KrankheitserregerCoronavirus springt erneut von Mensch zu Mensch

In Frankreich hat sich ein Mann im Krankenhaus mit dem Coronavirus angesteckt. Der Fall bestätigt, dass der Erreger von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. von 

Mit der Krankheit Sars machte sich das Coronavirus vor zehn Jahren einen Namen: Der Erreger von Sars war so infektiös, dass binnen weniger Monate mehrere Tausend Menschen auf der ganzen Welt erkrankten. Seine Symptome – Husten, Fieber und schwere Lungenentzündungen – waren so heftig, dass am Ende rund 800 Menschen daran starben. Im Jahr 2003 galt das Virus als besiegt – bis im vergangenen Jahr sein enger Verwandter auf der Bildfläche erschien: das "neue" Coronavirus HCoV-EMC, das bisher etwa 30 Menschen infiziert und 18 getötet hat, überwiegend auf der arabischen Halbinsel.

Wie sich das Virus ausbreitet, war Medizinern lange ein Rätsel. Als sich im Februar ein Brite bei seinem Vater mit dem Erreger ansteckte, stand fest, dass dieser zumindest unter bestimmten Bedingungen von Mensch zu Mensch springen kann. Ein neuer Krankheitsfall in Frankreich bestätigt das: Wie das französische Gesundheitsministerium gestern mitteilte, wurde das Virus nun in einem 50 Jahre alten Mann nachgewiesen, der sich im Krankenhaus ein Zimmer mit einem 65-jährigen Erkrankten geteilt hat. Letzterer hat sich offenbar bei einem Aufenthalt in Dubai infiziert.

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"Die Ansteckungsmuster in den verschiedenen Ländern bestätigen die Hypothese, dass das Coronavirus bei engem Kontakt von Person zu Person übertragen werden kann", heißt es in einer Stellungnahme der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Da aber jeweils nur wenige Menschen betroffen seien, gäbe es keinen Anlass zur Befürchtung, das Virus könnte sich kontinuierlich in Städten und Gemeinden verbreiten.

Für Deutschland sieht das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin keine erhöhte Gefahr durch das Virus. Zwar habe das Virus auch hierzulande bereits zwei Menschen infiziert. Die Erkrankten hätten sich aber in Katar und Saudi-Arabien angesteckt und das Virus anschließend nicht auf weitere Menschen übertragen. Ein "erhöhtes Risiko für Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung" bestehe also weiter nicht.      

Die neuen Fälle helfen Medizinern zwar dabei, neue Erkenntnisse über die Ausbreitungswege des Virus zu gewinnen. Dennoch bleiben viele Fragen offen. Zum Beispiel ist noch immer nicht bekannt, woher das Virus ursprünglich kam. Möglicherweise stammt das neue Virus von den genetisch eng verwandten Fledermaus-Coronaviren ab und wurde über Zwischenwirte – wie etwa Schweine – für Menschen infektiös. Forscher haben bereits nachgewiesen, dass es sich im Labor sowohl in Fledermäusen, als auch in Schweinen vermehren kann. Als sicher gilt diese Hypothese allerdings nicht.

Unklar ist auch, wie gefährlich das Virus wirklich ist. Bei den bekannten Fällen führte das Virus zwar überwiegend zu schweren Beschwerden und teils zum Tod. "Allerdings weiß man noch nicht, wie viele Menschen womöglich symptomlos oder nur leicht an der neuen Form des Virus erkrankt sind", sagt eine Sprecherin des RKI. Theoretisch könnten sich viel mehr Menschen mit dem Erreger infiziert haben, ohne daran ernsthaft erkrankt zu sein.


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Leserkommentare
  1. zumindest bestätigt der Fall, daß Krankenhäuser Todesmaschinen sind.

  2. ...Krankenhäuser als Todesmaschine. Da kommt der arme Patient kerngesund in das Krankenhaus und geht mit den Füßen voraus hinaus.
    Nosokomiale Infektionen treffen häufigst Patienten die ohnehin sehr krank sind. Natürlich hätten diese sich daheim nicht infiziert, ob sie allerdings dadurch wesentlich länger überlebt hätten?!
    Wer Krankenhäuser als Todesmaschinen bezeichnet sollte am besten daheim bleiben und sich nicht beschweren. Pneumonien, Krebs, Frakturen, Infektionen sitzt man am besten dann daheim vorm Fernseher aus. Alles Gute!

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