MasernRegierung will Impfregeln verschärfen

Angesichts eines Masern-Ausbruchs mit bereits 1.000 Kranken prüft das Gesundheitsministerium eine Verschärfung der Regeln. Mehrere Politiker fordern eine Impfpflicht.

Das Gesundheitsministerium erwägt eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Damit solle die Ausbreitung der Masern bekämpft werden, sagte ein Ministeriumssprecher und bestätigte damit einen Bericht des Spiegel.  

Künftig könnten nicht geimpfte Schüler bei einem Ausbruch der Erkrankung in ihrer Schule befristet vom Unterricht ausgeschlossen werden. Bisher gibt es diese Möglichkeit nur für kranke Kinder. Außerdem werde erwogen, die Gesundheitsämter zu verpflichten, schon bei der Aufnahme eines Kindes in den Kindergarten den Impfstatus abzufragen. Derzeit geschieht das erst zu Schulbeginn.   

Anzeige

Allerdings könnten beide Maßnahmen erst nach der Wahl vom Bundestag verabschiedet werden. Eine Impfpflicht sei zunächst nicht geplant, hatte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) bereits Anfang der Woche gesagt. Das könne nur das letzte Mittel sein.

Die Bundesärztekammer widersprach: "Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht ist eine Impfpflicht das einzig Sinnvolle", sagt Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery dem Spiegel. "Bei Masern handelt es sich um eine hoch ansteckende Erkrankung mit hohem Gefahrenpotenzial für die nicht geimpfte Bevölkerung. Daher wäre es gut, wenn alle Kinder geimpft wären."

Masern

Masern zählen zu den Viruserkrankungen. Der Erreger ist äußert empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Desinfektionsmitteln. Übertragen wird er durch Tröpfchen – also bei engem Kontakt mit Infizierten. Es reicht meist aus, sich in einem Raum mit einem Menschen aufzuhalten, der das hochansteckende Virus in sich trägt.

Vor allen in Entwicklungsländern sind Masern weiterhin ein großes Problem. In Deutschland ist die Zahl der Ausbrüche zwar deutlich zurückgegangen. Seit den 1960er Jahren gibt es eine günstige und effiziente Impfung gegen den Erreger. Doch kommt es wiederholt zu regionalen Epidemien. Ausgerottet sind die Masern trotz der Bemühungen der Gesundheitsbehörden noch immer nicht.

Krankheitsverlauf

Erste Anzeichen sind Erkältungssymptome, wie Schnupfen, Husten und Fieber. In einer zweiten Phase der Erkrankung bildet sich ein Ausschlag mit rötlich-braunen Flecken. Ansteckend sind die Masern bereits etwa fünf Tage bevor der Hautausschlag zu sehen ist. Die Inkubationszeit nach einer Infektion beträgt acht bis zehn Tage.

Für das Jahr 2011 schätzt die Weltgesundheitsorganisation, dass 158.000 Menschen auf dem Globus an den Folgen der Infektion starben. Die meisten Toten sind Kinder unter fünf Jahren. Die Todesursache kann etwa eine durch das Virus hervorgerufene Hirnhautentzündung sein. Außerdem schwächt der Erreger das Immunsystem, wodurch Infektionen mit anderen Viren oder Bakterien schwerer verlaufen können. Dank der Impfung sank die Zahl der Todesfälle seit 2000 um mehr als 70 Prozent. Zuvor starben im Schnitt jedes Jahr bis zu 548.000 Menschen an den Folgen einer Masern-Infektion.

Impfung und Nebenwirkungen

Seit 1984 hat sich die Weltgesundheitsorganisation WHO zum Ziel gesetzt, die Masern durch konsequente Impfungen auszurotten. Der Impfstoff ist ein Lebendvirusimpfstoff, hergestellt aus abgeschwächten Masernviren. Er ist kombiniert mit abgeschwächte Mumps- und Rötelnerregern und wird daher als MMR-Impfstoff bezeichnet.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut empfiehlt eine erste Impfung für Kinder im Alter zwischen elf und 14 Monaten. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres (empfohlen im Alter von 15– 23 Monaten) soll auch die zweite MMR-Impfung erfolgt sein.

Auch weil viele Deutsche die Nebenwirkungen von Impfungen fürchten, ist die Impfquote hierzulande im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geringer. Erst ab einer Quote von 95 Prozent gelten die Masern als ausgerottet. Die Stiko empfiehlt daher auch allen Menschen, die nach 1970 geboren worden sind eine Immunisierung mit der MMR-Vakzine, sofern sie nicht geimpft sind oder es nicht wissen.

