NovartisAuch Deutschland stoppt Verkauf von Grippe-Impfstoff

In mehreren europäischen Ländern dürfen Vakzinen des Pharmakonzerns Novartis nicht mehr ausgeliefert werden. Schwere Nebenwirkungen können nicht ausgeschlossen werden. von afp, dpa und reuters

Deutschland hat die Auslieferung von Grippe-Impfstoffen des Schweizer Pharmakonzerns Novartis ebenfalls zum Teil gestoppt. Die Freigabe für vier Chargen des Impfstoffes Begripal und eine Charge des Impfstoffes Fluad werde vorsorglich zurückgenommen, teilte das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit . Novartis habe sich bereit erklärt, die konkreten Chargen unverzüglich zurückzurufen.

Der Schritt diene dem Schutz von Menschen, die sich impfen lassen wollen. "Nach Verabreichung der betroffenen Impfstoffchargen können innerhalb weniger Stunden Unverträglichkeitsreaktionen auftreten", teilte das PEI mit. Mögliche Nebenwirkungen seien vor allem allergische Reaktionen.

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Zuvor hatten bereits Italien , die Schweiz und Österreich einen Auslieferungsstopp für die Grippeimpfstoffe verhängt. Die italienischen Behörden hatten reagiert, nachdem in Spritzen weiße Partikel entdeckt worden waren. Diese Ausflockungen von Proteinen, die zu den normalen Inhaltsstoffen von Vakzinen gehören, können mitunter gefährlich werden. Zwar seien die verklumpten Proteinspuren in Deutschland bislang nicht beobachtet worden, schwere Nebenwirkungen könnten dennoch nicht ausgeschlossen werden, sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek.

Grippe: Die Symptome

Die durch das Influenza-Virus ausgelöste Grippe beginnt meist plötzlich mit Fieber, trockenem Reizhusten, Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Weitere Symptome können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, aber auch Übelkeit/Erbrechen und Durchfall sein. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen.

Bei Weitem nicht alle Influenza-Infizierten erkranken so typisch. In den vergangenen drei Jahrzehnten starben im Schnitt geschätzt zwischen 8.000 und 11.000 Menschen pro Jahr in Deutschland an einer Influenza. Dabei können die Todesfälle von Jahr zu Jahr dramatisch schwanken. Dies hängt mit den unterschiedlichen Erregertypen zusammen. (Quelle: Robert Koch-Institut)

Ansteckung

Eine Ansteckung erfolgt überwiegend durch Tröpfchen, wie sie insbesondere beim Husten oder Niesen entstehen. Sie gelangen über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von gesunden Menschen. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch über Hände und Oberflächen möglich, die durch virushaltige Sekrete verunreinigt sind.

Impfung für Risikogruppen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt die Influenzaimpfung für alle Personen ab 60 Jahre, alle Schwangeren,  Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung (z.B. Personen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, Multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Immundefizienz) sowie für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.

Außerdem sollten Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal) und Personen geimpft werden, die von ihnen betreute Risikopersonen infizieren könnten. Ebenso geimpft werden sollten Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden).

"In der aktuellen Saison haben wir noch keine Nebenwirkungsmeldungen über schwere Unverträglichkeitsreaktionen erhalten", ergänzte Cichutek.Von dem Auslieferungsstopp sind nicht alle in Deutschland freigegebenen Chargen dieser beiden Impfstoffe betroffen. Nur solche Produktionslinien bei denen Ausflockungen während der Produktion des Impfstoffs aufgefallen seien, werden zurückgerufen.

Die auf dem deutschen Markt erhältlichen Impfstoffe Fluad und Begripal werden von Novartis in Italien produziert und auch dort geprüft. Anschließend dürfen die Seren auch auf dem deutschen Markt verkauft werden. Begripal wird in Italien unter dem Namen Agrippal vertrieben.

Die Ausflockungen waren dem Unternehmen bei Prüfungen einer noch nicht freigegebenen Charge aufgefallen. Die grundsätzlichen Inhaltsstoffe der Vakzinen Begripal und Fluad sind seit mehr als zehn Jahren in Deutschland zugelassen . Seit 1999 (Begripal) und 2000 (Fluad) werden die Impfstoffe verwendet. Aufgefallen waren die Vakzinen zuvor nicht.

In keinem der betroffenen Länder traten unter der bereits geimpften Bevölkerung bisher schwere Nebenwirkungen auf. Derzeit seien nur ganz gewöhnliche Reaktionen bekannt, die während jeder Impfsaison zu beobachten sind. So bekommen einige Geimpfte leichte Hautreizungen oder Fieber.

