolliertes Organ?

Also, so weit ich weiß, werden die Mitglieder für einen begrenzten Zeitraum vom BMG einberufen. Die EMPFEHLUNGEN werden auf Basis des wissenschaftlichen Forschungsstand getätigt und nicht als kosten-nutzen-Bewertung. Dafür ist als letzte Instanz seit 2007 der gemeinsame Bundesausschuss zuständig, dessen Urteil am Ende entscheidend für die erstattungspflicht der Krankenkassen ist. So ähnlich wie sich der gba nicht an die Empfehlungen des IQWIG bei anderen Arzneimitteln richten muss, so muss er es auch nicht bei den Empfehlungen der Stiko. Da sich in solchen expertengremien immer die Elite der Exzellenz befindet, liegt es in der Natur der Sache, dass einige Mitglieder auch beraterverträge mit Pharmafirmen haben. Diese conflict of interest muss aber jeder transparent machen, mehr noch als vielleicht MdB ihre Nebeneinkünfte. Also wenn sie dieses System anklagen wollen und Angst haben, dass die Experten nicht richtig liegen, da sie den wissenschaftlichen Stand nicht richtig wiedergeben bzw. von der Industrie geschmiert werden, belegen sie diese dreisten Behauptungen.

selbstverstaendlich will ich das System anklagen

"So ähnlich wie sich der gba nicht an die Empfehlungen des IQWIG bei anderen Arzneimitteln richten muss, so muss er es auch nicht bei den Empfehlungen der Stiko"

Aber er tut es bekanntermassen in fast allen Faellen. Und die Beratervertraege, den Interessenskonflikt, das sprechen Sie ja selbst an. Selbstverstaendlich will ich dieses System auch ohne Belege anklagen. Selbst fuer den Fall, dass in der aktuellen Besetzung der Stiko bzgl. Schmiergelder nur weisse Westen getragen werden, sind Verbindungen zwischen Industrie und dieser Kommission meiner Meinung nach nicht zu dulden. Ihrer Meinung nach darf ich ein krankes System nicht an den Pranger stellen, nur weil ich keine Beweise dafuer habe, dass die Bestechung, der es Tuer und Tor oeffnet, aktuell stattfindet?

Unschuldig bis zur Beweis der Schuld

Ja, der Meinung bin ich. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt wie sie, muss sich nicht wundern, wenn er auf Gegenwehr stößt. Sie haben es ja im laufe ihrer Kommentare zum Glück etwas relativiert, da empfand ich den ersten ihrer Kommentare zu den Personen der STIKO beinahe als Rufmord. Die guten Leute, und zum Glück sitzen z.b. In der STIKO namhafte Experten, kontrollieren sich und werden kontrolliert. Es sitzt ja auch ein Vertreter der Krankenkassen in dem Gremium. Auch die Bundesländer haben ihre eigenen Experten, siehe z.b die STIKO des Freistaat Sachsens. Und wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen von Seiten der Pharmafirmen nur Angst gemacht wird, damit die ihren Profit mit ihnen machen....sie müssen sich nicht impfen, in Deutschland herrscht keine impfpflicht! Aber lassen sie solche unbelegten Unterstellungen, da sie in dieser Form für mich nur als polemische Dreistigkeiten aufgefasst werden können.

Das System ist verbesserungsfähig

Ansonsten möchte ich gerne noch betonen, dass sich das Gremium allerdings einen großen gefallen tun würde, wenn sie deutlich mehr Transparenz in ihre entscheidungsvorgänge bringen würde. Dazu könnte gehören: die vom arzneimitteltelgramm und Transparency geforderten öffentlich einsehbaren Gegenstände der Beratungssitzungen bzw. Protokolle der Beratungen. Zudem eine für die Öffentlichkeit erkennbare Deklaration der conflict of interests aller Mitglieder, um evtl. Befangenheit einzelner Mitglieder einschätzen zu können. Das ist übrigens im amerikanischen Raum Gang und gebe in verpflichtender Form. Eine völlige finanzielle Unabhängigkeit der Kommissionsmitglieder ist m. E. Nicht möglich und auch nicht fair, da auch Politiker ja Nebenverdienste haben dürfen. Alles eine frage der Transparenz. Zuletzt möchte ich das bekanntermaßen sehr kritische arzneimitteltelgramm zitieren: "Um es klar zu sagen: Weder das Vorliegen von Interessenkonflikten noch das Verschweigen von solchen bedeutet automatisch, dass eine Beurteilung vorgenommen oder gar industriegesteuert ist."