Nebenwirkungen der Impfung sind selten. Bei etwa 5 von 100 Geimpften rötet sich die Einstichstelle in den ersten drei Tagen nach der Impfung oder schwillt etwas an. Kurzfristig kann hin und wieder leichtes Fieber auftreten, Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden. Allergische Reaktionen auf den Impfstoff sind möglich, ebenso länger andauernde Gelenkentzündungen. Beides ist sehr selten. Als sehr seltene Nebenwirkung wird auch eine mögliche Hirnentzündung nach der Impfung diskutiert; weltweit sind diese nach Impfung in wenigen Einzelfällen beobachtet worden. Ein Zusammenhang mit der Impfung konnte jedoch nicht belegt werden.

Damit sich die Masern nicht ausbreiten können, müssten mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Doch in vielen Bundesländern liegt die Quote unter 90 Prozent. Masern sind besonders für Erwachsene gefährlich. Auch bei Kindern kann die Krankheit schwer verlaufen: Es kann noch Jahre später zu einer Hirnhautentzündung kommen, die zum Tod führen kann.

Mehr als 1.000 Kranke

Die Diskussion über eine Impfpflicht war aufgekommen, nachdem vor allem in Berlin und Bayern deutlich mehr Masern-Fälle aufgetreten waren. Mehr als 1.000 Menschen sind im ersten Halbjahr 2013 erkrankt. Im gesamten Vorjahr gab es nur 166 Fälle.

Gesundheitspolitiker zeigten sich alarmiert. "Wenn sich herausstellt, dass sich innerhalb eines Jahres die Impfquote nicht entscheidend verbessert, müssen wir über eine Impfpflicht nachdenken", sagte Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) der Rheinischen Post

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schloss sich der Forderung an. Der Nutzen der Impfung gegen Masern überwiege mögliche Risiken von Nebenwirkungen bei Weitem, sagte Lauterbach der Zeitung.  

In Deutschland befürwortet eine große Mehrheit eine Impfpflicht: 80 Prozent der Befragten sprachen sich in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit dafür aus.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ...der genannten Politiker wohl selbst schon gegen Masern geimpft sind?

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... das interessant sein? Die Politiker sind für sich selbst verantwortlich, so wie Sie und ich.

    K Nr. 1: "Wie viele der genannten Politiker wohl selbst schon gegen Masern geimpft sind?"

    Politikern wird ja so manches vorgeworfen / unterstellt, aber wohl nicht, dass sie biologisch den körperlichen Entwicklungsstand eines Kindes hätten. Bei den Masern handelt es sich um eine sog. Kinderkrankheit, also um eine Krankheit, die so bezeichnet wird, weil sie v.a. Kinder betrifft.

    Um Ihnen eine Ahnung davon zu geben, wie unverständig und deplaziert Ihr Kommentar ist: Laut Schätzung der WHO haben die Masern im Jahr 2000 u.a. fast die Hälfte der 1,7 Millionen durch Impfung vermeidbaren Todesfälle bei KINDERN verursacht.
    Quelle: http://de.wikipedia.org/w...

    Wie kann man nur das Thema, durch eine Impfpflicht v.a. das Risiko für Kinder zu verringern, wegen Masern u.a. lebenslange geistige und körperliche Behinderungen davonzutragen oder zu sterben, egozentrisch dazu missbrauchen, seine vermeintlichen humoristisch-satirischen Qualitäten und sein Bedürfnis nach Politikerschelte auszuleben?

    wahrscheinlich keiner, weil das damals noch nicht präsent war.

    aber man kann ja dazu lernen.

    • xila
    • 14. Juli 2013 14:45 Uhr

    "In Deutschland befürwortet eine große Mehrheit eine Impfpflicht: 80 Prozent der Befragten sprachen sich in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit dafür aus."

    Umfragen der DAK kann man meiner Erfahrung nach von vornherein in die Tonne treten.

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Glauben Sie was sie wollen, ist schließlich ein freies Land.

    "Umfragen der DAK kann man meiner Erfahrung nach von vornherein in die Tonne treten."

    Zwei Fragen:

    1. Welche Erfahrungen haben Sie denn konkret mit der Qualität von DAK-Umfragen gemacht?

    2. Die hier in Rede stehende Umfrage wurde von der Forsa im Auftrag der DAK durchgeführt. Dies wirft die Frage auf: Welche Erfahrungen haben Sie denn konkret mit der Qualität von Umfragen der Forsa gemacht?

