Der betroffene Entenmast-Betrieb wird desinfiziert. © Patrick Pleul/dpa

Seit mehr als drei Jahren hat es in Deutschland keinen Fall der sogenannten Vogelgrippe mehr gegeben. Bis der Virus H5N1 nun in einem Brandenburger Entenmast-Betrieb gefunden wurde. Bei Seelow im Oderbruch liegt das Unternehmen, im Rahmen einer Routinekontrolle war dort eine weniger gefährliche, "nicht hoch pathogene Variante" nachgewiesen worden, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems mit.

Die Tiere des Unternehmens hatten keine Symptome gezeigt, doch hatte das Landeslabor Berlin-Brandenburg im Rahmen einer Kontrolle die Infektion der Enten mit dem Influenza- A-Virus nachgewiesen. Der Befund wurde dann am Freitagabend vom Referenzlabor, dem Friedrich-Löffler-Institut, bestätigt. Es handele sich um H5N1, aber nicht um die hochansteckende Variante des Virus, so das Institut.

Vogelgrippe gilt als gefährlich, da der Erreger von Tieren auch auf Menschen übertragen werden und für diese tödlich sein kann. Wie verbreitet die Krankheit genau ist, ist unklar. Eine Metastudie zu dem Thema kam zu dem Ergebnis, dass in ärmeren Regionen ein bis zwei Prozent der Menschen Kontakt mit dem Virus haben, ohne dass es zu gehäuften Krankheitsfällen kommt. In den Jahren 2005 und 2006 kam es zu einer weltweiten Ausbreitung von H5N1 mit mehreren Todesfällen.

Keine Gefahr für Menschen

Für Menschen sei der gefundene Erreger ungefährlich, sagte der Amtstierarzt von Märkisch-Oderland. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium versicherte, für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

Das Bundesland richtete trotzdem ein Krisenzentrum ein, das die Seuchenbekämpfung koordiniert. Der betroffene Betrieb wurde abgesperrt und im Umkreis von einem Kilometer wurde eine Sperrzone eingerichtet. Sie gilt 21 Tage, das ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation die Inkubationszeit des Virus.

Geflügel und Eier aus dieser Zone dürfen in dieser Zeit nicht verkauft werden, Tierhalter müssen Katzen im Haus lassen und Hunde anleinen, Wildvögel dürfen dort nicht gejagt werden. Tierzüchter und Halter in der Region wurden aufgefordert, eventuelle Krankheitssymptome sofort zu melden.

14.500 Enten getötet

In der Region würden jetzt alle Geflügelmast-Betriebe, die Kontakt zu dem Unternehmen mit dem Vogelgrippe-Fall hatten, epidemiologisch untersucht, sagte der Sprecher des Landkreises. Insgesamt seien dort etwa 40 Betriebe ansässig. Die Einwohner erhielten Merkblätter mit Anweisungen, wie sie sich innerhalb des Sperrkreises zu verhalten haben.

Ob ein Tier erkrankt ist, lasse sich beispielsweise an einer anomalen Kopfhaltung, Ausfluss an Augen und Schnabel, der Verweigerung von Futter, Niesen oder an einem stumpfen Federkleid erkennen, hieß es. Sollte jemand so etwas beobachten, sei umgehend das zuständige Veterinäramt zu informieren.

Am Samstag wurde damit begonnen, die 14.500 Enten des Betriebes zu töten und den Betrieb zu desinfizieren. Die Aktion laufe unter Aufsicht von Tierärzten, sagte der Landrat für den Landkreis Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt.