Die Zahl der in Deutschland gemachten Operationen ist zwischen 2005 und 2011 um mehr als ein Viertel gestiegen. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Linksfraktion an das Bundesgesundheitsministerium hervor, von der die Passauer Neue Presse berichtet.

Dem Bericht zufolge habe es im Jahr 2005 12,13 Millionen Operationen gegeben. 2011 seien es bereits 15,37 Millionen gewesen. Die Zahl der Wirbelsäulen-OPs habe sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt. Nirgendwo sonst in Europa habe es 2010 so viele Hüftoperationen gegeben wie in Deutschland. Auch bei den Knie-OPs liege Deutschland mit 213 Eingriffen pro 100.000 Einwohner im europäischen Vergleich vorne.

Weltweit ist Deutschland dem Bericht zufolge zudem eines der Länder mit den meisten Kaiserschnittgeburten. Von 1.000 Babys im Jahr 2010 seien 213 per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Im OECD-Vergleich sei der Anteil mit 447 Schnittentbindungen je 1.000 Geburten lediglich in Mexiko höher gewesen.

Die Linke führt den Anstieg auf das Fallpauschalensystem zurück, das medizinische Leistungen pro Behandlung statt nach dem Behandlungszeitraum vergütet. Zudem seien Krankenhäuser chronisch unterfinanziert. "Da werden sinnlose Anreize zum Schneiden gesetzt, während die Mittel bei Heilung und Prävention fehlen. Die Fallpauschale muss fallen", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus Ernst der Passauer Neuen Presse.