InfektionskrankheitNeue Studie belegt Gefährlichkeit des Coronavirus

Bislang sind laut Weltgesundheitsorganisation von zwölf Erkrankten fünf an der Infektion gestorben. Sie umgeht die Immunabwehr ähnlich leicht wie Erkältungsviren.

Das neue gefährliche Coronavirus kann die Immunabwehr in den Atemwegen des Menschen ähnlich leicht umgehen wie bestimmte Erkältungs- oder Sars-Viren. Zu diesem Schluss kommen internationale Wissenschaftler um ein Team vom Kantonspital in St. Gallen nach Laborversuchen. Die Experten berichten in einer Wissenschaftspublikation der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie, dass Patienten womöglich mit einer Immuntherapie behandelt werden könnten.

Das Virus war erstmals im vergangenen Juni bei einem Mann aus Saudi-Arabien aufgefallen, der an einer schweren Atemwegsinfektion und Nierenversagen starb. Bislang sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt zwölf Krankheitsfälle bekannt geworden, fünf Menschen starben an der Infektion mit dem Coronavirus. Fast alle Patienten waren in Ländern des Nahen und Mittleren Ostens gewesen.

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Der Erreger gehört zur selben Gruppe wie Sars (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom). Die Ausbreitung der schweren Lungenkrankheit hatte vor zehn Jahren weltweit Schrecken verbreitet. Damals waren etwa 800 Menschen daran gestorben.

"Wissen nicht, ob das die Spitze des Eisbergs ist"

Die Coronaviren sind nach Angaben der Studienautoren um Volker Thiel und Ronald Dijkman eng mit Fledermaus-Viren verwandt. Das lege nahe, dass die Erreger von Tieren auf den Menschen übergegangen sein könnten.

"Wir wissen nicht, ob die Fälle, die wir beobachten, die Spitze des Eisbergs sind oder ob viel mehr Menschen infiziert sind, ohne schwere Krankheitssymptome zu zeigen", wird Thiel nun in einer Mitteilung der Fachgesellschaft AMS zitiert.

Das Team vom Institut für Immunbiologie in St. Gallen experimentierte mit Gewebekulturen von menschlichen Zellen aus den Atemwegen. Die Atemwege sind mit sogenannten Epithelzellen ausgekleidet, in denen Zellen und Stoffe des angeborenen Immunsystems sitzen. Diese dienen dazu, Krankheitserreger zu erkennen, zu bekämpfen und eine umfassende Reaktion des Immunsystems in Gang zu setzen.

Anfangs schneller als Sars-Viren

Für die Studie infizierten die Wissenschaftler Epithelzell-Kulturen von drei verschiedenen Menschen. Die Coronaviren vermehrten sich in diesen Zellen überraschend wirkungsvoll und anfangs schneller als Sars-Viren, hieß es. Sie umgingen die angeborene Immunabwehr ähnlich gut wie verschiedene Erkältungsviren. Die Viren seien damit gut an den Menschen angepasst.

Um die schwache Immunreaktion zu verbessern, behandelten die Forscher die Gewebezellen mit Interferonen, bevor sie die Zellen mit Viren infizierten. Interferone sind Eiweiße, die das Immunsystem stimulieren und vom Körper selbst hergestellt werden. Den Angaben zufolge befielen die Viren daraufhin weniger Zellen. Patienten mit Viruserkrankungen wie Hepatitis C oder eben Sars werden mit Interferonen behandelt. Die Ergebnisse seien so ermutigend, dass damit eine Therapiemöglichkeit bestehe für Patienten mit dem neuen Coronavirus, hieß es. Weitere Studien seien jedoch dringend notwendig.

Erst kürzlich hatte die WHO nach einem neuen Erkrankungsfall zu Wachsamkeit aufgerufen. Der aktuelle Fall sei ein weiteres Indiz, dass eine Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch möglich sein könnte, teilte die WHO mit. Eine solche direkte Ansteckung sei zwar bislang nicht nachgewiesen worden, jedoch sei Vorsicht geboten. In allen Staaten sollten Gesundheitseinrichtungen Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen und ungewöhnlichen Symptomen auf das neue Coronavirus testen.
 

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Leserkommentare
  1. Ich hoffe ernsthaft, dass die Medien nicht wieder so ein Bohei machen wie bei der Schweinegrippe. Nüchtern und sachlich berichten und aufklären wie hoch die Risiken überhaupt sind wäre angebracht. Bisher sind nur extrem wenig Fälle bekannt, so dass man nicht damit rechnen muss an dieser Krankheit zu erkranken.

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    • Gerry10
    • 19. Februar 2013 15:32 Uhr

    ...man muss nur lange genug warnen, dann hat man irgendwann auch tatsächlich recht.
    An SARS sind damals 800 Menschen weltweit gestorben, an der jährlichen Grippewelle mehr als 20 mal soviele...

    • Gerry10
    • 19. Februar 2013 15:32 Uhr

    ...man muss nur lange genug warnen, dann hat man irgendwann auch tatsächlich recht.
    An SARS sind damals 800 Menschen weltweit gestorben, an der jährlichen Grippewelle mehr als 20 mal soviele...

