In den USA soll es die " Pille danach" künftig ohne Rezept und ohne Altersbegrenzung geben. Das Weiße Haus gab am Montag seinen Widerstand gegen eine entsprechende Gerichtsentscheidung auf und ebnete dem freien Verkauf damit den Weg. Damit endet ein mehr als zehn Jahre dauernder Gerichtsstreit.

Die Pille danach enthält dieselben Wirkstoffe wie Anti-Baby-Pillen, allerdings deutlich höher dosiert. Wird sie innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen, kann sie eine Schwangerschaft verhindern.

Ein US-Bundesgericht hatte Anfang April die Regel gekippt , dass Frauen unter 17 Jahren das Mittel nur gegen Vorlage einer ärztlichen Verschreibung erhielten. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass die Vorschrift politisch motiviert und wissenschaftlich nicht gerechtfertigt sei. 

Gegen das Urteil legte die US-Regierung Einspruch ein: Sie warnte vor sozialen und gesundheitlichen Gefahren der Entscheidung. Diesen Einspruch zog das Weiße Haus nun zurück.

Der Hersteller der Pille muss nun noch den formellen Antrag auf einen rezeptfreien Verkauf ohne Altersbeschränkung bei der Arzneimittelbehörde FDA stellen. Sobald dieser Antrag eingegangen sei, werde die FDA "ihn umgehend genehmigen", hieß es.   

In Deutschland nur auf Rezept

In Deutschland braucht eine Frau grundsätzlich ein Rezept von einem Arzt, wenn sie eine Notfallverhütung kaufen will.

Das ist umstritten , denn je mehr Zeit nach einer möglichen Zeugung verstreicht, desto unsicherer wirkt das Medikament. Mit dem gebräuchlichen Wirkstoff Levonorgestrel, auch in den Tabletten der Marke Plan B enthalten, kann innerhalb von 24 Stunden eine ungewollte Schwangerschaft mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit verhindert werden. Die Quote sinkt nach 24 Stunden und bis 48 Stunden auf 85 Prozent, zwischen 48 und 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr liegt sie nur noch bei 58 Prozent. Deshalb fordert Organisationen wie Pro Familia , dass die Präparate ohne Beschränkungen in Apotheken verkauft werden sollten.