    Mitzuteilen, dass man Erfahrungen gemacht hat, ist Schall und Rauch. Wir alle machen ständig irgendwelche Erfahrungen. Dass Sie Erfahrungen gemacht haben, ist letztlich für andere uninteressant; interessant für andere ist, welche Erfahrungen Sie konkret selbst gemacht haben.

    Plaudern Sie ruhig mal aus dem Nähkästchen. Wir Mitforisten würden es begrüßen.

  2. ...und schließlich gab es ja auch schon einmal die Impfpflicht gegen Pocken, bei einer meines Wissens um ein Vielfaches riskanteren Impfung. Das hat geholfen! Vor Pocken muss sich niemand mehr fürchten, und vor der Imfung und den hässlichen Narben auch nicht. Masern könnten auch längst ausgerottet sein, wenn nicht einige Esoteriker der Meinung wären, sie müssten ihre Kinder als "Abhärtung" deren enormen Risiken aussetzen.
    Wenn man sein Immunsystem trainieren möchte, kann man dazu immer noch die unzähligen harmlosen Erkältungsviren "benutzen", denen man sich ohnehin nicht entziehen kann, öfters mal an die frische Luft gehen und auf übertriebene Hygiene (Desinfektionsmittel und antibakterielle Reiniger ohne triftigen Gund, z.B.) verzichten...

    34 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    scheint sehr groß zu sein - die Angst vor den Masern hingegen nicht bei den Verweigerern. Wer erlebt hat, wie schlimm Kinder durch Masern lebenslänglich beeinträchtigt werden können - macht sich nach einer Ansteckung zu Recht Vorwürfe. Ich selbst habe erst als Erwachsene Masern gehabt, ebenfalls mit langwieriger Folge-Erkrankung, so dass ich lange nicht dienstfähig war.
    Meine Konsequenz daraus: Die Masern-Impfung muss zur Pflicht gemacht werden, damit sich niemand mehr vor dieser schlimmen Krankheit fürchten muss! Das Gesetz ist überfällig!

    • Panic
    • 14. Juli 2013 16:37 Uhr

    Ich bin Jg. 68 und wurde als Kind, so war es zumindest bei uns üblich, immer dorthin geschickt, wo gerade eine Epidemie herrschte. Klaus hat Maser: Zack alle auf zu Klaus. Steffi hat Röteln. Zack: Alle auf zu Steffi. Ich hatte alle Kinderkrankheiten und muss sagen, dass mein Immunsystem an Fort Knox erinnert.

    Ich kann mich wirklich an nur eine einzige Grippe in meinem Leben erinnern. Ich habe noch nie Antibiotika nehmen müssen. Ich renne im Winter im T-Shirt rum und bleib gesund. Ich weiß nicht, welche Gefahren sich hinter einer absichtlichen Ansteckung im Kindesalter verbergen, aber keiner meiner Freunde aus der Kindheit haben dadurch in irgendeiner Form gelitten. Ich für meinen Teil finde es etwas befremdlich Krankheiten, die schon seit Ewigkeiten existieren und im Kindesalter gut wegzustecken sind, panisch wegzuimpfen.

    Salut

  3. So wird man neuer Wirtschaftsminister. Herr Rösler, erklären sie uns bitte doch nochmal im Namen der FDP das mit der Grippe Impfung damals!

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Vergleich von Grippe-und Masern-Impfung ist äußerst unpassend, da es sich bei der Schweinegrippe-Impfung um eine Schnellmaßnahme im Angesicht einer Epidemie handelte, deren Ausmaße im Vorfeld schlicht schwer einzuschätzen waren. Im Endeffekt haben tatsächlich hauptsächlich die Pharmakonzerne verdient - aber wäre es Ihnen lieber gewesen, wenn man die Gefahr völlig unterschätzt und abertausend Tote in Kauf genommen hätte? - Ein Blick in die Geschichte zweigt schnell, dass Grippeepidemien schnell so enden können.
    Der Grippeimpfstoff war, da eilig hergestellt, war eben auch nur schnell getestet. Der übliche Masernimpfstoff ist _seit Jahrzehnten im Einsatz_ und ausgesprochen sicher! Das ist ein sehr, sehr entscheidender Unterschied. Impfung ist nicht gleich Impfung!

