ADHS: Kranke Kinder oder kranke Gesellschaft?
Die Diagnose ADHS hat drastisch zugenommen. Liegt das am Leistungsdruck und an überforderten Eltern? Oder wurde die Erkrankung zu lange verkannt? Die wichtigsten Fakten
Sind in Deutschland wirklich immer mehr Kinder psychisch krank und leiden an einer ADHS? Oder ist unsere leistungsorientierte Gesellschaft vor allem mit lebhaften und unangepassten Jungen überfordert? Die einen sagen: Kinder werden medikamentös ruhig gestellt, damit sie in der Schule und zu Hause "funktionieren" und keine Probleme machen. Andere halten dagegen, dass es Kinder gebe, die dringend Medikamente gegen eine ADHS bräuchten. Die Erkrankung als bloßes Erziehungsproblem abzutun, greife zu kurz.
Ein neuer Bericht des Krankenversicherers Barmer GEK zur ADHS hat die Debatte wiederbelebt. Darin kommen die Autoren zum Ergebnis: Immer häufiger erhalten vor allem Jungen die Diagnose ADHS. Die Bundesärztekammer geht von 300.000 bis 500.000 Betroffenen aus. Fest steht auch, dass Ärzte Kindern deutlich häufiger Arzneimittel mit dem Wirkstoff Methylphenidat, bekannt als Ritalin, verschreiben. Die Barmer schätzt, dass zehn Prozent aller Jungen heutzutage mindestens einmal in ihrer Kindheit das Mittel bekommen. Zwar taugen die Zahlen der Krankenkasse nur bedingt dazu, valide Aussagen über die Entwicklung der ADHS in Deutschland zu treffen. Doch ist das Problem unbestritten.
Nur wenige Experten zweifeln daran, dass die ADHS eine psychische Erkrankung ist. Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung heißt sie offiziell. Ist die Diagnose eindeutig, werden Medikamente durchaus empfohlen – zusammen mit anderen Therapien, die den Kindern helfen, ihre Konzentration zu fokussieren, Aggressionen abzubauen und in der Familie mit der Erkrankung umzugehen. Die aktuellen Zahlen deuten allerdings darauf hin, dass Ärzte zu schnell an eine ADHS denken und Medikamente verschreiben, wenn Kinder in ihrer Entwicklung einfach etwas hinterher hinken, Lernschwierigkeiten haben, in der Schule oder zu Hause anecken und rastlos und aggressiv sind.
Die feine Abgrenzung der normalen kindlichen Entwicklung zur ADHS ist oft schwer zu bestimmen.
Was ist die ADHS?
Der Vorderlappen im Gehirn von Menschen mit einer ADHS arbeitet bei Betroffenen schlechter. Der Botenstoff Dopamin, der normalerweise Informationen zwischen den Nervenzellen vermittelt, schafft es nicht, von einer Zelle in die nächste zu gelangen. Der Grund dafür ist, dass die Nervenzelle die Dopaminmoleküle, gleich nachdem sie sie freigesetzt hat, wieder einfängt. So ist die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen gehemmt, sie läuft auf Sparflamme. Reize und Informationen werden nicht optimal verarbeitet.
Um sich konzentrieren und leistungsfähig arbeiten zu können, braucht der Mensch aber einen aktiven Vorderlappen. Denn hier sitzt die Steuerzentrale, die zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen unterscheidet. "Der Vorderlappen ist gewissermaßen der Chef im Denkbetrieb. Wenn der schläft, geht es drunter und drüber", sagt Maik Herberhold, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bochum. Das heißt: Die Betroffenen nehmen dauernd neue Eindrücke von außen auf, die sie nicht ignorieren können. So sind sie kaum in der Lage, einen Gedanken zu Ende zu führen, jemandem aufmerksam zuzuhören und Aufgaben geplant zu erledigen.
Eine ADHS fällt meist erst in der Grundschule auf
Die Anlage zur ADHS ist zumindest zum Teil in den Genen verankert und damit angeboren. Allerdings fällt die Krankheit meist erst auf, wenn Kindern die genannten Fertigkeiten abverlangt werden: in der Schule. Lernprobleme, Schwierigkeiten im Unterricht aufzupassen, Probleme beim Stillsitzen sind typische Anzeichen. Zum Arzt gehen Eltern meist, wenn sich Lehrer beschweren oder die Probleme zu Hause unlösbar erscheinen.
Eine ADHS zu diagnostizieren, sei keine leichte Aufgabe, sagt Herberhold. Die Symptome seien komplex und von Mensch zu Mensch verschieden. Seit 2010 dürfen in Deutschland daher nur noch Spezialisten Ritalin oder entsprechende Methylphenidat-Präparate verschreiben. Die Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung darf nicht mit den Pillen beginnen. Zusätzlich müssen die Kinder von Psychologen betreut werden. Ein festgelegtes Diagnoseverfahren mit standardisierten Fragebögen und einer bestimmten psychologischen Interviewtechnik soll Fehldiagnosen möglichst vermeiden.
Viele Fachärzte testen zusätzlich die Konzentration und Wahrnehmung der Kinder. Im Wesentlichen soll das zeigen, ob das Kind die drei charakteristischen Kernsymptome von ADHS zeigt: Impulsivität, übersteigerter Bewegungsdrang und Konzentrationsschwäche. Entscheidend ist am Ende, dass diese Auffälligkeiten über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten und in verschiedenen Lebensbereichen auftreten. So wollen die Ärzte ausschließen, dass es nur bestimmte Umstände sind, die die Verhaltensstörungen bedingen.






Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche, die lediglich der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/jk
Oder denken Sie wirklich, das dies zweckdienlich, und vor allem pädagogisch wertvoll war?!?
Oder denken Sie wirklich, das dies zweckdienlich, und vor allem pädagogisch wertvoll war?!?
Oder denken Sie wirklich, das dies zweckdienlich, und vor allem pädagogisch wertvoll war?!?
Psychopharmaka, deren Langzeitwirkung noch überhaupt nicht bekannt ist, Kindern die sich in der Entwicklung befinden zu verabreichen ist schon fast kriminell. Wer weiß denn, ob Ritalin nicht verhindert, dass Synapsen sich richtig verbinden/entwickeln können und nicht im Erwachsenenalter ernorme Schäden dadurch entstehen können? Wie teuer wird das dann für die Krankenkassen (wenn diese schon sagen, dass Therapie teuerer ist als Verabreichung von Medikamenten)?
Meiner Meinung nach sollte es erstmal mindestens 10 Familientherapiestunden geben, bevor überhaupt Psychopharmaka an Kinder gegeben wird! Evtl. liegt es ja am Umgang in der Familie, dass das Kind "verhaltensauffällig" ist. Was ist schon verhaltensauffällig? Ein Kind, das sich austoben möchte? Was generell bei Jungen ja eher auftaucht als bei Mädchen (darum bekommen es ja mehr Jungs als Mädchen).
Antwort also: Die Gesellschaft ist krank.
Mich machen diese verantwortungslosen Ärzte, Lehrer, Eltern etc. einfach nur wütend.
"Meiner Meinung nach sollte es erstmal mindestens 10 Familientherapiestunden geben, bevor überhaupt Psychopharmaka an Kinder gegeben wird!"
Das finde ich eine hervorragende Idee!
Bestes Beispiel für eine kranke Gesellschaft sind doch Eltern die ihre Kinder an die Leine nehmen und Kinderstrampler, die wie Zwangsjacken funktionieren.
Eltern MÜSSEN endlich wieder richtig Eltern sein, also erziehen. Grenzen setzen, Verbote setzen und auch durchsetzen!