Stiko Sachsen

Wenn Sie "z.b die STIKO des Freistaat Sachsens" ansprechen moechte ich Sie allerdings fragen: Kennen Sie noch eine andere? Ich naemlich nicht, soweit ich weiss, ist Sachsen das einzige Bundesland, das hier ein eigenes Gremium besitzt. Und in diesem Fall weiss ich tatsaechlich aus erster Hand, dass dieses Gremium nur die Empfehlungen der Bundes-Stiko uebernimmt und sonst in dieser Hinsicht gar nichts tut. Es ist im Grunde die Bundes-STIKO allein, deren Empfehlungen zaehlen. Ueber Ihre Systemverbesserungsvorschlaege habe ich mich gefreut.

STIKO Sachsen

Ja, es wäre überlegenswert, ob andere Bundesländer auch eigene STIKOs etablieren, wobei es jedem Bundesland freigestellt ist, eigene öffentliche impfempfehlungen auszusprechen. Nur habe ich auch vor kurzem einen Vertreter der STIKO Sachsens in einem Seminar kennengelernt und er war (vielleicht aus Eitelkeit) stolz darauf, dass sie viel weiter ihrer zeit in Sachen impfempfehlungen voraus seien und gewesen sind als die nationale STIKO und häufig von deren Empfehlungen abweichen?!
Für ihn hieß das, dass sie sogar mehr Impfungen und zu früheren Zeitpunkten im leben eines Menschen empfehlen. Das ist sicher auch in manchen Fällen fragwürdig.
Am Ende sind wir uns, wie ich sehe, gar nicht so weit auseinander.

Interessant

Ich hatte vor zwei Jahren direkten telefonischen Kontakt mit einem Mitglied der Stiko in Sachsen um deren Eignung im Bezug auf ein Marktforschungsprojekt zu ueberpruefen. Das Ganze waere vermutlich ohnehin gescheitert, da diese Person starke Zweifel hatte, ob er/sie als Gremiumsmitglied durch Teilnahme an (bezahlter) Marktforschung nicht gegen Auflagen oder Gesetze verstoesse. Allerdings wurde mir bei diesem Telefonat auch erklaert, dass sich die Empfehlungen der Landes-Stiko im Grunde auf ein blosses Weiterleiten von Empfehlungen der nationalen Stiko beschraenkt. Ob sich in dieser Hinsicht in den letzten zwei Jahren etwas geaendert hat, oder ob jeweils mein oder Ihr Gespraechspartner zu Ueber- bzw. Untertreibungen neigte, laesst sich natuerlich nun schwer feststellen.

Ganz nebenbei bemerkt: Zweifel bzgl. der Rechtmaessigkeit einer Teilnahme an bezahlter Marktforschung schlugen mir von Seiten der Mitglieder der nationalen Stiko - anders als in Sachsen - nicht entgegen. Hier war man im Allgemeinen der Auffassung, man duerfe das (was vielleicht tatsaechlich stimmt, ich weiss es nicht...).

Ist aber wirklich sehr interessant

Da mein Gesprächspartner der festen Überzeugung ist, dass sich die nationale STIKO eher an den innovativen Vorschlägen der STIKO Sachsen orientieren würde ;-).
Gerade diese Diskrepanz der Äußerungen zeigt wie stark individuelle Auffassungen oder Vermarktung (?) auch und gerade gegenüber Fachleuten verzerrte Bilder erzeugen. Die geforderte Transparenz muss her, damit Außenstehende nachvollziehen können, was objektiv betrachtet wirklich Sinn macht. Danke für diesen Austausch, sehr aufschlussreich.

