ADHS Kranke Kinder oder kranke Gesellschaft?
Die Diagnose ADHS hat drastisch zugenommen. Liegt das am Leistungsdruck und an überforderten Eltern? Oder wurde die Erkrankung zu lange verkannt? Die wichtigsten Fakten
Sind in Deutschland wirklich immer mehr Kinder psychisch krank und leiden an einer ADHS? Oder ist unsere leistungsorientierte Gesellschaft vor allem mit lebhaften und unangepassten Jungen überfordert? Die einen sagen: Kinder werden medikamentös ruhig gestellt, damit sie in der Schule und zu Hause "funktionieren" und keine Probleme machen. Andere halten dagegen, dass es Kinder gebe, die dringend Medikamente gegen eine ADHS bräuchten. Die Erkrankung als bloßes Erziehungsproblem abzutun, greife zu kurz.
Ein neuer Bericht des Krankenversicherers Barmer GEK zur ADHS hat die Debatte wiederbelebt. Darin kommen die Autoren zum Ergebnis: Immer häufiger erhalten vor allem Jungen die Diagnose ADHS. Die Bundesärztekammer geht von 300.000 bis 500.000 Betroffenen aus. Fest steht auch, dass Ärzte Kindern deutlich häufiger Arzneimittel mit dem Wirkstoff Methylphenidat, bekannt als Ritalin, verschreiben. Die Barmer schätzt, dass zehn Prozent aller Jungen heutzutage mindestens einmal in ihrer Kindheit das Mittel bekommen. Zwar taugen die Zahlen der Krankenkasse nur bedingt dazu, valide Aussagen über die Entwicklung der ADHS in Deutschland zu treffen. Doch ist das Problem unbestritten.
Nur wenige Experten zweifeln daran, dass die ADHS eine psychische Erkrankung ist. Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung heißt sie offiziell. Ist die Diagnose eindeutig, werden Medikamente durchaus empfohlen – zusammen mit anderen Therapien, die den Kindern helfen, ihre Konzentration zu fokussieren, Aggressionen abzubauen und in der Familie mit der Erkrankung umzugehen. Die aktuellen Zahlen deuten allerdings darauf hin, dass Ärzte zu schnell an eine ADHS denken und Medikamente verschreiben, wenn Kinder in ihrer Entwicklung einfach etwas hinterher hinken, Lernschwierigkeiten haben, in der Schule oder zu Hause anecken und rastlos und aggressiv sind.
Die feine Abgrenzung der normalen kindlichen Entwicklung zur ADHS ist oft schwer zu bestimmen.
Was ist die ADHS?
Der Vorderlappen im Gehirn von Menschen mit einer ADHS arbeitet bei Betroffenen schlechter. Der Botenstoff Dopamin, der normalerweise Informationen zwischen den Nervenzellen vermittelt, schafft es nicht, von einer Zelle in die nächste zu gelangen. Der Grund dafür ist, dass die Nervenzelle die Dopaminmoleküle, gleich nachdem sie sie freigesetzt hat, wieder einfängt. So ist die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen gehemmt, sie läuft auf Sparflamme. Reize und Informationen werden nicht optimal verarbeitet.

Seit wann gibt es die ADHS? Ist die Erkrankung neu? Der Psychologe Johannes Streif antwortet im Interview.
Um sich konzentrieren und leistungsfähig arbeiten zu können, braucht der Mensch aber einen aktiven Vorderlappen. Denn hier sitzt die Steuerzentrale, die zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen unterscheidet. "Der Vorderlappen ist gewissermaßen der Chef im Denkbetrieb. Wenn der schläft, geht es drunter und drüber", sagt Maik Herberhold, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bochum. Das heißt: Die Betroffenen nehmen dauernd neue Eindrücke von außen auf, die sie nicht ignorieren können. So sind sie kaum in der Lage, einen Gedanken zu Ende zu führen, jemandem aufmerksam zuzuhören und Aufgaben geplant zu erledigen.
Eine ADHS fällt meist erst in der Grundschule auf
Die Anlage zur ADHS ist zumindest zum Teil in den Genen verankert und damit angeboren. Allerdings fällt die Krankheit meist erst auf, wenn Kindern die genannten Fertigkeiten abverlangt werden: in der Schule. Lernprobleme, Schwierigkeiten im Unterricht aufzupassen, Probleme beim Stillsitzen sind typische Anzeichen. Zum Arzt gehen Eltern meist, wenn sich Lehrer beschweren oder die Probleme zu Hause unlösbar erscheinen.
Eine ADHS zu diagnostizieren, sei keine leichte Aufgabe, sagt Herberhold. Die Symptome seien komplex und von Mensch zu Mensch verschieden. Seit 2010 dürfen in Deutschland daher nur noch Spezialisten Ritalin oder entsprechende Methylphenidat-Präparate verschreiben. Die Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung darf nicht mit den Pillen beginnen. Zusätzlich müssen die Kinder von Psychologen betreut werden. Ein festgelegtes Diagnoseverfahren mit standardisierten Fragebögen und einer bestimmten psychologischen Interviewtechnik soll Fehldiagnosen möglichst vermeiden.
Viele Fachärzte testen zusätzlich die Konzentration und Wahrnehmung der Kinder. Im Wesentlichen soll das zeigen, ob das Kind die drei charakteristischen Kernsymptome von ADHS zeigt: Impulsivität, übersteigerter Bewegungsdrang und Konzentrationsschwäche. Entscheidend ist am Ende, dass diese Auffälligkeiten über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten und in verschiedenen Lebensbereichen auftreten. So wollen die Ärzte ausschließen, dass es nur bestimmte Umstände sind, die die Verhaltensstörungen bedingen.
