Bremer MakakenMitleid mit den Tieren löst das Dilemma nicht

Die Affenversuche in Bremen dürfen weitergehen. Sich einfach darüber zu empören, ist zu kurz gedacht. Entweder leiden Tiere oder der Mensch. von 

Macaca mulatta Rhesusaffe

Ein Rhesusaffen-Junges (Macaca mulatta) in einem Zoo in China  |  © Jianan Yu/Reuters

Seit fünfzehn Jahren leisten sich die Gesundheitsbehörde und der Hirnforscher Andreas Kreiter in Bremen einen erbitterten Streit. "Wie sehr dürfen Tiere für die Forschung leiden?" lautet die Grundsatzfrage, mit der die beiden Parteien bis vor das Oberverwaltungsgericht zogen. Denn Kreiter betreibt an der Universität Bremen Grundlagenforschung an Makakenäffchen. Das durfte er, bis die Gesundheitsbehörde sich 2008 weigerte, die Versuche weiter zu genehmigen. 

Die Affen leiden unter den Versuchen – das ist nicht gut und muss aufhören. So schlicht war die Argumentation der Behörde. Unrecht hat sie nicht. Artgerechte Haltung sähe anders aus als das, was die Laboraffen erleben. Während der Experimente sitzen sie eingezwängt in einer Box aus Plexiglas und müssen an einem Bildschirm Aufgaben lösen. In ihrem Schädel steckt dabei eine Metallröhre, die misst, was sich im Gehirn abspielt. Die Frage ist aber: Stehen die Strapazen der Tiere im Verhältnis zum Nutzen der Forschung, die Kreiter und seine Mitarbeiter betreiben?

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Laut dem deutschen Tierschutzgesetz müssen die Leiden der Tiere "im Hinblick auf den Versuchszweck ethisch vertretbar" sein. Übersetzt heißt das: Je bedeutsamer der Zweck, umso heiliger die Mittel. Kreiter zufolge geht diese Kosten-Nutzen-Rechnung auf: "Ich erforsche, wie das Gehirn funktioniert – natürlich ist das wichtig", sagt er. Den Affen gehe es nicht schlecht, Schmerzen hätten sie jedenfalls keine. Auch das Gericht in Bremen beurteilte in seinem gestrigen Urteil die Belastung für die Tiere als "mäßig" und Kreiters Forschung als "außerordentlich" wichtig und "international" anerkannt.

Grundlagenforschung ist wichtig

Den Bremer Tierschützer Wolfgang Apel überzeugt das nicht. "Die Affen haben vielleicht keine Schmerzen, aber sie bekommen tagelang kein Wasser, damit sie an Kreiters Experimenten mitmachen", sagt der Ehrenpräsident des Bremer Tierschutzvereins . Zudem habe Kreiters Forschung in den vergangenen 15 Jahren nicht zu einer einzigen medizinischen Anwendung geführt. "So wichtig kann seine Forschung also nicht sein", schlussfolgert Apel.

Er spielt damit auf den ewigen wunden Punkt der Grundlagenforschung an: Anders als bei der Anwendungsforschung ist vorher nie absehbar, ob sie einen Nutzen für die Menschen haben wird. Bis zu einem sichtbaren Erfolg können Jahre oder Jahrzehnte vergehen. Im schlimmsten Fall entsteht nichts aus dem Forschungsansatz.

Es ist deshalb leicht zu sagen, dass die Versuche an den Affen aufhören sollen. Wer diese Meinung vertritt, wird viele Mitstreiter finden. Aber das ist zu kurz gedacht. Grundlagenforschung ist Basis für jede weitere Forschung. Ohne sie gäbe es heute keine Medikamente gegen Herzleiden, gegen Tuberkulose oder Durchfall – geschweige denn gegen Krebs oder Aids. Bisher gibt es nur wenig Alternativen zu Tierversuchen: Zellkulturen im Reagenzglas eignen sich zwar für die Tests von Hautcremes oder Kosmetika. Auch Medikamententests an gezüchteten Organen und Zellen können Tierversuche zum Teil ersetzen . Aber komplexere Vorgänge im menschlichen Körper, vor allem im Gehirn, können Wissenschaftler nur verstehen, wenn sie lebendige Individuen erforschen. Das gilt auch für die Bremer Forschung. Ohne Affen wäre sie nicht machbar. Es sei denn, Menschen würden sich freiwillig melden. Und genau das ist der Knackpunkt.

Chronik der Bremer Affenversuche: 1996/1997

März 1996: Andreas Kreiter vom Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung erhält einen Ruf an die Universität Bremen. In Frankfurt hat der Neurobiologe mit Makaken (Macaca) gearbeitet. Diese Versuche will er in Bremen fortsetzen – was er auch offen sagt. Bedenken werden nicht laut.
April 1997: Die Bremer Gruppe des Bundesverbands der Tierversuchsgegner klebt noch vor Kreiters Berufung ein Großplakat in der Bremer Innenstadt – mit Kreiters privater Adresse und Telefonnummer. Anonyme Morddrohungen sind die Folge. Familie Kreiter steht erstmals unter Polizeischutz.
Mai 1997: Der Bremer Tierschutzverein organisiert einen Bürgerantrag. Zwei weitere folgen. Insgesamt unterschreiben etwa 100.000 Bremer die Anträge gegen die Affenversuche.
August 1997: Die Aktion Tierbefreiung Bremen schreibt vor Kreiters Ankunft: "Was Sie den Affen antun, tun wir Ihnen an." Besonders freue man sich auf Kreiters kleinen Sohn Lukas: "Er passt in seinem Alter wunderbar in einen kleinen Affenstuhl."
November 1997: Trotz der Kampagnen wechselt Kreiter an die Weser.

1998-2008

1998: Die Bremer Gesundheitsbehörde genehmigt seine Versuche.
2001 und 2005: Andreas Kreiter stellt neue Anträge für seine Experimente, die Gesundheitsbehörde erteilt die Genehmigungen.
November 2005: Bündnis 90/Die Grünen stellen in der Bürgerschaft den parlamentarischen Antrag "Aus der Affenforschung aussteigen". Bremens Zukunft als Wissenschaftsstadt liege "in der Profilierung als tierversuchsfreier Standort".
März 2007: Vor der Bürgerschaftswahl stimmt eine Allparteienkoalition für einen Ausstieg aus den Affenversuchen.
November 2008: Kreiters vierter Fortsetzungsantrag für die Experimente wird von der Gesundheitsbehörde abgelehnt. Der Neurobiologe legt Widerspruch ein.
Dezember 2008: Die fünfte Kammer des Verwaltungsgerichts Bremen erlaubt die vorläufige Fortsetzung der Tierversuche.

2009-2012

August 2009: Im Widerspruchsverfahren bleibt die Gesundheitsbehörde bei ihrer Ablehnung des Versuchsantrags. Kreiter klagt nun gemeinsam mit der Universität vor dem Verwaltungsgericht. Währenddessen können die Versuche weitergehen – vorerst bis zur ersten Hauptverhandlung. Dann soll entschieden werden, ob sie auch während des Hauptsacheverfahrens fortgesetzt werden dürfen.
Oktober 2009: Zwischenentscheid im Eilverfahren: Die fünfte Kammer des Verwaltungsgerichts weist die Stadt Bremen an, die Versuche weiter zu gestatten.
22. April 2010: Nicht öffentlicher Erörterungstermin im Gerichtsverfahren, das über die Zukunft der Experimente entscheiden soll. Inzwischen können Kreiter und seine Kollegen mehr als 30 Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften vorweisen – vor allem zu Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Reiz- und Informationsverarbeitung.
Mai 2010: Das Verwaltungsgericht verweist den Fall zurück an die Richter in Bremen.
Dezember 2012: Das Bremer Gericht entscheidet, dass die Versuche zulässig sind.

