Seit drei Jahren versuchen mein Mann und ich, ein Kind zu bekommen. Nach einem Jahr suchte ich einen Hormonspezialisten auf. Damit begann eine lange Zeit zwischen Hoffen und Bangen, die mein Vertrauen in Ärzte beschädigt hat.

Bei meinem zweiten Arztbesuch verschrieb mir der Arzt hormonregulierende Medikamente. Danach wurde mir im Durchschnitt zweimal pro Woche Blut abgenommen. Ich hörte, meine Arztpraxis sei gleichzeitig Betreiber eines Labors, die diese Untersuchungen durchführt. Der Arzt sprach mit mir nie über Risiken, geschweige denn über Alternativen. Immer wieder wurde mir Hoffnung gemacht, es würde schon bald klappen mit dem Nachwuchs. Ich fühlte mich immer mehr wie ein Versuchskaninchen.

Der Arzt stimulierte meinen Körper mit dem Medikament Clomifen. Danach erhielt ich beim Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis, doch die Eizelle nistete sich nicht ein. Man erklärte mir, dass dies wahrscheinlich auf eine Nebenwirkung des Medikaments zurückzuführen sei. Deshalb wurde ich auf Gonal, ein anderes Medikament, umgestellt.

Auf meine Frage, warum man nicht gleich Gonal angewandt hätte, bekam ich zu hören: Clomifen sei günstiger und daher das erste Mittel der Wahl. Schließlich müsse ich an unser Gesundheitssystem denken. Muss ich? Muss ich nicht vor allem an meine Gesundheit denken?

Als ich weiter fragte, warum man mich nicht über dieses Risiko aufgeklärt hätte, fragte der Arzt scheinheilig: "Ach, Sie möchten informiert werden?" Ich begann, mich in das Thema einzulesen, und fand sehr kritische Informationen und Hinweise auf Risiken, insbesondere auf das Medikament Clomifen bezogen.

Mittlerweile mache ich eine In-vitro-Fertilisation (IVF) ohne Hormonstimulation. Die Therapie nennt sich natural cycle. Ich habe davon in einem Buch über Reproduktionsmedizin gelesen und ein Kinderwunschzentrum gefunden, das sie mit mir durchführt. Die Chance auf Erfolg sinkt bei dieser Therapie zwar. Im Gegensatz zu der hormongestützten Therapie reift pro Zyklus in der Regel nur eine Eizelle heran. Aber die Kosten sind wesentlich geringer, da ungefähr ein Drittel der Kosten bei einer IVF auf die teuren Medikamente fällt.

An drei Versuchen einer IVF beteiligt sich meine Krankenkasse. Erst wenn ich danach für weitere Versuche alleine aufkomme, würden es für mich insgesamt teurer werden als mit der hormonunterstütztenden Therapie. Ansonsten sind die Kosten deutlich niedriger. Ich bin bereit mehr zu zahlen, wenn ich meine Gesundheit nicht in die Hand von Pharmakonzernen legen muss, denen ich nicht über den Weg traue.