Kinder suchen ständig ihre Grenzen und testen auch, ob sie sie überschreiten dürfen/Können. Familienkonferenzen können helfen das auch Kinderwünsche berücksichtigt werden, aber das letzte Wort haben bei Kindergartenkindern und Grundschulkindern (mindestens) IMMER die Eltern. dann fühlen sich die Kinder nämlich sicherer, fühlen sich sogar sehr wohl. Das ist unbequem für Eltern, denn es erfordert Konsequenz und Kontrolle. Das können Kindergarten und Schule niemals alleine leisten. Eltern sind KEINE ANIMATEURE! Dann gibt es mehr ausgeglichene Kinder. Wenn alle Bedingungen stimmen, ein Familienterpeut kann helfen dorthin zu wirken und das Kind ist "immer noch" ein, ärzlicherseits erkanntes, ADHS-Kind, bin ich sehr wohl für eine medikamentelle Betreuung, denn diese Unruhe und Zerstreutheit die ein ADHS-Kind in sich erlebt, kann so hifreich abgestellt werden. Das sagen auch die Kinder.
ich hab auch gehört, dass die kinder die jetzt geboren werden einfach ne spur sensibeler sind und überhaupt nicht mehr "funktionieren" können, selbst wenn sie wollten. deswegen sollte man doch nicht an ihnen rumdoktern, wenn das ganze drum herum einfach nicht mehr passt. es stehen wohl langsam mal n paar veränderungen an. würde die kinder der generation doch nicht im vorfeld schon vermurksen, sondern vielleicht mal gucken was los ist. find es mutig von eltern die ihren kindern zugestehen können sich so zu fühlen wie's nunmal ist, auch wenn sie dabei aus dem raster fallen. ist ja wohl eher ein zeichen von lebendigkeit und sensibilität, die zu schützen und zu stärken find ich wichtiger als erwachsener iwo entwurzelt und desillusioniert im büro zu sitzen oder dauergast beim therapeuten zu sein. auch wenn solche herausforderungen für kinder und eltern schwierig sind ist doch die liebe das wichtigste (knackpunkt) dann zeigt sich schon was richtig ist. alles andere kommt und geht wieder.
Aus nächster Nähe durfte ich ein Kind mit ADHS erleben - glauben Sie mir wenn ich sage, dass die Tabletten zu damaliger Zeit ein Segen gewesen sind und aus ihm ist dennoch ein feiner Kerl geworden - mit Schulabschluss und beendeter Ausbildung.
Sicher, Medikamente können kein gut funktionierendes Elternhaus ersetzen, aber hätten sich diese nicht um eine Therapie gekümmert bzw. dafür entschieden, stünde er heute nicht mit beiden Beinen auf dem Boden.
Mich machen diese verantwortungslosen Ärzte, Lehrer, Eltern etc. einfach nur wütend.
"Meiner Meinung nach sollte es erstmal mindestens 10 Familientherapiestunden geben, bevor überhaupt Psychopharmaka an Kinder gegeben wird!"
Das finde ich eine hervorragende Idee!
Bestes Beispiel für eine kranke Gesellschaft sind doch Eltern die ihre Kinder an die Leine nehmen und Kinderstrampler, die wie Zwangsjacken funktionieren.
Eltern MÜSSEN endlich wieder richtig Eltern sein, also erziehen. Grenzen setzen, Verbote setzen und auch durchsetzen!
Kinder suchen ständig ihre Grenzen und testen auch, ob sie sie überschreiten dürfen/Können. Familienkonferenzen können helfen das auch Kinderwünsche berücksichtigt werden, aber das letzte Wort haben bei Kindergartenkindern und Grundschulkindern (mindestens) IMMER die Eltern. dann fühlen sich die Kinder nämlich sicherer, fühlen sich sogar sehr wohl. Das ist unbequem für Eltern, denn es erfordert Konsequenz und Kontrolle. Das können Kindergarten und Schule niemals alleine leisten. Eltern sind KEINE ANIMATEURE! Dann gibt es mehr ausgeglichene Kinder. Wenn alle Bedingungen stimmen, ein Familienterpeut kann helfen dorthin zu wirken und das Kind ist "immer noch" ein, ärzlicherseits erkanntes, ADHS-Kind, bin ich sehr wohl für eine medikamentelle Betreuung, denn diese Unruhe und Zerstreutheit die ein ADHS-Kind in sich erlebt, kann so hifreich abgestellt werden. Das sagen auch die Kinder.
ich hab auch gehört, dass die kinder die jetzt geboren werden einfach ne spur sensibeler sind und überhaupt nicht mehr "funktionieren" können, selbst wenn sie wollten. deswegen sollte man doch nicht an ihnen rumdoktern, wenn das ganze drum herum einfach nicht mehr passt. es stehen wohl langsam mal n paar veränderungen an. würde die kinder der generation doch nicht im vorfeld schon vermurksen, sondern vielleicht mal gucken was los ist. find es mutig von eltern die ihren kindern zugestehen können sich so zu fühlen wie's nunmal ist, auch wenn sie dabei aus dem raster fallen. ist ja wohl eher ein zeichen von lebendigkeit und sensibilität, die zu schützen und zu stärken find ich wichtiger als erwachsener iwo entwurzelt und desillusioniert im büro zu sitzen oder dauergast beim therapeuten zu sein. auch wenn solche herausforderungen für kinder und eltern schwierig sind ist doch die liebe das wichtigste (knackpunkt) dann zeigt sich schon was richtig ist. alles andere kommt und geht wieder.
Aus nächster Nähe durfte ich ein Kind mit ADHS erleben - glauben Sie mir wenn ich sage, dass die Tabletten zu damaliger Zeit ein Segen gewesen sind und aus ihm ist dennoch ein feiner Kerl geworden - mit Schulabschluss und beendeter Ausbildung.
Sicher, Medikamente können kein gut funktionierendes Elternhaus ersetzen, aber hätten sich diese nicht um eine Therapie gekümmert bzw. dafür entschieden, stünde er heute nicht mit beiden Beinen auf dem Boden.
hat man Jungs kastriert, damit sie eine schöne Singstimme behielten, heute gibt man ihnen Ritalin, damit sie sich genauso verhalten wie das ideale Mädchen, von dem Frau Lehrerin träumt.
Das Fatale ist, dass gesellschaftlich "richtiges" Verhalten heute ohne jede Diskussion darüber von der Schule normiert wird, obwohl jeder Blick über die Schule hinaus zeigt, dass schulkompatibles Verhalten außerhalb der Schule nur bedingt erfolgreich ist: Wer immer brav mitarbeitet und nie die laufende Routine durchbricht, ist bestens geeignet für das B.A.-Studium und den anschließenden unbezahlten Praktikumsplatz im Call-Center.
Die größten Leistunen gehen nicht selten von solchen Menschen aus, die ihren Bildungsweg abgebrochen haben - nicht, weil sie nichts lernen wolle, sondern WEIL sie lernen und etwas schaffen wollen.
Man stelle sich vor, Bill Gates hätte Ritalin genommen und sein Studium beendet, statt sich seiner Garagenfirma zu widmen...
Es ist das Grundproblem des Bildungssystems, solchen Begabungen weder gewachsen zu sein noch ihnen wirklich helfen zu können.
An sich ist das nicht schlimm. Dann trennen sich halt die Wege. Aber Ritalin ist vernichtend - wer Ritalin bekommt, geht nicht mehr, um was Besseres zu tun, der bleibt und gehorcht und funktioniert.
AUSSERDEM bin ich dafür, "Gymnasium" wieder so zu betreiben, wie einst die Griechen: Sport, Wettbewerb und Gespräch als Rahmen eines gemeinsamen FORSCHENS und SICH ENTWICKELNS. KEIN STILLSITZEN und geistiges Faulen!
steht in einem interessanten Artikel im Spiegel ..
http://www.spiegel.de/ges...
... stillsitzen und Aufmerksamsein waren schon Tugenden in der Schule, also noch das katholische Mädchen vom Lande Bildungsverliererin war. Dass sich das in den letzten Jahrzehnten etwas zu mehr Strenge hin verändert haben sollte, wage ich zu bezweifeln. Eher lassen die Lehrer doch den Schülern heutzutage viel mehr durchgehen.
Mein Arzt sagt immer sarkastisch "wer keine Krankheit hat, der ist nicht gründlich genug untersucht worden".
Und die Pharma-Industrie sorgt vorsorglich dafür, dass es Medikamente gegen alles gibt. Unser Auto kommt jede Woche in die Waschanlage, der Fernseher hat HD, zum online BILD lesen benötigen wir LTE und die Spüle in der Küche muss aus Granit sein.
Alles vom Besten. Und dann so ein Kind.
Wo doch schon alles so stressig ist. Zu unserer Erholung von Erschöpfung aus der 37-Std.-Woche wurde für das Kind alles getan. Eigener Fernseher im Kinderzimmer, Nintendo, IPad und natürlich ein Iphone zum Kontakt im Unterricht.
Na gut, zum Lesen hatten wir keine Zeit.
Und am Abend Gespräche? Bei dem Stress im Betrieb?! Gottseidank gibt es richtigen Sportunterricht in der Schule nicht mehr. Früher hat man nach dem 1000m-Lauf immer so gestunken. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Was richtig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Kind hat dafür eine App auf dem Iphone.
Wenn das Kind jetzt komisch ist, kann es nicht an der Familie liegen. Wurde doch alles getan. Bis hin zum Taschengeld und Markenklamotten.
Wofür hat man denn Kinderärzte? Die intensive Gabe der Medikamente sichert den Eltern jedenfalls den Familienfrieden und insbesondere die Ruhe nach dem Stress der Arbeit und am Wochenende.
So richtig hilft die Medizin aber noch nicht. Da muß noch geforscht und mehr auf den Markt gebracht werden. Aus unserem Kind soll doch mal was Vernünftiges werden. Wir haben alles getan!
des Eisbergs der mit blossem Auge sichtbar ist. Der Elefant im Raum, ueber den der Artikel nicht spricht, ist dass Ritalin und sein Cousin Adderall Dopingmittel zur Leistungssteigerung sind und aus den gleichen Gruenden wie im Radsport auch verabreicht werden. Nicht nur junge Kinder, sondern eine steigende Anzahl von Studenten sowie Frauen und Maenner, die dadurch mit den Mehrfachbelastungen (Multi Tasking) des modernen Alltags und des allgegenwaertigen Wettkampfs sehr viel besser zurecht kommen, leben damit. Die Nebenwirkungen sind uebel.
Zunaechst einmal ist es so, dass derjenige der Nichts nimmt akzeptiert, dass seine Chancen zum Erfolg (e.g. Pruefungsnoten, Berufschancen, Befoerderungen etc.) a priori immer geringer sind als die der Betrueger, die Hirndoping betreiben und dadurch ihr Leistungsvermoegen signifikant anheben. Damit ergibt sich genauso wie im Profiradsport eine Eigendynamik, die geradezu dazu "zwingt' zu dopen.
Zweitens, es ist die Suchtwirkung der Wirkstoffe, die in ihrer Wirkung nicht unaehnlich zu der von Kokain ist und zu nicht rezeptkonformen Anwendungen sowie zu zu weiterem Drogenkonsum fuehren kann.
Aldous Huxley laesst gruessen.
steht in einem interessanten Artikel im Spiegel ..
http://www.spiegel.de/ges...
... stillsitzen und Aufmerksamsein waren schon Tugenden in der Schule, also noch das katholische Mädchen vom Lande Bildungsverliererin war. Dass sich das in den letzten Jahrzehnten etwas zu mehr Strenge hin verändert haben sollte, wage ich zu bezweifeln. Eher lassen die Lehrer doch den Schülern heutzutage viel mehr durchgehen.
Mein Arzt sagt immer sarkastisch "wer keine Krankheit hat, der ist nicht gründlich genug untersucht worden".
Und die Pharma-Industrie sorgt vorsorglich dafür, dass es Medikamente gegen alles gibt. Unser Auto kommt jede Woche in die Waschanlage, der Fernseher hat HD, zum online BILD lesen benötigen wir LTE und die Spüle in der Küche muss aus Granit sein.
Alles vom Besten. Und dann so ein Kind.
Wo doch schon alles so stressig ist. Zu unserer Erholung von Erschöpfung aus der 37-Std.-Woche wurde für das Kind alles getan. Eigener Fernseher im Kinderzimmer, Nintendo, IPad und natürlich ein Iphone zum Kontakt im Unterricht.
Na gut, zum Lesen hatten wir keine Zeit.
Und am Abend Gespräche? Bei dem Stress im Betrieb?! Gottseidank gibt es richtigen Sportunterricht in der Schule nicht mehr. Früher hat man nach dem 1000m-Lauf immer so gestunken. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Was richtig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Kind hat dafür eine App auf dem Iphone.
Wenn das Kind jetzt komisch ist, kann es nicht an der Familie liegen. Wurde doch alles getan. Bis hin zum Taschengeld und Markenklamotten.
Wofür hat man denn Kinderärzte? Die intensive Gabe der Medikamente sichert den Eltern jedenfalls den Familienfrieden und insbesondere die Ruhe nach dem Stress der Arbeit und am Wochenende.
So richtig hilft die Medizin aber noch nicht. Da muß noch geforscht und mehr auf den Markt gebracht werden. Aus unserem Kind soll doch mal was Vernünftiges werden. Wir haben alles getan!
des Eisbergs der mit blossem Auge sichtbar ist. Der Elefant im Raum, ueber den der Artikel nicht spricht, ist dass Ritalin und sein Cousin Adderall Dopingmittel zur Leistungssteigerung sind und aus den gleichen Gruenden wie im Radsport auch verabreicht werden. Nicht nur junge Kinder, sondern eine steigende Anzahl von Studenten sowie Frauen und Maenner, die dadurch mit den Mehrfachbelastungen (Multi Tasking) des modernen Alltags und des allgegenwaertigen Wettkampfs sehr viel besser zurecht kommen, leben damit. Die Nebenwirkungen sind uebel.
Zunaechst einmal ist es so, dass derjenige der Nichts nimmt akzeptiert, dass seine Chancen zum Erfolg (e.g. Pruefungsnoten, Berufschancen, Befoerderungen etc.) a priori immer geringer sind als die der Betrueger, die Hirndoping betreiben und dadurch ihr Leistungsvermoegen signifikant anheben. Damit ergibt sich genauso wie im Profiradsport eine Eigendynamik, die geradezu dazu "zwingt' zu dopen.
Zweitens, es ist die Suchtwirkung der Wirkstoffe, die in ihrer Wirkung nicht unaehnlich zu der von Kokain ist und zu nicht rezeptkonformen Anwendungen sowie zu zu weiterem Drogenkonsum fuehren kann.
Aldous Huxley laesst gruessen.
dass nach dem artikel zu angesprochenem bericht der barmer ein differenzierterer artikel hier erscheint.
allerdings wirft auch der wieder fragen für mich auf:
für mich ist z.b. unbestritten, dass verhaltensauffälligkeiten sich im hirnstoffwechsel niederschlagen. denn ALLES was wir tun hat am ende eine organische - hormonelle auswirkung.
sicher kann es auch genetische dispositionen geben.
nur, und das fehlt: was nun ist die ursache für das verhalten?
kann es (siehe epigenetik) nicht eher auch so sein, dass sich "störungen" in der umwelt auf das verhalten und damit auf den hirnstoffwechsel auswirken? und das dann je mehr, desto eher eine dispostion dazu besteht?
zäumt man nun damit, dass man in den stoffwechsel eingreift anstatt eben zu testen, ob sich ursachen beheben lassen, nicht das pferd von hinten auf?
apropos pferd: ein kommentator zum anderen artikel wies auf "artgerechte halteung" hin - "ad(h)s"-ähnliches verhalten lässt sich ja auch bei vielen hochleistungspferden beobachten, die ihre tage zwischen reithalle/rennbahn und box verbringen - und auch da wirken natürlich genetische dispostionen mit. immerhin will mans pferd temperamentvoll und "nervig" und züchtet entsprechend.
aber genauso ist zu beobachten, dass wenn jene pferde artgerechteren zugang zur umgebung haben, ihr verhalten ausgeglichener wird (siehe dazu, als anregung, nicht als vergleich:http://videos.arte.tv/de/videos/x-enius--7279412.html) warum soll das bei menschen ungewöhnlich anders sein?
ZITAT: "kann es...nicht eher auch so sein, dass sich "störungen" in der umwelt auf das verhalten und damit auf den hirnstoffwechsel auswirken? und das dann je mehr, desto eher eine dispostion dazu besteht?"
Das kann nicht nur sein, das ist auch so. Bekannt ist:
1. dass verschiedene Transmitter wie Vasopression, Serotonin, Oxytocin und eben auch Dopamin im Gehirn als Neuromodulatoren arbeiten und die Motivation (Gerichtetheit und Ausdauer) von Verhalten (Sensorik, Kognition, Motorik) beeinflussen.