Am Ende ist uns das eigene Leben eben doch mehr wert als das tierische. Da hilft auch kein Gejammer. Entsprechend scheinheilig wird die Debatte geführt. Solange unsere Gesellschaft grundsätzlich in Kauf nimmt, dass Tiere für Menschen leiden und sterben müssen, wird es auch Tierversuche geben. Wenn wir das wirklich nicht wollten, müssten wir konsequent sein: Keine Tierversuche, kein Fleischkonsum, keine tierischen Produkte aus Massenfarmen. Aber ist das realistisch? Und sind wir bereit, den Preis für den Seelenfrieden mit den Tieren zu zahlen? Spätestens, wenn es um Menschenleben geht – etwa den Verzicht auf die bloße Chance, eine rettende Therapie zu finden – hört es mit der Harmonie auf.

Mit ihren Kulleraugen, der kleinen Nase und ihren süßen nackten Segelohren setzen uns die Makaken allerdings einen Spiegel vor. Sie ähneln uns. Die Bilder, wie sie eingezwängt mit Loch im Schädel in Käfigen sitzen, erinnern uns schmerzlich daran, dass auch Menschen töten, um zu leben. Ihre Niedlichkeit macht unser Leid für uns greifbar. Auch deshalb hat sich die Debatte in Bremen mittlerweile zu einem emotionalen Kampf hochgeschaukelt.  

Doch wer die Affenversuche ablehnt, müsste auch gegen Experimente an Mäusen und Ratten sein. Millionen von ihnen halten jährlich in Deutschland für weitaus quälendere Versuche her als die Bremer Makaken. An ihnen werden Medikamente getestet, deren Verträglichkeit noch nicht bekannt ist. Viele sterben an Gebrechen, die Forscher ihnen eigens für diese Versuche zugefügt haben. Das klingt brutal, ist aber für die Entwicklung neuer Therapien häufig notwendig. Und steht im Einklang mit geltendem Recht. Eine Klage zum Verbot aller Tierversuche wäre derzeit aussichtslos.

Tierschützern wie Apel wünschen sich ein solches Verbot. Doch damit wäre die Forschung an neuen Heilungswegen extrem eingeschränkt. Für Menschen, die an Alzheimer , Multipler Sklerose oder anderen unheilbaren Krankheiten leiden, wäre so ein Verbot eine Hiobsbotschaft.

Auch die Rinder, Schweine und Hühner, die täglich für alle Nicht-Veganer unter uns geschlachtet oder zur Produktion von Milch und Eiern gequält werden , könnten ein anderes Leben haben. Doch das würde voraussetzen, dass der Mensch bereit wäre, auch für Tiere zu leiden. Am Ende führt das zu einer philosophischen Grundsatzfrage: Sind Tiere Mitglieder unserer moralischen Gemeinschaft? 

Diese Frage bejahte der englische Philosoph Jeremy Bentham bereits vor etwa 200 Jahren. Er prophezeite, dass die Zeit kommen werde, "da die Menschheit alles, was atmet, unter ihren Schirm und Schild nehmen wird". Das ist eine traumhafte Vorstellung. Vielleicht gelingt es eines Tages, mit neuen Methoden, Tierversuche ganz zu ersetzen. Doch noch sind wir auf Tierversuche angewiesen. Und das ist eine Tatsache, die sich mit Mitleid und Protest nicht verdrängen lässt.

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Leserkommentare
  1. mir die Berichte in den letzten Tagen in vielen Medien ein die darüber berichtet haben das immer noch Gänse gestpopft werden für die leber und lebendig gerupft für den besseren Geschmack oder die Hunde in China die Wochen vor ihrer Schlachtung immer mit Latten geprügelt werden damit das Fleisch schön zart bleibt.

    Die Autorin hat recht damit dazu aufzurufen auf Tierprodukte grundsätzlich zu verzichten, sowohl in der Nahrungskette bei der Bekleidung und in Zoos, Zirkus und heimischen Kinderzimmern.

    Das wird wohl immer ein kleiner Teil der Bevölkerung sein der dort mitmacht doch der hat auch das Recht zu verurteilen das zum einen in Bremen Affen gequält werden und zum anderen eine Justiz so einen Fall in einem Bundesland (leider, ist wohl noch überflüssig mit NS zu fusionieren) alleine löst. Hier sollten Bundesgesetzte her die auch im nächsten Bundestagswahlkampf von allen Parteien vorab inhaltlich dem Wähler als Anregung mitgeteilt würden.

