Der goldene Windbeutel ging dieses Jahr an Capri-Sonne, denn die Werbung dafür wendet sich direkt an Kinder. Sie werden durch Sponsoring bei Sportveranstaltungen und durch Werbung an Schulen erreicht.

Der "Der goldene Windbeutel" ist ein Negativpreis, der von der NGO Foodwatch verliehen wird – für Nahrungsmittelhersteller, die ihre Produkte für Kinder besonders dreist bewerben.

Ich halte diese Form der Kritik für fragwürdig. Zwar verstehe ich das Anliegen von Foodwatch, Kinder vor Getränken zu schützen, die auf 200 Milliliter sechseinhalb Stück Würfelzucker enthalten.
Positiv an solchen Kampagnen ist,  dass sie Verbrauchertäuschung aufdecken. Doch wer sind die wahren Verantwortlichen?

Ich habe als Kind literweise Capri-Sonne getrunken und Tütenweise Pombären gegessen, die bei Foodwatch den fünften Platz belegen. Dick geworden bin ich davon nicht, denn meine Eltern haben dafür gesorgt, dass ich Süßigkeiten nicht als Grundnahrungsmittel zu mir nahm.

Es ist doch klar, dass Gummibärchen ebenso wie Nutella dick machen können. In den USA wurde Ferrero von einer Mutter wegen irreführender Werbung verklagt. Sie argumentierte, sie habe nicht gewusst, dass Nutella nicht gesund ist.

Für diese Argumentation habe ich kein Verständnis. Jeder, der lesen kann, kann auf die Rückseite von Lebensmittelverpackungen schauen. Dort steht, welche Zusammensetzung das Produkt hat.
Es liegt also in der Verantwortung der Eltern, ihren Kindern die Grundlagen gesunder Ernährung beizubringen.

Würden wir dieser Verantwortung gerecht, wären Preise wie der Goldene Windbeutel überflüssig.