In Deutschland sind derzeit 16 verschiedene Impfstoffe gegen die saisonale Grippe im Winter 2012/13 zugelassen. Insgesamt wurden 14,2 Millionen Chargen freigegeben. Novartis selbst hatte die Unbedenklichkeit seiner Grippeimpfstoffe betont .

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Leserkommentare
    • TDU
    • 25. Oktober 2012 17:21 Uhr

    Diese schnelle Reaktion der Zulassunsstelle ist gut. Obwohl man Ausflockungen sieht und das Zeugs dann halt nicht mehr anwendet. Insulin in Gebrauch muss man auch jedesmal überprüfen. U kalz zu warm ode zu lange Lagerung kan zu Ausflockunge führen. Wenn das ab Werk schon der Fall ist, scheinen die Herstellunsgbedingungen nich eingehalten worden zu sein.

    Nun schnell ermitteln, was die Ursache ist. Es wird kälter.

  1. ... den der eigene Körper produziert.

    Es stellt doch nahezu eine Verweichlichung der heutigen Gesellschaft dar, sich gegen alles mögliche impfen lassen zu wollen.

    Dann ist man eben mal eine Woche krank. Es gibt schlimmeres!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das mag für einen fitten Jungspund und Naturburschen schon recht sein. Aber im Unterschied zur früheren Gesellschaft haben auch ältere Menschen heute den Luxus, nicht bei einer Grippe sterben zu müssen.
    Andererseits mag der ein oder andere auch gerne der Natur das Problem mit der Überbevölkerung lösen lassen.

    • bmovie
    • 25. Oktober 2012 19:14 Uhr

    STOPP Pharmageddon:
    http://www.facebook.com/p...

  2. Das mag für einen fitten Jungspund und Naturburschen schon recht sein. Aber im Unterschied zur früheren Gesellschaft haben auch ältere Menschen heute den Luxus, nicht bei einer Grippe sterben zu müssen.
    Andererseits mag der ein oder andere auch gerne der Natur das Problem mit der Überbevölkerung lösen lassen.

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    • bmovie
    • 25. Oktober 2012 19:26 Uhr

    ist der Bewusstseinswandel 2012 bei Ihnen noch nicht geschehen?
    http://www.facebook.com/p...

    • bmovie
    • 25. Oktober 2012 19:26 Uhr

    ist der Bewusstseinswandel 2012 bei Ihnen noch nicht geschehen?
    http://www.facebook.com/p...

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    • Flari
    • 25. Oktober 2012 19:31 Uhr

    BILDen Sie sich doch bitte woanders weiter!

    • Acrux
    • 26. Oktober 2012 1:12 Uhr

    aus diesem Grund ist auch ein Grippeimpfung fuer Risikogruppen durchaus empfehlenswert (Alte, sehr junge, Gesundheitspersonal). Aber gerade Grippe hat einen Erreger, der sich staendig weiterentwickelt und regelmaessig von Neuem auf den Menschen uebertragen wird, die Idee der Ausrottung der Krankheit durch Impfung also sinnlos ist.

    Unter diesen Umstaenden ist die saisonale Impfung auch von Nichtrisikogruppen gegen sich staendig aendernde Staemme nicht besonders sinnvoll.

    • bmovie
    • 25. Oktober 2012 19:31 Uhr
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    dass eine militante Impf- und Pharmagegnerin erkrankt und stirbt, und das in einem Alter das der Lebenserwartung aus der zeit entspricht als es die Böse moderne Medizin noch nicht gab.

    Wer nie zum arzt geht, medikamente und impfungen ablehnt stirbt also früher?! Da sind wir einer gewaltigen Verschwörung auf der Spur

    • Flari
    • 25. Oktober 2012 19:31 Uhr

    BILDen Sie sich doch bitte woanders weiter!

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    • bmovie
    • 25. Oktober 2012 19:39 Uhr

    Daher die Aufklärung.

    Finden Sie die von Novartis gerade auf den Markt gegebenen Impfstoffe etwa gut?

    Wenn Sie sich damit impfen gelassen haben, dann melden Sie sich doch bitte wieder hier, wenn Sie können.

    • bmovie
    • 25. Oktober 2012 19:39 Uhr

    Daher die Aufklärung.

    Finden Sie die von Novartis gerade auf den Markt gegebenen Impfstoffe etwa gut?

    Wenn Sie sich damit impfen gelassen haben, dann melden Sie sich doch bitte wieder hier, wenn Sie können.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Schlagworte Bevölkerung | Italien | Behörde | Novartis | Saison | Schweiz
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