    Ein einzelnes Bundesland sollte das nicht beurteilen dürfen.

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    "Tolerant" hat ein absolut reines Gewissen. Für alle Leser wäre es aber besser gewesen, wenn Sie sich neben dem Tierschutz, auch hin und wieder mit dem Setzen von Satzzeichen beschäftigt hätten.

    Im Übrigen beruht der gesamte Fortschritt der menschlichen Zivilisation auf der
    - Domestizierung,
    - dem technischen Fortschritt,
    - und der Aufklärung.

    Wobei ohne unsere Nutztiere alle nachfolgenden Entwicklungen nur sehr schwer möglich gewesen wären.

  2. ..hat er meiner Meinung nach zwei üble Schwachstellen: Frau Klöckner stellt das Problem so dar, als gäbe es zwei Auswege: Der Mensch leidet oder das Tier leidet. Eine Alternative lässt sie aber außer acht, bzw. stellt sie als völlig realitätsfern dar - nämlich moderne, tierversuchsfreie Forschung. Und da gibt es schon längst nicht mehr nur die Zellkulturen, sondern hochspezialisierte und physiologisch korrekte Computersimulationen. Auch in andere Richtungen wird geforscht - im dunklen Kämmerlein im Untergeschoss eines Unigebäudes, denn hier wird einfach zu wenig investiert! Es ist ein trauriger Vergleich, die Tierversuchs-Subventionen vs. Gelder für Tierversuchsfreie Alternativen.
    Hätte der Staat das Geld in den letzten Jahren zumindest gleich verteilt, könnten die Tierforscher ihr Argument bezüglich chancenloser MS-Patienten nicht mehr so emotional verkaufen, da hätten ihre Kollegen im tierversuchsfreien Labor nebenan nämlich schon die ersten Wirkstoffe entdeckt.
    Und wie idealistisch der Abschnitt über die Konsequenzen, die sich aus der Ablehnung von Tiversuchen für den Menschen ergeben, ist. Der Mensch muss also erst einmal alle anderen leidenden Tiere aus den Ställen befreien bevor er sich um die aus den Laboren kümmern darf? Leider werden nie alle Menschen verstehen, was es für die Tiere bedeutet wenn täglich Hackfleisch für 1,99 in der Pfanne liegen. Ich werde trotzdem zumindest versuchen jedes Tier auf dem Weg zu retten, denn jeder sollte sein Bestes tun.

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    Und das macht der Typ. Ich finde es auch irgendwie bekloppt das die Tierschützer meinen besser zu wissen wie man forscht als die Forscher.

    Das können Sie nur sagen weil ihnen die Forschung weniger wichtig ist als den Forschern

    Wieso sollten Tierversuche mehr Geld erhalten als gleichwertige Alternativen, die ethisch vertretbar sind und deswegen bei potenziellen Geldgebern viel besser verkauft werden könnten? Weil es gleichwertige Alternativen eben nicht gibt.

    Erstens sind halbwegs brauchbare Computersimulationen ziemlich aufwändig; höchstwahrscheinlich ist eine ausreichend genaue Simulation schlicht und ergreifend unmöglich zu verwirklichen. (Meine Einschätzung als Informatiker.) Der Körper ist definitiv viel zu komplex, um ihn für alle Zwecke (z.B. Medikamententests) hinreichend genau zu simulieren. Und zweitens ist die Grundlagenforschung noch lange nicht so weit, dass wir den Körper gut genug verstehen, um überhaupt sinnvolle Modelle für eine Simulation erstellen zu können, genau deswegen gibt es ja die Affenversuche!

    Es ist scheinheilig, mit emotionsgeladenen Argumenten gegen Tierversuche zu wettern, ohne tatsächliche Alternativen anbieten zu können. (Und damit meine ich nicht vage Vorstellungen von Alternativen, sondern solche, die tatsächlich und nachweisbar brauchbar sind.)

    ich hätte nicht gedacht, daß Simulationen von solch komplexer Physiologie schon möglich sind.