  4. Wenn die Zeit kommt, das Steurn zahlen freillig wird, kann man ueber freiwilliges Impfen diskutieren.

    Eine Leserempfehlung
    • vmm
    • 14. Juli 2013 14:56 Uhr

    Ich halte es für fraglich, ob eine Impfpflicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Jeder medizinische Eingriff, dem nicht zugestimmt wird, stellt eine Körperverletzung dar. Eine Körperverletzung gegen die Zustimmung dulden zu müssen, geht meines Erachtens gegen die körperliche Unversehrtheit in Art 2 GG.

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Chali
    • 14. Juli 2013 15:04 Uhr

    So geht es doch niel einfacher.

    • H.v.T.
    • 14. Juli 2013 15:08 Uhr

    "Ich halte es für fraglich, ob eine Impfpflicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Jeder medizinische Eingriff, dem nicht zugestimmt wird, stellt eine Körperverletzung dar. Eine Körperverletzung gegen die Zustimmung dulden zu müssen, geht meines Erachtens gegen die körperliche Unversehrtheit in Art 2 GG."
    ---

    Ich darf Sie auf das Infektionsschutzgesetz aufmerksam machen.

    Auszug aus Wikipedia, der Einfachheit halber:

    "Bemerkenswert am Infektionsschutzgesetz ist, dass zum Zwecke der Gefahrenabwehr Grundrechte nach Maßgabe des Art. 19 Abs. 1 S. 1 GG i. V. m. S. 2 (Zitiergebot) eingeschränkt werden können. Angeordnete Schutzmaßnahmen können folgende Grundrechte einschränken: Grundrecht auf die körperliche Unversehrtheit gemäß Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG, die Freiheit der Person gemäß Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG, die Versammlungsfreiheit gemäß Art. 8 Abs. 1 GG, des Brief- und Postgeheimnisses gemäß Art. 10 Abs. 1 GG, die Freizügigkeit gemäß Art. 11 Abs. 1 GG sowie das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung gemäß Art. 13 Abs. 1 GG. Außerdem kann die berufliche Tätigkeit ganz oder teilweise nach Maßgabe des Art. 12 Abs. 1 S. 2 GG untersagt werden."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Infektionsschutzgesetz"

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Thema des Artikels. Die Redaktion/au

    ist seit langem wissenschaftlich belegt.

    Dennoch zirkuliert beständig ein Sammelsurium an konfusen Behauptungen, welche Schäden Impfungen auslösen können - es ist zum Haare raufen. Man lese mal ein bisschen auf impfschaden.info. Der Autor dort wirft wild mit Referenzen auf wissenschaftliche Artikel und Illustierte um sich, und täuscht damit eine Faktenbasis für seine Behauptungen vor, die nicht existiert. Oft macht es den Anschein, als hätte er die referenzierten Text einfach nicht verstanden.

    Das Traurige ist, dass man diesen Unsinn bei google schneller findet als seriöse Informationen. Wenn solche Angst-Statements erstmal in der Welt sind, sind sie schwer wieder einzufangen. Klar kann man den ganzen Quatsch Schritt für Schritt argumentativ widerlegen, aber viele Leute werden das nie hinterfragen.

    Eine direkte Impfpflicht halte ich ebenfalls für das letzte Mittel, allerdings sollten indirekte Mittel wie Schulverbot, Verbot in öffentlichen Räumen zu arbeiten etc. ausgeweitet werden. Gleichzeitig brauchen wir eine deutlich aktivere Aufklärung gegen impfschaden.net und ähnliche Verklärer - an den Argumenten scheitert es nicht.

    Wenn ich mich mit Pocken in die U-Bahn setze ist das lebensbedrohlich für alle anderen Mitfahrer, ebenso wenn ich die Masern habe. Eine Impfung ist für den Schutz anderer Mitmenschen gedacht, das sich so eine Erkrankung nicht ausbreitet. Wie schon Mitforist/in in #3 ausgedrückt hat: irgentwelche Esoteriker bringen andere Menschen in Gefahr.

    Nach der Logik müsse man jeden medizinischen Eingriff ablehnen bei dem keine Zustimmung vorliegt, das betrifft so ziemlich die meisten Notfall-Eingriffe.
    Auf der anderen Seite müsse man jeden Eingriff ausführen bei dem eine Zustimmung vorliegt, auch Eingriffe die gegen die ärztliche Ethik verstoßen, wie das amputieren gesunder Gliedmaße.

    Eine Impfung ist kein medizinischer Schaden, außer vielleicht bei einer Allergie, aber das wird vorher abgeklärt.
    Eine ungeimpfte Person, die bspw. Masern hat, ist für die Allgemeinheit eine größere Bedrohung als eine Spritze.