Re: Das System ist verbesserungsfähig

Im Prinzip bin ich auch für eine weitmöglichste Transparenz, meine aber, dass diese bei der STIKO inzwischen sehr weit gegeben ist.

Die Mitglieder der STIKO arbeiten dort ausschliesslich ehrenamtlich, müssen also perse ihren Unterhalt woanders verdienen.
Auf ihren jeweiligen ÖFFENTLICHEN "Profilseiten" MÜSSEN sie jegliche aktuelle und bis zu 10 Jahre zurückliegende Verbindung zur Pharmaindustrie u.ä. angeben.

http://www.rki.de/DE/Cont...

Liegt eine Beratung oder Abstimmung zu einer Änderung der Empfehlungen an, sind sie verplichtet, dazu VORHER eine neue Erklärung über diese Verbindungen zu erbringen, bzw. zu erklären, dass sich da nichts geändert hat.
Ist es ersichtlich, dass eine solche Verbindung geeignet sein könnte!, die persönliche Meinung zu beeinflussen, darf das Mitglied weder an der Beratung, noch an der Abstimmung teilnehmen.

http://www.rki.de/DE/Cont...

Erfolgt eine Änderung der Impfempfehlung, wird gleichzeitig oder aber eine Ausgabe später im Epidemiologisches Bulletin die ausführliche Begründung veröffentlicht.

Aktuelles Beispiel:

http://www.rki.de/DE/Cont...

Sie schreiben hier über das Impfproblem

wie ein alter Haase, haben aber offensichtlich bis jetzt immer noch keine Ahnung, worin dieses Problem besteht bzw. daß es überhaupt eines gibt!
Ich finde auch wie hier schon jemand vor mir, als Pharmasprecher wären Sie geeigneter denn als Journalist einer Zeitung, die bis jetzt immer noch den Anspruch auf wenigstens ausgeglichene Sichtweise erhebt!
Ich habe mich übrigens noch nie freiwillig impfen lassen und schon garnicht gegen Grippe! Deshalb brauchte ich auch schon seit 20 Jahren nicht mehr zum Arzt und im Krankenhaus war ich nur ein einziges mal wegen eines Unfalls, um eine Wunde nähen zu lassen. Grippeerkrankungen, die ich früher problemlos gemütlich mit angenehmen Hitzewellen(=Fieber)und leckerem Hustensaft im Bettchen auskurierte, haben mich dann seit ich nicht mehr rauche und nichts tierisches mehr esse, auch nie mehr heimgesucht und das ist jetzt auch schon über 10 Jahre her.
Klar kann man mit gesunder Lebensweise Infektions-und anderen Krankheiten vorbeugen! Mit was denn sonst?
ich weiß übrigens auch von bekannten, die sich jedes Jahr impfen lassen, daß sie auch mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr an Grippe erkranken! Was sagen Sie denn dazu? Glauben Sie nicht? Dann fragen Sie doch mal rum! Machen Sie doch mal ihrem Berufsstand wieder Ehre und recherchieren Sie selbst!

Was es mit der "Spanischen Grippe" auf sich hatte:

1918, gegen Ende des 2. Weltkrieges,kam es zur bisher schwersten Grippeepimedemie, die mit geringen Unterbrechungen bis 1923 andauerte. Die Pandemie erfasste 700 Millionen Menschen,von denen 20 Millionen starben. Seit wenigen Jahren lesen wir des öfteren in medizinischen Zeitschriften, diese damalige Pandemie habe in Wahrheit 40 Millionen Menschen dasLeben gekostet. Diese neue Zahl kursiert erst, seitdem vermehrt Werbung für die Grippeimpfung gemacht wird. Es gibt aber aus keinerlei alter Chroniken Hinweise, dass eine Verdoppelung der Todesfälle auch nur annähernd gerechtfertigt wäre. Der Name "spanische GRippe" suggeriert, daß sie ihren Anfang in Spanien nahm. Dies ist aber keineswegs der Fall. Vielmehr spielen hier politische Intrigen eine Rolle, die scheinbar seit fast 100 Jahren ihre Wirkung nicht verfehlten. Aus historischen Quellen ist verbürgt, daß sie ihren Ursprung 1917 in Tibet hatte. In voller Stärke trat sie jedoch erstmals 1918 in einem amerikanischen Heerlager in Kansas auf und wurde von dort mit den Soldaten nach Europa eingeschleppt. Ihren namen erhielt sie von den Amerikanern, dazwei Jahrzehnte lang ein Streit zwischen USA und Spanien über die Konolisation der Karibik, Hawaii und den Philippinen bestand, der mit dem spanisch-amerikanischen Krieg begann, der 1902 auf den Philippinen endete. Um die Spanier auch wirtschaftlich zu schwächen, setzten die amerikaner damals den Begriff "Spanische Grippe" in die Welt. Es gibt sogar Hinweise...(Fortsetzung folgt)

