TransplantationenChina will keine Organe hingerichteter Häftlinge mehr nutzen

Die Regierung in Peking will die Praxis beenden, die Organe von Exekutierten für Transplantationen zu verwenden. Ein Spendensystem soll künftig die Vergabe regeln. von afp und reuters

China will nicht mehr die Organe hingerichteter Häftlinge für Transplantationen verwenden. Innerhalb von zwei Jahren soll diese Praxis aufhören, sagte Gesundheitsminister Huang Jiefu. Das Land führe derzeit ein neues freiwilliges Spendensystem ein.

In den ersten eröffneten Zentren seien in den letzten beiden Jahren bereits 1.000 Organe entnommen worden. Durch die nun geplante Ausweitung des Programms seien die Krankenhäuser auf weniger Organe exekutierter Häftlinge angewiesen, sagte Huang weiter.

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In der Vergangenheit hatten Menschenrechtsgruppen die chinesischen Behörden beschuldigt, hingerichteten Gefangenen ohne ihr Einverständnis oder das ihrer Familien Organe zu entnehmen. Die Regierung in Peking hatte dies stets bestritten.

1,5 Millionen Transplantation jährlich nötig

Der Handel mit Organen ist in China seit 2007 verboten. Seit 2009 wird ein landesweites System für Organspenden aufgebaut, doch übersteigt die Nachfrage noch immer bei weitem das Angebot.

Offiziellen Zahlen zufolge brauchen 1,5 Millionen Patienten jedes Jahr eine Transplantation, doch werden nur 10.000 Transplantationen ausgeführt. Viele Chinesen glauben an eine Reinkarnation nach dem Tod und wollen daher vollständig bestattet werden.
 

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Leserkommentare
  1. ... ist es nicht so, dass ein Mörder der mit der Todesstrafe bestraft wurde, nicht seine Schuld durch das Retten vieler Leben sühnen kann? Wenn die Organe gut sind, und dadurch viele (unschuldige) Menschen gerettet werden können - wieso sollte man anstattdessen den Körper wegschmeißen? Ein Leben zerstört, viele gegeben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und bei greingern Verbrechen werden sie zum spenden ihrer z.B. ihrer Augen verurteilt. Vielleicht sollte man den Denkanstz auch in der Sharia Rechtssprechung einbauen?

    (Ironie aus)

    vor allem, wenn man bedenkt, welch abgrundtief böse Verbrechen man in China begehen muss, um hingerichtet zu werden.

    Auch das war ironisch gemeint.

    "wieso sollte man anstattdessen den Körper wegschmeißen?"

    In keiner mir bekannten Kultur wird der tote menschliche Körper weggeschmissen.

    Aus dem Artikel:
    "Viele Chinesen glauben an eine Reinkarnation nach dem Tod und wollen daher vollständig bestattet werden."

    dass man in China nicht nur wegen Mordes zum Tode verurteilt werden kann?

    Wiki sagt hierzu: Todesstrafen sind für mindestens 68 verschiedene Delikte vorgesehen, darunter Mord, schwerer Raubüberfall, Vergewaltigung, Bestechung, Geld- und Scheckfälschung, Steuerhinterziehung, verschiedene Diebstahlsdelikte, Zuhälterei, absichtliches Verbreiten Krankheiten verursachender Keime, Plünderung archäologischer Ruinen und Gräber, Töten besonders geschützter Tiere wie des Pandas .

    Mittelbare Quellen: http://www.heise.de/tp/ar... , http://diepresse.com/home... .

    Oder möchten Sie einfach nur die Todesstrafe resozialisieren?

    Organempfänger? - Aber Ihren, für mich bestialischen Gedanken weitergedacht: Jeder menschliche Leichnam dürfte nicht mehr bestattet, sondern müßte Aasfressern zur Verfügung stehen; immerhin leben die dadurch weiter. -

  2. 2. klar..

    und bei greingern Verbrechen werden sie zum spenden ihrer z.B. ihrer Augen verurteilt. Vielleicht sollte man den Denkanstz auch in der Sharia Rechtssprechung einbauen?

    (Ironie aus)

  3. Das ist ein guter Schritt für China.

    Aber ich habe eine grundsätzliche Frage! Wenn in China Organe hingerichteter Häftlinge entnommen werden, sind die dann nicht komplett Tot? Hier in Deutschland dürfen die Spender nur ein wenig Tot sein, Hirntot, der Körper muss noch leben. Was ist der Unterschied zwischen Chinesischen Organen und Deutschen?

    Hallo Redaktion

    Habt ihr eine Autokorrektur eingerichtet? Danke vielmals. Das ist klasse!

  4. vor allem, wenn man bedenkt, welch abgrundtief böse Verbrechen man in China begehen muss, um hingerichtet zu werden.

    Auch das war ironisch gemeint.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nach meinem Informationsstand ist es in China bei Hinrichtungen so, dass der Todeskandidat, vor seiner Beförderung ins Jenseits per Genickschuss, intubiert wird, damit die im wahrsten Sinne wertvollen Organe ja nicht geschädigt werden. Es werden ihm also im Angesicht seines eigenen, kurz bevorstehenden Todes Schläuche in die Luftröhre
    eingeführt, damit sein Körper nach vollzogener Exekution sofort künstlich beatmet werden kann. Für dieses Vorgehen gibt es zwei Bezeichnungen: a) totaler kommerzieller Pragmatismus, b) finaler Zynismus.

  5. 5. Sorry

    "wieso sollte man anstattdessen den Körper wegschmeißen?"

    In keiner mir bekannten Kultur wird der tote menschliche Körper weggeschmissen.

    Aus dem Artikel:
    "Viele Chinesen glauben an eine Reinkarnation nach dem Tod und wollen daher vollständig bestattet werden."

  6. Hoffentlich bleibt nach dieser Verknappung die kurzfristige und bedarfsgerechte Versorgung bedürftiger Leistungsträger gegen viel Geld gesichert.
    Leistung muß sich doch auch weiterhin lohnen.

  7. dass man in China nicht nur wegen Mordes zum Tode verurteilt werden kann?

    Wiki sagt hierzu: Todesstrafen sind für mindestens 68 verschiedene Delikte vorgesehen, darunter Mord, schwerer Raubüberfall, Vergewaltigung, Bestechung, Geld- und Scheckfälschung, Steuerhinterziehung, verschiedene Diebstahlsdelikte, Zuhälterei, absichtliches Verbreiten Krankheiten verursachender Keime, Plünderung archäologischer Ruinen und Gräber, Töten besonders geschützter Tiere wie des Pandas .

    Mittelbare Quellen: http://www.heise.de/tp/ar... , http://diepresse.com/home... .

    Oder möchten Sie einfach nur die Todesstrafe resozialisieren?

    • FranL.
    • 22. November 2012 19:19 Uhr

    die Todesstrafe ganz abschaffen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, zz
  • Schlagworte Behörde | Familie | Gesundheitsminister | Handel | Krankenhaus | Organspende
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