    An Egoismus kaum zu überbieten.

    ich finde es viel gravierender, wenn sich jemand ungeimpftes mit einer noch nicht ausgebrochenen erkrankung neben mich setzt, als daß jemand zu einer impfung gezwungen wird. hier kann man, wie vorher schon angsprochen, zumindest die risiken eindämmen, wie etwa eine allergie auf einen der bestandteile des impfstoffes.

  5. Der Vergleich von Grippe-und Masern-Impfung ist äußerst unpassend, da es sich bei der Schweinegrippe-Impfung um eine Schnellmaßnahme im Angesicht einer Epidemie handelte, deren Ausmaße im Vorfeld schlicht schwer einzuschätzen waren. Im Endeffekt haben tatsächlich hauptsächlich die Pharmakonzerne verdient - aber wäre es Ihnen lieber gewesen, wenn man die Gefahr völlig unterschätzt und abertausend Tote in Kauf genommen hätte? - Ein Blick in die Geschichte zweigt schnell, dass Grippeepidemien schnell so enden können.
    Der Grippeimpfstoff war, da eilig hergestellt, war eben auch nur schnell getestet. Der übliche Masernimpfstoff ist _seit Jahrzehnten im Einsatz_ und ausgesprochen sicher! Das ist ein sehr, sehr entscheidender Unterschied. Impfung ist nicht gleich Impfung!

    15 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Der Posten ist sicher."
    • Chali
    • 14. Juli 2013 15:04 Uhr

    So geht es doch niel einfacher.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    man könnte auch den letzten Idioten überzeugen. Wenn wir alle Kant wären brauche es wohl keinerlei Gesetze. Manchmal (und wohlüberlegt) muss es halt Zwang sein. Ob die Masernimpfung so ein Fall ist: weiß nicht, ehrlich gesagt.

    die glauben, die bewusste Ansteckung ihrer Kinder auf Masern-Partys wäre ein gutes Mittel, um eine Immunität zu erhalten.

    Diese Art von Eltern zu überzeugen, versucht man seit Jahrzehnten - das scheint gescheitert. Deshalb sollte man striktere Maßnahmen nicht ausschließen.

    klar machen wir halt nochmal 50 Jahre und die Leut, die glauben es passiert schon nichts oder die, die nur zu faul sind, die werden trotzdem nicht alle.

    Mit dem Überzeugen ist das immer so eine Sache.
    Im Zeitalter des Internets steht jedem ein schier unbegrenzter Informationsschatz zur Verfügung. Was erwarten Sie also? Dass jemand an Ihre Tür klopft und sagt "Ich bin xyz und ich weiß ganz genau, dass..."?

    Solange es nur eine kleine Gruppe von lernresistenten Vertretern der menschlichen Spezies gibt, dient das Internet gleichenfalls als Schneeballsystem zum Erhalt der "Überzeugungsresistenz". Gerade im medizinischen Bereich suchen sich manche anscheinend ja auch gern eher Ärzte, die sie in ihren Vermutungen bestätigen und Einstellung bestärken, als welche die einem wirklich helfen können.

    Und das ganze ist ja nicht nur auf dem medizinischen Sektor zu beschränken. Die eigene Meinung lautstark rausposaunen und wenn der andere was sagt, die Ohren zuhalten, "Lalala" trällern und dann sagen "Mich hat keiner informiert" oder "Skandal, da denken die wirklich über eine Pflicht nach, anstatt zu überzeugen".

    Warum nachdenken, wenn man auch unreflektiert und ohne jedwede Ahnung von dem Thema dummes Zeug schwätzen kann. "So geht es doch viel einfacher", nicht wahr?!

    Das einzige was es hier zu überzeugen gibt, sind die [...] die immer noch nicht in der Lage sind Impfungen von Impfungen zu unterscheiden (Masern, Schweinegrippe), die eine Verschwörung der Weltpharmaindustrie wettern, da mit ca 80 cent pro Impfung ja so ein reibach gemacht werden kann oder gar die dezimierung der Unterschicht befürchten. Der einzige Grund warum das Bild entsteht, es würden diejenigen in der Mehrheit sein die sich in ihrer Jugend nicht geimpft haben und heute sehr gesund sind ist schlicht der, dass die die nicht gesund sind heute wahrscheinlich keinen Computer mehr bedienen können!

    Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke, die Redaktion/fk.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, rav
  • Schlagworte Karl Lauterbach | CSU | FDP | Gesundheitsministerium | Bevölkerung | Bundestag
Service