... und die Erde ist eine Scheibe...

Hallo "tolerant",
die Auswirkungen einer gesunden Lebensweise, angemessenem Sport, Lebensfreude, etc. habe ich an mir selbst mit Anfang zwanzig erlebt...

Eine "echte" Grippe, die als Nebenwirkung eine Herzmuskelentzündung mit sich führte und mir anschließend (immer noch mit Anfang 20) einen Herzschrittmacher bescherte...

Es ist in meinen Augen eine eklatante Verharmlosung der "echten" Grippe, wenn Sie der Auffassung sind, dass eine gesunde Lebensweise ausreichenden Schutz bietet.

Man sollte

wie Sie immer Dinge und Empfehlungen hinterfragen. Ob eine flächendeckende Grippe sinnvoll ist mag evtl sein. Welche Risiken sie bürgt , sollte wir schon hinterfragen. Viele Adjuvantien bzw. Booster in den Impfstoffen , zumal quechsilberhaltige , sind nicht unproblematisch. Ich halte eine Grippe-Impfung für sog Risikopersonen für sinnvoll. Für die Menschen ohne Risiko dürfte der Benefit durch die Grippeimpfung hinterfragt werden dürfen.

Vertrauensverlust

Bei all diesen Horrormeldungen über Impfstoffe, werden die Leute sich bald garnicht mehr impfen lassen.

Ich denke, dass vielen Menschen nur eine negative Meldung dieser Art reicht, um von einer (jetzt nicht wirklich nötigen) Grippeimpfung abzusehen.

Schön, dass die Menschheit mit immer weniger Risiken leben muss, aber wenn das Risiko einer Impfung erstmal mit der Krankheit abgewogen muss...naja ich weiss nicht.

Sorry Sven Stockrahm, aber der Artikel ist (teilweise) Käse!

Auf dem "freien" Apothekermarkt konkurrieren unterschiedliche Hersteller mit ihren Grippeimpfstoffen.
Dabei sind aktuell Preise zwischen 10,- und 20,-€ pro Dosis bei Zehnerabnahme gefordert, Einzeldosen sind noch ganz erheblich teurer.
Dabei ist eingepreist, dass sich die DIESE Mittel nur innerhalb weniger Wochen verkaufen lassen und ein Überschuss entsorgt werden muss.

Verträge zwischen Hersteller und Krankenkasse garantieren dem Hersteller/Vertrieb hohe Umsatzmengen bei einem sehr geringen Risiko für Überproduktion.
Dafür müssen die Kassen dann aber lediglich unter 5,-€ (*) pro Impfdosis bezahlen, sparen also zwischen 50 und über 80%!
Eine win-win-Situation für alle.

(*)Die exakten Zahlen unterliegen (meist) der Geheimhaltung, allerdings sickert da immer mal wieder etwas durch, letztes Jahr soll es bis auf 3,75€ runtergegangen sein.

Sie Sven Stockrahm nennen hier 6,-€ pro Dosis.
Quelle?
Und wie relevant ist ein Preisdurchschnitt in Europa?
Und wie kommt der (oder noch tiefere) zustande?
Evtl. gerade durch diese Exclusiverträge für die GKV(s)?

