Kampf gegen A/H7N9: Der Mitarbeiter eines Geflügelmarkts sortiert in Taipeh Enten. © Sam Yeh/AFP/Getty Images

Gesundheitsbehörden lassen prüfen, ob die USA für den Notfall einen Impfstoff gegen den neuen Vogelgrippe-Erreger A/H7N9 einlagern sollten. Erste Hersteller haben nach Angaben einer Expertenkommission damit begonnen, ausreichend Impfstoff für klinische Tests zu produzieren. Diese sollen im August beginnen, schreibt das US-Zentrum für Infektionsforschung.

Robin Robinson, Direktor der biomedizinischen Forschungsgruppe im US-Gesundheitsministerium sagte, die Risikobewertung für das Grippevirus vom Typ A/H7N9- ähnele der des 2009 aufgetauchten H1N1-Erregers. Diese Erreger-Variante war als Schweinegrippe bekannt geworden und um die Welt gegangen. Die Schweinegrippe erwies sich als äußerst ansteckend, wenn auch nicht sehr gefährlich für den Einzelnen.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass auch die eigentlich auf Vögel spezialisierte H7N9-Grippe in maßgeblicher Weise von Mensch zu Mensch übertragbar ist, werde die US-Regierung eine großangelegte Impfstoffkampagne einleiten.

Robinson sagte, das Gesundheitsministerium prüfe derzeit außerdem, wer im Falle einer Influenza-Pandemie geimpft werde. Gleichzeitig halten es Wissenschaftler aber bislang für sehr unwahrscheinlich, dass die neue Vogelgrippe-Variante eine weltweite Epidemie auslösen wird – zumindest, solange es nicht zu Mutationen kommt, die den Erreger für Menschen ansteckender und gefährlicher machen.

Geprüft würden beim US-Ministerium auch Produktionskapazitäten, Zeitabläufe und Kosten, teilte die Behörde mit. Eine Entscheidung über die Vorratshaltung erwarte Robinson in den Sommermonaten.

Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht nachgewiesen

Seit dem vergangenen Winter sind in China mehrere Menschen am H7N9-Virus gestorben, der nie zuvor Menschen infiziert hatte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt bislang mehr als 130 Infektionsfälle. 37 Menschen sind nachweislich infolge einer Infektion mit der neuen Vogelgrippe gestorben. Die Zahl der Neuinfektionen habe allerdings zuletzt abgenommen. Grund dafür seien erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, wie die Schließung von Geflügelmärkten. Nach bisherigen Erkenntnissen steckten sich die Betroffenen im Kontakt zu infizierten Tieren an.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch konnte bisher nicht abschließend bestätigt werden – es gab aber Verdachtsfälle. Im April dieses Jahres hatte die WHO gemeldet, dass sich der Erreger in Einzelfällen unter Familienmitgliedern in China ausgebreitet habe.