SupervirusGrippevirus mit Biowaffen-Potenzial wird wieder erforscht

2012 beschlossen 39 Virologen, die Arbeit am "Supervirus" auf Eis zu legen. Nun erklären sie das Ende des Moratoriums. Nur in den USA wird nicht weiter daran geforscht. von 

Eingang zu einem Hochsicherheitslabor, in dem mit Viren und anderen Krankheitserregern experimentiert wird.

Eingang zu einem Hochsicherheitslabor, in dem mit Viren und anderen Krankheitserregern experimentiert wird  |  © Andreas Rentz/Getty Images

Es ist hochansteckend und im schlimmsten Fall tödlich: Im Herbst 2011 erschufen der niederländische Forscher Ron Fouchier und seine Mitarbeiter im Labor einen Krankheitserreger, der die gefährlichsten Eigenschaften der Vogel- und Schweinegrippe vereinte. "Killervirus" tauften einige Medien das Virus des Typs A/H5N1. Als "potenzielle Biowaffe" oder Supervirus bezeichneten ihn andere. Auch Fouchier schien plötzlich zu fürchten, die Kontrolle über seine eigene Schöpfung zu verlieren: Er und 38 weitere Virologen aus aller Welt beschlossen, ihre Arbeit vorerst ruhen zu lassen – um zu überprüfen, ob ihre Labore sicher genug für die Experimente mit diesem Virus seien.

Jetzt wollen sie ihre freiwillige Pause beenden, schreiben sie in einem Dokument, das in den Fachmagazinen Nature und Science erschienen ist. Nach eingehenden Untersuchungen und Diskussionen seien sie zu dem Schluss gekommen, dass die Sicherheitsstandards in den Einrichtungen der meisten Länder hoch genug seien. Dazu zählen etwa die Niederlande, Japan, Großbritannien, Italien, Russland, China und seine Sonderverwaltungszone Hongkong. Auch Deutschland zählt zu den Staaten mit den höchsten Sicherheitsstandards. "Wir haben festgestellt, dass die Gesetzeslage hierzulande ausreicht, um die Sicherheit der Experimente zu gewährleisten", sagt Mitunterzeichner Hans-Dieter Klenk vom Institut für Virologie in Marburg.

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Die Laborvariante ist tödlicher als alle Viren im Umlauf

Die in der Natur bekannten Vogelgrippe-Varianten sind für den Menschen bislang kaum ein Risiko. Sie befallen in erster Linie Geflügel und werden nur selten auf Menschen übertragen. Seit 2003 ist das weltweit nur etwa 600 Mal vorgekommen. "Die Viren können zwar in menschliche Zellen eindringen und sich dort vermehren, doch sie sind nur sehr schwer übertragbar", sagt Fouchier. Denn im Gegensatz etwa zu vielen anderen Viren, können H5N1-Erreger nicht über die Atemwege von Mensch zu Mensch wandern. Infiziert sich allerdings doch mal ein Mensch, ist das sehr gefährlich, meist verläuft die Infektion dann tödlich.

Virologen warnen aber immer wieder davor, die Vogelgrippe – und andere Grippeviren – zu unterschätzen. Sie fürchten, das Virus könnte seine Gestalt eines Tages so verändern, dass es doch über Husten oder Niesen übertragen werden kann. Eine Fähigkeit die alle Grippeviren haben. Gegen eine solche Mutante wäre der Mensch nicht gewappnet. So ein Erreger könnte eine tödliche Pandemie auslösen. Und genau hier setzen Fouchier und andere an.

Leserkommentare
  1. "Wir haben festgestellt, dass die Gesetzeslage hierzulande ausreicht, um die Sicherheit der Experimente zu gewährleisten"

    Ich hoffe, das Virus hält sich auch unsere Gesetze.

    5 Leserempfehlungen
  2. Das kommentiert zwar den Inhalt des Textes nicht, aber: Ein Frettchen ist meines Wissens nach KEIN Nagetier, sondern verwandt mit Iltis, Marder @ Co.

    2 Leserempfehlungen
    • Gerry10
    • 23. Januar 2013 19:27 Uhr

    ...The Stand und 12 Monkeys waren also future science fact.
    Wer weis vielleicht ist am Zombievirus ja auch was dran.

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  3. 4. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke, die Redaktion/au

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  4. wie es zu dem Begriff "Supervirus" kommt.

    Wenn ich, analog, Schweine- und Vogelkot vermenge, ergibt es doch auch keinen Superkot sondern, schlichtweg eine ziemliche Sauerei.

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  5. Zitat: "...Im Winter 2011 erschufen der niederländische Forscher Ron Fouchier und seine Mitarbeiter im Labor einen Krankheitserreger, der die gefährlichsten Eigenschaften der Vogel- und Schweinegrippe vereinte...."

    [...]

    Fällt den Menschen eigentlich nichts besseres ein, als immer neue Möglichkeiten zur Ausrottung der gesamten Menschheit zu erfinden?

    Leben ist ein Geschenk. Wir sind so was von undankbar...

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ds

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    weil sie ein Konstrukt ist.
    Die Pest wäre nie besiegt worden, hätte sie nicht existiert.
    Hätte sie nicht exisitert, doch forschte man nach ihr, wäre ihre (irgendwann)Existenz gewiss weitaus weniger Tragisch verlaufen.
    "Wir" (die Menschen), können nunmal schlecht Wahrscheinlichkeiten ignorieren, da sie, selbst ohne Existenz, bereits durch sich selbst, also durch eine Wahrscheinlichkeit, als Teil des Realitätskonstruktes Berücksichtigung finden müssen.
    Dieses Verhältnis entspricht der Wahrscheinlich von Leben zu Lebensende. Letzteres ist die Wahrscheinlichkeit, die erst durch Ersteres erscheint.
    Auf diesem Hintergrund muß solche Forschung als lebenserhaltend, denn gefährdend, betrachtet und verstanden sein.

  6. Ich hätte im Artikel interessant gefunden wie gefährlich dieser Virus denn bei Kontakt mit einem normal gesunden Menschen ist und ob die Krankheit dann behandelbar ist.

    an der "normalen" Grippe sterben auch Tausende (http://www.gpk.de/downloa... ), trotzdem bleiben alle gefasst und rufen maximal zu mehr Händewaschen auf.

    Die Berichterstattung erweckt allerings mehr den Eindruck es handele sich hier um ein Hollywood-Drama artiges Super-Ebola-Virus, welches bei Ausbruch den Weltuntergang einläuten würde.

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  7. weil sie ein Konstrukt ist.
    Die Pest wäre nie besiegt worden, hätte sie nicht existiert.
    Hätte sie nicht exisitert, doch forschte man nach ihr, wäre ihre (irgendwann)Existenz gewiss weitaus weniger Tragisch verlaufen.
    "Wir" (die Menschen), können nunmal schlecht Wahrscheinlichkeiten ignorieren, da sie, selbst ohne Existenz, bereits durch sich selbst, also durch eine Wahrscheinlichkeit, als Teil des Realitätskonstruktes Berücksichtigung finden müssen.
    Dieses Verhältnis entspricht der Wahrscheinlich von Leben zu Lebensende. Letzteres ist die Wahrscheinlichkeit, die erst durch Ersteres erscheint.
    Auf diesem Hintergrund muß solche Forschung als lebenserhaltend, denn gefährdend, betrachtet und verstanden sein.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Grippevirus | H5N1 | Pandemie | USA | Virus | China
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