    Haben Sie vielleicht einen Link zum Thema parat, daß man sich da mal einlesen kann?

    dass man auch nur ein Bakterium physiologisch korrekt simulieren kann, von Säugergehirnen ganz zu schweigen.

    Ich war die letzten 4 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Systembiologischen Arbeitsgruppe. Dort ist man froh, wenn man einen Teil des Stoffwechsels unter bestimmten Bedingungen (Fließgleichgewichte) im Modell simulieren kann, oder die Transkription von einfach regulierten Genen. Diese Modelle wurde für Escherichia coli aufgestellt, über keinen anderen Organismus weiß man auch nur annähernd so viel.

    Bis Computersimulationen Tierversuche ersetzen werden, egal ob in der pharmazeutischen Forschung oder der Grundlagenforschung (letzteres dürfte vermutlich eh niemals möglich sein), wird noch viel Zeit vergehen.

    sondern um hochqualitative Forschung JENSEITS von ... den 21 Leserempfehlungen für diesen Kommentar schließe ich mich an.

    Inwieweit dürfen Tiere für Forschungszwecke leiden?

    ANTWORT: GAR NICHT !

    liebe juttaklein! wenn, wie sie schreiben, "physiologisch korrekte" computersimulationen bereits moeglich sind, dann frage ich mich ernsthaft, weshalb die EU gerade eine milliarde euro (!) in ein forschungsprojekt steckt, dessen ziel es ist, das menschliche gehirn zu simulieren (http://goo.gl/6YB2u).

  3. Wer hat eigentlich mal Mitleid mit den Tieren* die von Tieren* getötet werden? Das sieht ziemlich grausam aus wenn so ein Löwe einem Zebra die Kehle durchbeißt. Dagegen ist die Stallschlachtung wellness.

    Soll der Mensch etwa weniger Rechte haben als ein Löwe, nur weil er entwickelter ist?

    *gemeint sind Viecher, also exclusive Mensch

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    • nr-3
    • 12. Dezember 2012 19:50 Uhr

    der Löwe jagt um zu überleben und sorgt für Selektion ...
    sie könnten ja mal mit einem Löwen in den Käfig steigen

    Ich finde Tierversuche unnötig! Mit welchem Recht darf man über Leid und Leben anderer Lebewesen entscheiden??
    Warum werden die Testreihen der Pharmaindustrie nicht entsprechend vergütet, von den Milliardengewinnen kann man doch auch etwas zurück gegeben werden und Freiwillige finden sich dann auch.

    Wie die Autorin bereits geschrieben hat, besitzt die Notwendigkeit des eigenen Überlebens immer Vorrang.

    Durch dieses Argument allein lassen sich Tierversuche sicher nicht rechtfertigen, dafür ist der Sachverhalt zu komplex (der Kommentar von JuttaKlein gibt da aber einen wertvollen Denkanstoß). Dringlichkeit und Alternativen sollten als Entscheidungskriterien ernst genommen werden.

    Im Unterschied zum Löwen, dem wenige Alternativen zur Wahl stehen, als bspw. ein Zebra zu reißen, haben viele Menschen die Möglichkeit, sich für Alternativen zu entscheiden. Das gilt umso mehr, wenn Menschen Privilegien wie Wohlstand oder Bildung genießen.
    Leider setzt das nicht nur Empathievermögen, sondern auch Interesse voraus, sich kritisch mit den eigenen, manchmal verkürzten Sichtweisen auseinanderzusetzen.

    Die Jagd ist Teil der natürlichen Lebensweise eines Carnivoren. Die industrielle Massentötung von Tieren ist KEIN Teil der natürlichen Lebensweise eines Menschen.
    Aber seien Sie nicht traurig: Mit Ihrer respektlosen Haltung gegenüber Lebewesen sind Sie nicht alleine.

  4. Und das macht der Typ. Ich finde es auch irgendwie bekloppt das die Tierschützer meinen besser zu wissen wie man forscht als die Forscher.