- Datum 31.01.2013 - 12:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ihren Sohn auf die Sonderschule geben wollte, er war angeblich zu langsam, geistig behindert ...
fragte ich nach näheren Umständen ....
Dann gab ich meiner Schwester den Rat, sich nicht mehr als Elternvertretin in der Schule derart zu engagieren.
Der Junge hatewig schon den Magister in Informatik.
Was die Direktorin schon mal nicht wusste, der völlig gesunde Vatr des Jungen war noch langsamer .... Echt nervig.
Vielleicht hatten ihre Kinder ja auch einfach kein AD(H)S? Ich rede doch von denen, bei denen es nun eben auffällt. In Beitrag #70 half ja auch der Rohrstock. Ihre Kinder hatten wohl einfach keine Stoffwechelsstörung im Gehirn. Es würde ihnen sicherlich nichts schaden, wenn Sie sich mal etwas in die Materie einlesen würden.
ich finde ihre theorie etwas ... - hanebüchen.
stress kann auch durch reizüberflutung, gift, schlafentzug, lärmbelästigung, atemnot, einsamkeit(!), zwang sich städnig auf neues einzustellen ... etc. .... entstehen.
alles indikatoren, die heute zuhauf auf kinder einwirken.
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ADHS wird nicht aufgrund medizinischer Gegebenheiten diagnostiziert, sondern aufgrund von Verhalten der Kinder (welche medizinisch total gesund sind), besonders wenn dieses Erwachsene (Lehrer oder Eltern) ärgert oder aus der Fassung bringt.
steht in einem interessanten Artikel im Spiegel ..
http://www.spiegel.de/ges...
die meist von einem Elternteil an die Kinder weitergegeben wird
....
Und genau das ist leider (nehmen sie es mir nicht übel) zweifelhaft.
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Es gibt wahrscheinlich Dispositionen,....
aber es gibt auch sehr signifikante soziale Indikatoren.
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Und es gibt, das ist ein sehr erschreckendes Ergebnis, eindeutige Häufungen in fest zu umreissenden sozialen Kohorten.
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Sorry, es ist leichter eine "Krankheit" zu akzeptieren gegeben als seine eigenen Lebensumstände (also erworben) dafür heranzuziehen. Verstehen sie das nicht als Vorvurf, aber so klar wie sie das hier beschreiben, ist die Faktenlage bei weitem nicht.
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Weiss
Sikasuu
akzeptieren (also vorgegeben) als
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Sorry
@Sikasuu
Erst kürzlich wurde wieder eine Studie aus den USA veröffentlich, die auf eine genetische Disposition von 50% kommt. So viel zum Thema es ist eher zweifelhaft.
Natürlich ist mir der Fakt bekannt, dass die soziale Komponente eine extreme wichtige zu sein scheint neben der genetischen. Ich denke aber da eher an die festen Familienstrukturen, die vielleicht in dieser sozialen Schicht weniger vorhanden sind. Somit treten die Symptome stärker auf. Das ist aber nur eine Vermutung und mehr nicht.
Ich "bilde" mir diese Erkrankung aber keineswegs ein. Natürlich würde ich auch ohne Medikamente und Therapie zurecht kommen, aber dann mit wesentlich mehr Einschränkungen und Belastungen im Berufsalltag und in meiner Beziehung. Alles schon probiert. Führt aber auf Dauer nur zu Frust und extremer Dauerbelastung. Stellen Sie sich doch mal vor ihr Bestes zu geben und trotzdem doppelt oder dreimal so lange für etwas zu brauchen wie andere! Ich habe es mir alles andere als leicht gemacht.
Es ist natürlich sehr traurig, dass nicht Betroffene Ritalin als Dopingmittel nutzen, um mehr Leistung zu bringen. Das ist doch eher das gesellschaftliche Problem was hier ständig angeprangert wird.
Aufgrund eines Mehrfachpostings entfernt. Die Redaktion/ls
Aufgrund eines Mehrfachpostings entfernt. Die Redaktion/ls
akzeptieren (also vorgegeben) als
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Sorry
@Sikasuu
Erst kürzlich wurde wieder eine Studie aus den USA veröffentlich, die auf eine genetische Disposition von 50% kommt. So viel zum Thema es ist eher zweifelhaft.
Natürlich ist mir der Fakt bekannt, dass die soziale Komponente eine extreme wichtige zu sein scheint neben der genetischen. Ich denke aber da eher an die festen Familienstrukturen, die vielleicht in dieser sozialen Schicht weniger vorhanden sind. Somit treten die Symptome stärker auf. Das ist aber nur eine Vermutung und mehr nicht.
Ich "bilde" mir diese Erkrankung aber keineswegs ein. Natürlich würde ich auch ohne Medikamente und Therapie zurecht kommen, aber dann mit wesentlich mehr Einschränkungen und Belastungen im Berufsalltag und in meiner Beziehung. Alles schon probiert. Führt aber auf Dauer nur zu Frust und extremer Dauerbelastung. Stellen Sie sich doch mal vor ihr Bestes zu geben und trotzdem doppelt oder dreimal so lange für etwas zu brauchen wie andere! Ich habe es mir alles andere als leicht gemacht.
Es ist natürlich sehr traurig, dass nicht Betroffene Ritalin als Dopingmittel nutzen, um mehr Leistung zu bringen. Das ist doch eher das gesellschaftliche Problem was hier ständig angeprangert wird.
Aufgrund eines Mehrfachpostings entfernt. Die Redaktion/ls
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