Die Ärzte wehren sich gegen Pläne der Gesundheitspolitik, Patienten schneller zu Terminen bei Fachärzten zu verhelfen. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery schlug vor, für eine schnelle Vermittlung vom Hausarzt zu einem Facharzt eine dringliche Überweisung einzuführen.

Die Koalitionspartner der Bundesregierung hatten sich in den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, eine Termingarantie einzuführen: Patienten sollen in ein Krankenhaus gehen können, wenn sie nicht binnen vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt erhalten.

Montgomery bezeichnete diese Regelung in der Rheinischen Post als unsinnig. "Das Terminmanagement muss in den Händen der Ärzte bleiben", forderte er. Wichtig sei bei einer dringlichen Überweisung, dass Termine beim Facharzt weiterhin aus medizinischen Gründen vergeben werden. 

Wer ohne Überweisung seines Hausarztes einen Facharzttermin wünsche, müsse unter Umständen etwas länger warten, sagte Montgomery. Bei Vorsorgeuntersuchungen etwa beim Hautarzt sei das auch kein Problem.

Versorgungsproblem nicht mit Termingarantie lösen

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, verwies auf eine Versichertenbefragung. 80 Prozent der Versicherten hätten keine Probleme, zügig einen Termin zu bekommen, sagte er.

Die Fachärzte beklagten, die Probleme bei der Terminvergabe hätten ein "versorgungspolitisches Problem" als Ursache. Das lasse sich nicht mit einer Termingarantie lösen, sagte Fachärzte-Verbandschef Andreas Gassen.   

Das geplante Weiterleiten der Patienten in die Kliniken hatte Gassen als "leeres und vielleicht sogar teures Versprechen" bezeichnet. Denn in den ambulanten Abteilungen der Krankenhäuser sei kein Fachärztestandard garantiert.