    Das können Sie nur sagen weil ihnen die Forschung weniger wichtig ist als den Forschern

    2 Leserempfehlungen
  5. Denn die Affen sind niedlich. Und damit wird die Debatte emotional.

    Fakt ist: Tierversuche sind nötig. Ohne sie gibt es keinen medizinsichen Fortschritt, denn alle neuen Medikamente müssten an Menschen getestet werden. Was auch nicht geht.

    Am Ende steht halt die Frage: Die niedlichen Affen oder nicht niedliche leidende Menschen!?

    Es ist leider ziemlich blauäugig "einfach" ein Verbot von Tierversuchen zu fordern.

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    • gooder
    • 12. Dezember 2012 19:38 Uhr

    Aus rein wissenschaftlichen und medizinischen Gründen dürfte es keine Tierversuche geben,
    denn Tierversuche sind nicht auf den Menschen übertragbar!
    Das meine nicht nur ich, das meint auch die ein oder andere Staatsanwaltschaft.
    http://www.peta.de/web/unnoetige.1460.html

    • 可为
    • 13. Dezember 2012 0:38 Uhr

    wären es irgendwelche hässlichen "Viecher" sähe die öffentliche Meinung dazu ganz anders aus. Typische Doppelmoral, wie immer: Mausefallen aufstellen, Rattenköder legen, den Marder auf der Strasse möglichst platt fahren, kiloweise Fleisch fressen, Käfigeier, Lederschuhe - und dann ohhhh wie kann man nur so herzlos sein ein niedliches Hündchen an der Raststätte auszusetzen, bzw. mit einem kleinen putzigen Affen zu forschen...

    • ramzes
    • 17. Dezember 2012 20:57 Uhr

    Die Notwendigkeit einer Sache gibt uns noch keine Aufschluss darüber, ob wir wirklich so handeln sollten. Sie setzen hier implizit schon das voraus, was in Frage gestellt werden soll:

    Dürfen wir andere Tiere leiden lassen, damit es uns vielleicht besser geht?
    Das bedeutet zu fragen: Sprechen wir anderen Tieren moralischen Wert zu oder nicht? Und wenn wir das nicht tun, dann müssen wir dafür erst einmal triftige Gründe parat haben. (Gründe müssen wir dann liefern, wenn jemand nachfragt - und das ist in diesem Fall gegeben)

    Wir können sagen (wobei das ja auch noch fraglich ist): Um medizinischen Fortschritt zu erlangen, brauchen wir Tierversuche. Hier handelt es sich um eine Wenn-Dann-Beziehung - Sie springen hier absichtlich zu weit, um der Frage aus dem Weg zu gehen.

    • gooder
    • 12. Dezember 2012 19:38 Uhr

    Aus rein wissenschaftlichen und medizinischen Gründen dürfte es keine Tierversuche geben,
    denn Tierversuche sind nicht auf den Menschen übertragbar!
    Das meine nicht nur ich, das meint auch die ein oder andere Staatsanwaltschaft.
    http://www.peta.de/web/unnoetige.1460.html

    Antwort auf "Schwieriges Thema"
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    Tierversuche sind nicht immer übertragbar, das stimmt, aber eben doch ziemlich weit. Und Peta ist da leider eine alles andere als seriöse Quelle.

    Man muss das Original erforschen, um im PC ein Modell erstellen zu können (eine Tatsache, die auch für Beitrag 2 zu hoch gewesen ist). Ja, es ist nicht schön, dass es Tierversuche braucht, da gebe ich den Tierschützern uneingeschränkt recht. Dieselben einfach abzuschaffen, ist jedoch kreuzdämlich. Wir alle möchte geheilt werden - Tiere übrigens auch, die sterben genauso ungern an Krebs wie wir. Und dafür muss man nunmal forschen. Verlangt werden kann und soll, Tierversuche auf ein Minimum zu beschränken und so artgerechtr wie möglich zu gestalten.