2. dass es genetische Unterschiede in der Arbeitsweise ("Stärke") dieser Systeme gibt.
3. dass diese Systeme auf ganz spezifische Umweltreize oder Umweltbedingungen ansprechen.
4. dass der Grundaktivitätslevel dieser Systeme sich durch Einflüsse der Umwelt in den ersten ca. drei Lebensjahren einstellt und dann ein Leben lang recht konstant bleibt (ist aber nicht unveränderlich).
Das alles weiß man inzwischen mit Sicherheit. Daraus wird klar, dass es prädisponierte Menschen gibt, aber die Umwelt (besonders die frühe) einen prägenden Charakter hat. Es ist also insbesondere zu fragen, welche Dinge sich in der Umwelt der unter dreijährigen aus gesellschaftlichen Gründen geändert haben. Dabei spielen insbesondere nonverbale Verhaltensweisen der erziehenden Umwelt eine große Rolle.
ZITAT: "kann es...nicht eher auch so sein, dass sich "störungen" in der umwelt auf das verhalten und damit auf den hirnstoffwechsel auswirken? und das dann je mehr, desto eher eine dispostion dazu besteht?"
Das kann nicht nur sein, das ist auch so. Bekannt ist:
1. dass verschiedene Transmitter wie Vasopression, Serotonin, Oxytocin und eben auch Dopamin im Gehirn als Neuromodulatoren arbeiten und die Motivation (Gerichtetheit und Ausdauer) von Verhalten (Sensorik, Kognition, Motorik) beeinflussen.
2. dass es genetische Unterschiede in der Arbeitsweise ("Stärke") dieser Systeme gibt.
3. dass diese Systeme auf ganz spezifische Umweltreize oder Umweltbedingungen ansprechen.
4. dass der Grundaktivitätslevel dieser Systeme sich durch Einflüsse der Umwelt in den ersten ca. drei Lebensjahren einstellt und dann ein Leben lang recht konstant bleibt (ist aber nicht unveränderlich).
Das alles weiß man inzwischen mit Sicherheit. Daraus wird klar, dass es prädisponierte Menschen gibt, aber die Umwelt (besonders die frühe) einen prägenden Charakter hat. Es ist also insbesondere zu fragen, welche Dinge sich in der Umwelt der unter dreijährigen aus gesellschaftlichen Gründen geändert haben. Dabei spielen insbesondere nonverbale Verhaltensweisen der erziehenden Umwelt eine große Rolle.
Eine humoristische Antwort hierrauf hat, wie immer, Southpark schon vor langem gefunden:
http://www.myspace.com/vi...
Southpark beschreibt einen weiteren Aspekt, der gerne unterschlagen wird: Die meisten Eltern finden es bequemer gemeinsam mit ihren Kindern zu konsumieren (Freizeit im Shopping-Center, Herumcruisen im Auto, Mode-Sport statt anstrengende Bewegung oder ARBEIT) als sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Wie sollen die Kinder da noch zu sich kommen?
Bevor Ritalin gegeben wird, wird den Familien übrigens immer zu einer Familientherapie geraten. Raten Sie mal, wie viele sich für das Medikament entscheiden ....
Die Konsumer-Gesellschaft ist am Ende!
Southpark beschreibt einen weiteren Aspekt, der gerne unterschlagen wird: Die meisten Eltern finden es bequemer gemeinsam mit ihren Kindern zu konsumieren (Freizeit im Shopping-Center, Herumcruisen im Auto, Mode-Sport statt anstrengende Bewegung oder ARBEIT) als sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Wie sollen die Kinder da noch zu sich kommen?
Bevor Ritalin gegeben wird, wird den Familien übrigens immer zu einer Familientherapie geraten. Raten Sie mal, wie viele sich für das Medikament entscheiden ....
Die Konsumer-Gesellschaft ist am Ende!
Mich machen diese verantwortungslosen Ärzte, Lehrer, Eltern etc. einfach nur wütend.
