Impfung eines 14 Monate alten Mädchens © Geoff Cadick/AFP/Getty Images

In diesem Jahr hat es bisher 1.542 gemeldete Masernerkrankungen in Deutschland gegeben. Damit übersteigt die Zahl der Fälle bis zum 1. September den Wert des vergangenen Jahres fast um das Zehnfache, heißt es aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums.

Allerdings schwanken die Infektionszahlen infolge größerer Epidemien im Jahresvergleich stark. 2012 gab es insgesamt 165 gemeldete Masernfälle. 2011 waren es 1.608 Fälle, im Jahr zuvor 780. Im Jahr 2001 wurden den Behörden noch 6.036 Fälle gemeldet, drei Jahre später waren es nur 123. Vor sieben Jahren stieg die Anzahl der Erkrankungen auf 2.308, zwei Kinder starben nach einer Epidemie in Nordrhein-Westfalen.

Masernerkrankungen wurden in diesem Jahr bisher mit 711 Fällen am häufigsten in Bayern bekannt, gefolgt von Berlin (487) und Nordrhein-Westfalen (122), wie es unter Berufung auf das Robert Koch-Instituts weiter hieß.

Um die Masern auszurotten, müssen mindestens 95 Prozent der Bevölkerung immunisiert sein. Selbst dann erwartet das Robert Koch-Institut noch 80 Infektionen pro Jahr. Dies wäre aber weniger als eine Erkrankung unter einer Million Menschen. Dies wurde in Deutschland nie erreicht.  

Nach einer aktuellen repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums halten 78 Prozent der Bundesbürger eine Masernerkrankung bei Erwachsenen für gefährlich. Offizielle Empfehlungen für die Masernimpfung sind demnach bei 52 Prozent unbekannt, allerdings haben weit mehr Menschen davon gehört als noch im Jahr zuvor.

Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte kürzlich eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes angekündigt, um die Ausbreitung der Masern zu bekämpfen. Künftig könnten nicht geimpfte Schüler bei einem Ausbruch der Erkrankung in ihrer Schule befristet vom Unterricht ausgeschlossen werden.

Bisher gibt es diese Möglichkeit nur für kranke Kinder. Außerdem werde erwogen, die Gesundheitsämter zu verpflichten, schon bei der Aufnahme eines Kindes in den Kindergarten den Impfstatus abzufragen. Derzeit geschieht das erst zu Schulbeginn. Eine Impfpflicht kann laut Bahr nur das letzte Mittel sein.