    2 Leserempfehlungen
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    SARS als Begriff wirkmächtiger ist und cooler klingt , als so 'ne olle Grippe.

    • paul_S
    • 19. Februar 2013 18:23 Uhr

    Wie kann man so etwas schreiben? Denken Sie doch mal nach:

    Bei der damaligen SARS-Pandemie hat man weltweit 8427 Infizierte gezählt von denen 919 gestorben sind, macht eine Sterblichkeitsrate von gut 10%. Die Pandemie dauerte damals ungefähr ein Jahr.

    Jetzt stellen Sie mal diese Rechnung für Influenza auf! Es mag vielleicht sein, dass absolut gesehen mehr Leute an Influenza als an SARS sterben, aber bezogen auf die Anzahl der Infizierten wirkt die Grippe nahezu lächerlich.

    Wie oft hatten Sie in ihrem Leben bereits eine Grippe? Fünf bis zehn Mal? Wenn das SARS gewesen wäre, würden Sie heute höchstwahrscheinlich nicht mehr leben.

    Grüße

  2. SARS als Begriff wirkmächtiger ist und cooler klingt , als so 'ne olle Grippe.

  3. Die Weltgesundheitsorganisation hat für mich seinen Ruf, seit der Schweinegrippe, verloren.

    Dieser fungiert für mich als ein verlängerter Arm der Pharmaindustrie, welche mit den Ängsten der Menschen Geld machen möchte.

    So weit ist es gekommen.

  4. ...dann würden Sie wissen, dass man den genauen Ablauf und die Virulenz einer potentiellen Pandemie nie genau vorhersagen kann. Genau deswegen war es gut und richtig für die Staaten, sich vorzubereiten. Dass es dann - gottseidank - weit positiver verlief, war ein Glücksfall. Vorherzusehen war es nicht! Und ich möchte wirklich nicht dabei sein, wenn im Falle einer wirklich gefährlichen Pandemie der Kampf um die letzten Impdosen beginnt...

    4 Leserempfehlungen
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    Es ist eine riesige Pharma-Lobby in der WHO tätig und dies schon seit Jahrzehnten. so ist es sehr schwer zu durchschauen, was den Interessen der Industrie dient, oder als sachliche Information zu klassifizieren ist.

    Ihre Ängste kann ich verstehen und teile sie. Das Vertrauen an die Instutitionen und Regierungen haben ich aber verloren.

    Siehe Links für Hintergrundinfos:
    http://alles-schallundrau...

    http://www.mysnip.de/foru...

    http://www.ungeheuerliche...

  5. Es ist eine riesige Pharma-Lobby in der WHO tätig und dies schon seit Jahrzehnten. so ist es sehr schwer zu durchschauen, was den Interessen der Industrie dient, oder als sachliche Information zu klassifizieren ist.

    Ihre Ängste kann ich verstehen und teile sie. Das Vertrauen an die Instutitionen und Regierungen haben ich aber verloren.

    Siehe Links für Hintergrundinfos:
    http://alles-schallundrau...

    http://www.mysnip.de/foru...

    http://www.ungeheuerliche...

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    • NiklasM
    • 19. Februar 2013 20:15 Uhr

    Ihre Quellen scheinen ja absolut vertrauenswürdig, wann haben sich Verschwörungswebsites jemals geirrt?

    Wie langweilig wären die Nachrichten ohne Lobbys...

  6. Ich habe bezüglich einer Pandemie keine übertriebenen Sorgen, sondern kenne mich ganz gut mit den wissenschaftlichen Realitäten aus (ich bin Mikrobiologe...).

    Sorgen mache ich mir allerdings ein wenig um Sie, dass Sie sich allen Ernstes von Ihren genannten Quellen dermaßen beeinflussen lassen. Nach meiner Meinung sind das wirre Verschwörungsszenarien ohne haltbare Belege oder Beweise. Es ist das perfide Wesen von Verschwörungsbehauptungen, dass man sie nicht widerlegen kann - das heißt aber noch lange nicht, dass die geschilderten Vorgänge stimmen! Etwas mehr Realitätssinn ist da manchmal gar nicht schlecht, um die gröbsten Verzerrungen der Wirklichkeit zu minimieren. Viel Erfolg!

    Eine Leserempfehlung
    • paul_S
    • 19. Februar 2013 18:23 Uhr

    Wie kann man so etwas schreiben? Denken Sie doch mal nach:

    Bei der damaligen SARS-Pandemie hat man weltweit 8427 Infizierte gezählt von denen 919 gestorben sind, macht eine Sterblichkeitsrate von gut 10%. Die Pandemie dauerte damals ungefähr ein Jahr.

    Jetzt stellen Sie mal diese Rechnung für Influenza auf! Es mag vielleicht sein, dass absolut gesehen mehr Leute an Influenza als an SARS sterben, aber bezogen auf die Anzahl der Infizierten wirkt die Grippe nahezu lächerlich.

    Wie oft hatten Sie in ihrem Leben bereits eine Grippe? Fünf bis zehn Mal? Wenn das SARS gewesen wäre, würden Sie heute höchstwahrscheinlich nicht mehr leben.

    Grüße

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, zz
  • Schlagworte Studie | Weltgesundheitsorganisation | Eisberg | Hepatitis | Immunsystem | Virus
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