"Meiner Meinung nach sollte es erstmal mindestens 10 Familientherapiestunden geben, bevor überhaupt Psychopharmaka an Kinder gegeben wird!"
Das finde ich eine hervorragende Idee!
...was erlauben Sie sich eigentlich? Sind sie direkt betroffen? Haben Sie auch nur eine leiseste Ahnung wie oft man im Vorfeld getestet und unter die Lupe genommen wird bevor ein Kind solche Medikamente verordnet bekommen? Es nervt mich langsam, dass hier ständig Personen, die mit dem Thema rein gar nichts zu tun haben, ihr Halbwissen kundtun. 10 Therapiestunden......dass ich nicht lache. Was glauben Sie wie viele Stunden gemeinsam mit den Kindern bei Therapiesitzungen verbracht werden.
Diese Unterstellungen, dass die Kinder kein Zuhause haben, man sich nicht um die Kinder kümmert, dass diese betroffenen Familien meistens aus niedrigen Schichten stammen, die Mütter geraucht haben oder Alkohol während der Schwangerschaft konsumiert haben. All das trifft bei unserem Kind nicht zu! Unser Sohn könnte sich im Unterricht keine 20 Minuten am Stück konzentrieren und durch die Medikamente funktioniert das super. Er schreibt sehr gute Noten und ist glücklich. Er sagt selbst, dass er sich nicht gut fühlt, wenn er die Tabletten mal nicht bekommt. Die Hauptsache man kann seine Unwissenheit der Menschheit aufdrängen.
...was erlauben Sie sich eigentlich? Sind sie direkt betroffen? Haben Sie auch nur eine leiseste Ahnung wie oft man im Vorfeld getestet und unter die Lupe genommen wird bevor ein Kind solche Medikamente verordnet bekommen? Es nervt mich langsam, dass hier ständig Personen, die mit dem Thema rein gar nichts zu tun haben, ihr Halbwissen kundtun. 10 Therapiestunden......dass ich nicht lache. Was glauben Sie wie viele Stunden gemeinsam mit den Kindern bei Therapiesitzungen verbracht werden.
Diese Unterstellungen, dass die Kinder kein Zuhause haben, man sich nicht um die Kinder kümmert, dass diese betroffenen Familien meistens aus niedrigen Schichten stammen, die Mütter geraucht haben oder Alkohol während der Schwangerschaft konsumiert haben. All das trifft bei unserem Kind nicht zu! Unser Sohn könnte sich im Unterricht keine 20 Minuten am Stück konzentrieren und durch die Medikamente funktioniert das super. Er schreibt sehr gute Noten und ist glücklich. Er sagt selbst, dass er sich nicht gut fühlt, wenn er die Tabletten mal nicht bekommt. Die Hauptsache man kann seine Unwissenheit der Menschheit aufdrängen.
Unbenommen gab es auch in der Vergangenheit den "Zappelphillip" usw. alse einen bestimmten Prozentsatz schwieriger unangepasster Kinder.
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Da aber auch heute (wie der Artikel richtigt schreibt) die Diagnose nach Symthom, nicht nach wiederholbaren wiss. Standards erfolgt. dängt sich die Frage auf:
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Wo kommt der massive Anstieg der diagnostizierten Fälle her?
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Das AHDS keine übertragbare "Krankheit" ist wie Grippe, Schnupfen, müssen andere Ursache dafür ausschlaggebend sein.
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Weiter ist auffällig, das ASHDS sehr häufig als Diagnose in einer bestimmzen sozialen Kohorte auftaucht.
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usw.
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Alles Indikatoren die es sehr nachdenklich machen, ob pathologische Ursachen der Auslöser dafür ist.
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Um einmal ein anderes Krankheitsbild aus der Pychatrie als vergleich zu benutzen: Eine pathologisch recht gut nachweisbare Dissposiotin zur Schizophrenie. Es haben cs. >100x soviele Menschen diese "Anlagen" wie es wirklich Erkrankte gibt.
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Noch ein Vergl.: Massiver Anstieg der "Krankheit" und der Diagnose "Hysterie" nachdem Freud sich darüber geäussert hatte.
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Ein weites Feld für fächerübergreifende Studien!
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Meint
Sikasuu
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