    Die Tierversuche in Bremen sind nicht besonders tragisch. Die Tiere erleiden keinen Schmerz, sie werden lediglich fixiert und durstig gemacht. An Fixierung gewöhnt man sich schnell, das ist nicht beängstigend und die Tiere wissen bald, dass es nicht lang dauert. Der Durst macht keine Freude, klar, aber auch landwirtschaftliche Zugtiere haben Durst, oder Reitpferde, das ist zu verschmerzen.

    Alles in allem ist die Aufregung hier deplatziert und es handelt sich um schlichte Propagande der Peta, weil man mit Makakenbildern eben mehr hermacht als mit Bildern von krebszerfressenen Ratten (viel häufiger und grausiger, aber leider auch notwendig).

    Im Jahr 2007 kam heraus, dass PETA Tiere, die unter Obhut der Organisation standen, getötet hat. In ihrer Steuererklärung von 2002 wurde von PETA ein 9.370 US-Dollar teurer, betretbarer Tiefkühler abgeschrieben, wie er normalerweise zur Lagerung von Fleisch oder Eis dient. Aber die Tierschutz-Aktivisten leben vegan, essen also kein Fleisch und keine Milchprodukte. In einer Gerichtsverhandlung von 2007 gestand ein PETA-Betriebsleiter, dass die Gruppierung den Tiefkühler verwendet, um getötete Tiere aufzubewahren. Als Associated Press dies 2000 zum ersten Mal thematisierte, beschwerte sich Ingrid Newkirk, dass es mehr koste, sich um die Tiere zu kümmern, als sie umzubringen. "Wir könnten jederzeit ein no-kill Obdach werden," gab sie zu. Ein anderes Tierheim im gleichen Bundesstaat fand für 86% der obdachlosen Tiere ein neues Zuhause.
    In ihrem Hauptquartier in Norfolk, Virginia wurden insgesamt über 14.400 Hunde und Katzen getötet. Allein im Jahr 2005 brachte PETA über 90% der Tiere um, deren sie sich angenommen hatte. Im März 2010 wurde bekannt, dass PETA im Jahre 2009 ganze 97% der Tiere in eigenen Tierheim in Virgina einschläfern lies.
    http://psiram.com/ge/index.php/PETA

    • AntonSe
    • 13. Dezember 2012 23:51 Uhr

    Ich arbeite gerade daran das Immunsystem von Mäusen besser zu verstehen, dafür werde viele Mäuse mit Proteinen geimpft, die Mäuse zucken dabei zusammen und haben gewiss große Schmerzen bei der Impfung. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
    Ihre Aussage zeugt einfach von totaler Unkenntnis von Tierversuchen! Erforschung der Immunsystems ist anders nicht möglich.

  6. Da Affenkörper und Menschenkörper sehr unterschiedlich sind, sind die _Erkeenntnisse wohl kaum übertragbar. Das aus Tierversuchen brauchbare Erkenntnisse gewonnen worden wären ist mir neu. Nehmen wir ein anderes Beispiel: Niemand fände es toll, wenn ich ihm seinen Labrador wegnehme, ihm eine Stange in dien Kopf stecke, ihn in einen Käfig packe und Aufgabeen lösen lasse. Was ist jetzt der Unterschied zwischen diesem Labrador und irgend einem Affen?
    Übrigens ist die Sklaverei ähnlich gerechtfertigt worden. Der weiße Massa hat die Schwarzen natürlich zu ihrem und seinem Nutzen gebraucht und allen waren superglücklich.

