NovartisSchweiz und Kanada heben Verkaufsstopp für Grippe-Impfstoffe auf

Die Behörden der Schweiz und Kanadas haben Agrippal und Fluad wieder freigegeben. Proben erwiesen sich in Tests als unbedenklich. In Deutschland bleiben Chargen gesperrt. von afp, dpa und reuters

Die Gesundheitsbehörden in der Schweiz und in Kanada haben die zuvor gestoppten Grippeimpfstoffe Agrippal und Fluad des Schweizer Pharmakonzerns Novartis wieder freigegeben. Die Impfstoffe seien sicher und wirksam, teilte die Arzneimittelbehörde Swissmedic mit.

Bei den sichtbaren weißen Partikeln handele es sich laut Swissmedic nicht um externe Verunreinigungen. Es seien vielmehr Verklumpungen von Eiweißbestandteilen des Impfstoffs, die bei der Herstellung entstehen könnten. Bei richtiger Anwendung der Spritzen lösten sich diese jedoch auf.

Anzeige

Novartis hatte dies von Anfang an erklärt . Das Unternehmen zeigte sich "erfreut" über die Entscheidung der Behörden und teilte mit, eng mit ihnen zusammenzuarbeiten, um die Belieferung mit dem Impfstoff gewährleisten zu können.

Grippe: Die Symptome

Die durch das Influenza-Virus ausgelöste Grippe beginnt meist plötzlich mit Fieber, trockenem Reizhusten, Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Weitere Symptome können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, aber auch Übelkeit/Erbrechen und Durchfall sein. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen.

Bei Weitem nicht alle Influenza-Infizierten erkranken so typisch. In den vergangenen drei Jahrzehnten starben im Schnitt geschätzt zwischen 8.000 und 11.000 Menschen pro Jahr in Deutschland an einer Influenza. Dabei können die Todesfälle von Jahr zu Jahr dramatisch schwanken. Dies hängt mit den unterschiedlichen Erregertypen zusammen. (Quelle: Robert Koch-Institut)

Ansteckung

Eine Ansteckung erfolgt überwiegend durch Tröpfchen, wie sie insbesondere beim Husten oder Niesen entstehen. Sie gelangen über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von gesunden Menschen. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch über Hände und Oberflächen möglich, die durch virushaltige Sekrete verunreinigt sind.

Impfung für Risikogruppen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt die Influenzaimpfung für alle Personen ab 60 Jahre, alle Schwangeren,  Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung (z.B. Personen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, Multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Immundefizienz) sowie für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.

Außerdem sollten Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal) und Personen geimpft werden, die von ihnen betreute Risikopersonen infizieren könnten. Ebenso geimpft werden sollten Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden).

Deutschland hält an Verkaufsverbot fest

In Deutschland bleibt es hingegen dabei, dass einige Chargen der Impfstoffe Begripal und Fluad nicht mehr auf den Markt kommen. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut des Bundes hatte vergangene Woche die Auslieferung von mehreren Chargen vorsorglich gestoppt. Dabei handele es sich um ein "endgültiges Instrument", sagte eine Institutssprecherin.

Auch Österreich , Italien , Frankreich und Spanien hatten die Auslieferung teilweise gestoppt. Die Behörden der Schweiz und Kanadas hatten eine Quarantäne über alle betroffenen Impfstoffe verhängt. Begründet wurde dies mit möglichen Nebenwirkungen , nachdem Ausflockungen in Spritzen in Italien festgestellt worden waren. Die in Deutschland vertriebenen Impfstoffe Fluad und Begripal werden von Novartis in Italien produziert.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Ärzte scheinen Impfungen zu scheuen

    Aus dem Focus:

    „Vor allem Ärzte und Krankenschwestern lassen sich oft nicht gegen Influenza impfen“

    „Nur knapp 26 Prozent des medizinischen Personals ließ sich (im Winter 2010/2011) impfen“

    http://www.focus.de/gesun...

  2. Ich finde ein viertel nicht so wenig. Wie viele lassen sich den Bundesweit dagegen impfen?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
  • Schlagworte Italien | Frankreich | Kanada | Schweiz | Spanien | Unternehmen
Service