LebensmittelskandalTausende Briten aßen Pferdefleisch statt Rind

In Großbritannien ist in noch mehr Lebensmitteln als Rind deklariertes Pferdefleisch entdeckt worden. Die Lebensmittelbehörde vermutet kriminelle Aktivitäten dahinter.

Der Skandal um als Rind deklariertes Pferdefleisch in Großbritannien weitet sich aus: Nach neuen Untersuchungen enthielten als Rindfleisch-Lasagne gekennzeichnete Produkte eines großen Herstellers bis zu 100 Prozent Pferdefleisch, ohne dass die Kunden davon etwas wussten.

Elf von 18 getesteten Lasagnen der Firma Findus hätten einen Pferdefleisch-Anteil von mindestens 60 Prozent aufgewiesen, teilte die britische Behörde für Lebensmittelsicherheit (FSA) mit. Zwar bestehe nach derzeitigem Stand keine Gesundheitsgefahr. Das Fleisch werde aber auf mögliche Überreste von Medikamenten geprüft.

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Findus hat sämtliche Lasagne-Produkte aus dem Handel zurückgerufen. Verbraucher seien aufgerufen worden, die Lasagne nicht zu verzehren. Hergestellt wird das Produkt von der französischen Comigel-Gruppe im Auftrag von Findus. Die Supermarktketten Tesco und Aldi zogen deshalb vorsichtshalber ihre Comigel-Ware aus dem Verkehr.

Pferdefleisch in Hamburgern

Seit Tagen kommen in Großbritannien ständig neue Details ans Licht. Tausende Menschen haben ohne ihr Wissen bereits Pferdefleisch gegessen. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass hinter dem Skandal kriminelle Aktivitäten steckten, hieß es von der FSA. Die Behörde will nun Firmen verpflichten, ihre Rindfleisch-Produkte zu testen.

Zudem hatte bereits Mitte Januar der Fund von Pferdefleisch in Tiefkühl-Hamburgern von Supermärkten in Großbritannien und Irland für Verunsicherung bei den Verbrauchern geführt. Angeblich sollten die Hamburger aus 100 Prozent Rindfleisch bestehen. Verkauft wurden die Tiefkühlprodukte in Großbritannien und Irland von großen Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Tesco, Iceland und Dunnes.

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Leserkommentare
  1. ... und wenn tatsächlich mal obskures Bein oder Plasma in Nahrungsmitteln aufgefunden werden würde, dann wäre das übel,

    aber Pferdefleisch zum Verzehr ist okay. Schmeckt gar nicht so übel.
    Pferdesalami mit Gurke und frischem Brot ist sogar lecker.

  2. Viele Kommentare hier verfehlen das Thema. Ob ein Rind oder ein Pferd mehr Recht besitzt, nicht geschlachtet zu werden, ist unerheblich.

    Der Skandal ist, dass systematisch und mit großer krimineller Energie ein großer Konzern wie Nestlé (Eigentümer der Marke Findus) und damit automatisch unzählige Verbraucher getäuscht wurden. Hier wurde nicht nur betrogen, es wurde fahrlässig und bewusst die Gesundheit vieler Menschen auf's Spiel gesetzt. Skandalös ist ebenso, dass offenbar nicht ausreichend nachgeprüft, wird, was uns Kunden im Supermarkt so alles untergejubelt wird...

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    • Oyamat
    • 09. Februar 2013 13:04 Uhr

    "Der Skandal ist, dass systematisch und mit großer krimineller Energie ein großer Konzern wie Nestlé (Eigentümer der Marke Findus) und damit automatisch unzählige Verbraucher getäuscht wurden. Hier wurde nicht nur betrogen, es wurde fahrlässig und bewusst die Gesundheit vieler Menschen auf's Spiel gesetzt. "
    Das klingt mir nach genau der Verwechslung, die doch andren vorgeworfen werden soll. Ja, es wurde falsch deklariert und das gehört sich nicht. Aber Pferdefleisch setzt nur einmal schlichtweg nicht "fahrlässig und bewusst die Gesundheit vieler Menschen auf's Spiel". Man kann Pferde genauso gut essen wie Rinder. (Hab' ich ausprobiert.)

    Bis alle Ergebnisse vorliegen und veröffentlicht wurden, kann man sich über die Gefährdungslage nicht vollends sicher sein, aber bis dahin kann man nur sagen: da wurde betrogen. Aber nicht mehr. Alles darüber hinausgehende sind (derzeit mW haltlose!) Unterstellungen.

    Schon seltsam. Wir leben hier höherer Sicherheit als vielleicht jede Generation von Menschen je. Wir brauchen fast nichts mehr zu fürchten. Und dann kommen solche Ängste?

    MGv Oyamat

  3. Die Comigel-Gruppe aus Frankreich, die diese Lasagne auf den Markt gebracht hatte, ist sicher ein Unternehmen der Lebensmittel-INDUSTRIE. Unter Industriebetrieben stelle ich mir Unternehmen vor, die aus Ausgangsprodukten, seien es Metalle, Öle, chemische Grundstoffe etwas ganz anderes durch Veränderung, Bearbeitung, Reduzierung oder Zugabe herstellen, was dann mit dem Ursprungsprodukt kaum noch was zu tun hat.