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    Erst einmal finde ich es erstaunlich, wie viele hirnforscher und neurobiologen bei zeitonline einen solchen artikel qualifiziert zu kommentieren wissen. ploetzlich weiss jeder, wie man richtig forscht, woraus man wie erkenntnisse gewinnen kann und was angeblichen ueberhaupt nichts bringt. wirklich erstaunlich. die ergebnisse von tierversuchen sind natuerlich auf menschen uebertragbar. nur muss man das differenziert betrachten. letalitaetsraten werden mithilfe von maeusen festgestellt, weil man die erfahrung gemacht, dass diese beim menschen erstaunlich nah sind (wie man das wohl rausgefunden hat). das menschliche hirn ist wiederum eher mit dem von affen vergleichbar. zu sagen, dass tierversuche nie zu erkenntnissen gefuehrt haben, ist laecherliche groteske behauptung, die einfach bloss falsch ist. ich moechte nicht wissen, auf welchem stand die medizin ohne tierversuche waer. ab und zu liest man in den medien von faellen, in den in studien menschlichen propanden in lebensgefahr schweben, weil die medikamente nicht ausreichend vorher getestet wurden. ich frage mich, wer dann ueberhaupt noch bereit waere, medis zu testen, wenn man der erste organismus ist, der sie schluckt. koennen sie ja machen, ich sicherlich nicht.
    und nun zu ihrem vergleich. es geht dem (grundlagen-)forscher nicht um profit oder macht, es geht ums forschen. die unterschiedlichen motive dahinter sollten sie nicht unterschlagen, andererseits erkennt man dann natuerlich, wie sinnfrei dieser vergleich ist.

    Nur weil nicht jede Erkenntnis 1-zu-1 vom Tier auf den Menschen übertragbar ist, macht das Tierversuche noch lange nicht überflüssig.

    Und die Behauptung, dass es für Tierversuche grundsätzlich keine wissenschaftliche Rechtfertigung gäbe, ist Quatsch! Woran soll denn ein MRT oder ein Kontrastmittel getestet werden? An einem Menschen? Wohl kaum!

  7. "Tolerant" hat ein absolut reines Gewissen. Für alle Leser wäre es aber besser gewesen, wenn Sie sich neben dem Tierschutz, auch hin und wieder mit dem Setzen von Satzzeichen beschäftigt hätten.

    Im Übrigen beruht der gesamte Fortschritt der menschlichen Zivilisation auf der
    - Domestizierung,
    - dem technischen Fortschritt,
    - und der Aufklärung.

    Wobei ohne unsere Nutztiere alle nachfolgenden Entwicklungen nur sehr schwer möglich gewesen wären.

    Antwort auf "dazu fallen"
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    immer diese Rechtschreib-Besserwisser. Suchen Sie dieses Wort ruhig im Duden. Sie werden es nicht finden.

    "Wobei ohne unsere Nutztiere alle nachfolgenden Entwicklungen nur sehr schwer möglich gewesen wären."

    Dann sind wir unseren Nutztieren auch etwas schuldig. Eine Frage der Gerechtigkeit.

    Stattdessen heimsen die Forscher alle Lorbeeren ein. Was bekommt das Versuchstier?

    Hat es den Versuch überlebt, lautet die Devise:
    "Verbraucht, vergast, vergessen". Gilt übrigens auch für "überzählige" Versuchstiere (Manfred Karremann, "Wie wir jeden Tag Tiere schützen können")

    Und von den landwirtschaftlichen Nutztieren will ich gar nicht erst reden, das ist ja inzwischen einschlägig bekannt, wie die ausgenützt werden.

    Quälerei und Ausbeutung wehrloser Tiere (und selbst die wehrhaftesten Raubtiere sind gegenüber den Ansprüchen und Waffen des Menschen wehrlos!) beruhen wird, darf heftigst bezweifelt werden. So müssen viele durch Tierquälerei erzeugte Krankheiten (nichts anderes sind "Zivilisations"krankheiten durch den Verzehr von tierischen Produkten und durch natürlichen Lebensraum zerstörende Lebensweise!)
    wieder mittels Medikamenten (nicht selten Schein-Innovationen zum Zwecke der Gewinn-Maximierung), die an Zigtausenden von Tieren getestet werden, behandelt werden.

    • ramzes
    • 17. Dezember 2012 21:01 Uhr

    Warum sollten wir etwas beibehalten, weil es uns auf eine höhere Entwicklungsstufe gehievt hat? Wenn wir heute keine anderen Tiere mehr halten müssen, dann wäre es ja wohl absolut amoralisch an den leidverursachenden Praktiken teilzunehmen, nur weil es in der Vergangenheit einmal hilfreich war.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Affe | Alzheimer | Forschung | Gehirn | Medikament | Therapie
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