Ist das schon recherchiert, dass es jetzt den betroffenen Kassen "erheblich" teurer kommt?
Ordentliche Verträge beinhalten ggf. auch Strafzahlungen oder Schadenersatz bei Nichterfüllung, oder preisen das Ausfallrisiko ein.
Und im letzteren Fall uss man über mehrere Jahre kalkulieren..

Bisher ist die Situation für die drei betroffenen Bundesländer zwar ärgerlich, aber keinesfalls bedrohlich oder gefährlich.

Wer leidet

Wie können sie absehen, von dem heutigen Standpunkt aus, dass die heute nicht geimpften risikopatienten (immunschwache, alte Menschen, COPD-erkrankte), welche durch falsche Bedenken gegen angeblich krebserzeugende Impfstoffe (was für ein Schwachsinn!) nicht die erkrankten von morgen sind?! Wenn diese Patienten dann an Grippe erkranken, eine sekundärinfektion durch bspw. Pneumokokken erleiden und daraufhin versterben, können sie dann immer noch sagen, dass ja keiner leidet und die rabattierung von Impfstoffen Sinn macht bzw eine Win-Win-Situation vorherrscht. Was für ein Zynismus!

Re: Wer leidet

Mir liegt bei meiner derzeitigen Beurteilung jeder Zynisus fern, sondern ich versuche lediglich, die aktuelle Lage nicht zu dramatisieren.

Exclusivverträge mit Novartis betreffen HH, SH und BY und damit rund 20% der Bevölkerung.
In allen drei Ländern haben die Krankenkassen inzwischen die Bindung aufgehoben, der Arzt kann jetzt (auch) dort das Mittel seiner Wahl/Verfügbarkeit wählen.

Im letzten Jahr sollen sich rund 15mio Bundesbürger geimpft haben lassen, viele erst im Dezember, andere im Januar
Aktuell sind rund 14mio Impfdosen aus 16 unterschiedlichen Arten freigegeben und warten darauf, verimpft zu werden, weitere Chargen sind geordert.
Von daher rechne ich eben nicht damit, dass jetzt noch ein Impfwilliger leer ausgeht.
Die Verzögerungen der letzten Woche sollten sich schnell aufholen lassen.
Sollte es aber doch anders kommen, gebe ich Ihnen (dann) allerdings völlig recht.

Eine andere Frage ist, wie man ansonsten der Preistreiberei der Pharmaunternehmen begegnen soll.
Die Grossen der Branche haben die Normal-Preise pro (Grippe)Impfdosis seit Mitte des letzten Jahrzehnts mehr als verdoppelt.

Aufhebung der Bindung

Ja, es stimmt, das die Bindung der Ärzte an den rabattpartner Novartis inzwischen aufgehoben wurde...endlich! Nur frage ich mich, wo die von ihnen genannten 14 Mio Impfchargen sind? Derzeit kann man lediglich Fluad bekommen. Was für ein Image dieser Impfstoff bekommen hat (tumorigen) und dass gerade dieser in manchen Chargen eben ausflockungen hat, ist hinlänglich bekannt. Alle anderen konkurrenzimpfstoffe sind, da sie viel knapper kalkuliert wurden, nicht verfügbar. Wie lange es dauert, neue Chargen zu produzieren, hat Stockrahm in seinem Artikel beschrieben.
Die Preise der Impfstoffe richten sich auch nach dem Aufwand der Herstellung und inzwischen können die Krankenkassen ein gewichtiges Wort in der Preisbindung mitreden. Sie haben recht, dass die Preisgestaltung der Pharmafirmen in manchen Fällen teils skandalös ist, aber die Zeiten haben sich deutlich geändert, seitdem es mehr transparenz durch Kontrollinstanzen und frühe nutzenbewertungen (gba) für neue Arzneimittel gibt. Wenn sich über hohe kosten bei Arzneimitteln beschwert wird, sollte man nicht vergessen, dass in d auch die volle Mehrwertsteuer zu Buche schlägt. Ich hoffe, dass bald wieder genug grippeimpfstoffe zu bekommen sind, damit dieses Chaos nicht am Ende den versorgungsauftrag der Krankenkassen torpediert.