    Warum soll das in der Lebensmittel-INDUSTRIE anders sein? Großspurig nennt sich das "Veredelung". Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe unserer INDUSTRIE-Lebensmittelfertigpackungen zeigt uns, mit welchen Stoffen die Rohstoffe "veredelt" wurden. Wer dabei nicht ins Würgen kommt, kennt keine naturbelassenen Lebensmittel und deren Geschmack. Aber das (versehentliche) Verwechseln von Rindfleisch auf Pferdefleisch in der dünnen INDUSTRIE-Lassagne-Soße, hat schon was. Eigentlich ist das ein Schritt aus unserem billigen (nicht günstigen) Verbrauchzeitalter zurück ins wertvolle Qualitätszeitalter. Da sollte man doch sagen: "Weiter so.."

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    oder der deutsche Titel: "Brust oder Keule"
    Damals Zukunftsmusik, heute Realität...

  4. oder der deutsche Titel: "Brust oder Keule"
    Damals Zukunftsmusik, heute Realität...

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    Antwort auf "So ist unsere Zeit"
    • Oyamat
    • 09. Februar 2013 13:04 Uhr

    "Der Skandal ist, dass systematisch und mit großer krimineller Energie ein großer Konzern wie Nestlé (Eigentümer der Marke Findus) und damit automatisch unzählige Verbraucher getäuscht wurden. Hier wurde nicht nur betrogen, es wurde fahrlässig und bewusst die Gesundheit vieler Menschen auf's Spiel gesetzt. "
    Das klingt mir nach genau der Verwechslung, die doch andren vorgeworfen werden soll. Ja, es wurde falsch deklariert und das gehört sich nicht. Aber Pferdefleisch setzt nur einmal schlichtweg nicht "fahrlässig und bewusst die Gesundheit vieler Menschen auf's Spiel". Man kann Pferde genauso gut essen wie Rinder. (Hab' ich ausprobiert.)

    Bis alle Ergebnisse vorliegen und veröffentlicht wurden, kann man sich über die Gefährdungslage nicht vollends sicher sein, aber bis dahin kann man nur sagen: da wurde betrogen. Aber nicht mehr. Alles darüber hinausgehende sind (derzeit mW haltlose!) Unterstellungen.

    Schon seltsam. Wir leben hier höherer Sicherheit als vielleicht jede Generation von Menschen je. Wir brauchen fast nichts mehr zu fürchten. Und dann kommen solche Ängste?

    MGv Oyamat

    Antwort auf "Verfehlte Diskussion"
  5. Pferdefleisch- Lasagne zum Weinen und zum Wiehern, wenn es nicht so ernst wäre (ich reite selbst und würde kein Pferdefleisch essen, aber wenn es gemixt wird- wer würde es rauschmecken??)

    Auch die traurigen Schicksale der Pferde, die oftmals auf den geächteten Transporten immer noch durch die EU lebend gefahren werden weil sie bessere Schlachtpreise erzielen damit - auch das ist ein Thema dahinter-

    Pferdefleisch und viele anderen Tiere- Esel und co -wer weisses schon was "schwarze Schafe" der Branche noch so "aus Kostengründen" hier gemixt haben...

    Aus manchem Hack wiehert wahrscheinlich Esel, Hammel und co oder gar noch was viel grausigeres??

    Ich esse Fleisch nur zur Info und verachte auch kein gutes Steak oder Hackbraten - nur wir Deutschen sind inzwischen sensibler geworden und wollen gutes Fleisch und das es das Tier gut hatte (gleich welches!) artgerechte Haltung, gutes Futter - es stirbt für unseren Teller! - das sollten wir nicht vergessen....

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    "nur wir Deutschen sind inzwischen sensibler geworden und wollen gutes Fleisch und das es das Tier gut hatte (gleich welches!) artgerechte Haltung, gutes Futter - es stirbt für unseren Teller! - das sollten wir nicht vergessen...."

    Das halte ich doch für ein Gerücht...

  6. "nur wir Deutschen sind inzwischen sensibler geworden und wollen gutes Fleisch und das es das Tier gut hatte (gleich welches!) artgerechte Haltung, gutes Futter - es stirbt für unseren Teller! - das sollten wir nicht vergessen...."

    Das halte ich doch für ein Gerücht...

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    • Oyamat
    • 11. Februar 2013 1:06 Uhr

    Der Trick ist das "wir". Sagt ja keiner, daß es nicht auch daneben "Ihr Deutschen" gibt, bei denen das anders ist ;-) . Und über die Mengenverhältnisse sagt's erst recht nichts...

    MGv Oyamat

    • Oyamat
    • 11. Februar 2013 1:06 Uhr

    Der Trick ist das "wir". Sagt ja keiner, daß es nicht auch daneben "Ihr Deutschen" gibt, bei denen das anders ist ;-) . Und über die Mengenverhältnisse sagt's erst recht nichts...

    MGv Oyamat

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tis
  • Schlagworte Fleisch | Großbritannien | Medikament | Pferdefleisch | Rind | Handel
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