Proben von künstlich hergestelltem Laborfleisch in der Universität von Masstricht © Francois Lenoir/Reuters

Die EU-Kommission will das Klonen von Tieren zur Lebensmittelerzeugung verbieten. Gesundheitskommissar Tonio Borg legte mehrere Gesetzesvorschläge dazu vor. Demnach sollen sowohl das Klonen selbst als auch der Verkauf von Klonfleisch verboten werden. Die Technik sei Tierquälerei und daher ethisch nicht vertretbar, sagte Borg. Für gesundheitsgefährdend hält er die Klon-Nahrungsmittel allerdings nicht. 

Das Klonen von Nutztieren ist vor allem gefährlich für die Klone. Viele der Tiere haben noch immer Missbildungen. Der Verzehr ihrer Nachkommen ist allerdings ebenso bedenklich wie der Verzehr von normalem Fleisch. 2008 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit dies mitgeteilt. Das US-Pendant der Behörde sieht das genauso.

Eine gesetzliche Initiative gegen Klonfleisch hhatte die EU-Kommission bereits 2010 in die Wege geleitet. Damals war einer der Hauptstreitpunkte mit dem Europaparlament und dem Ministerrat, inwieweit Produkte von Nachfahren geklonter Tiere einer Kennzeichnungspflicht unterliegen sollen.

Auf einen ähnlichen Streit könnte die EU jetzt wieder zusteuern. Borgs Gesetzespläne enthalten keine Kennzeichnungspflicht für die Produkte von Nachkommen von Klontieren. Der Kommissar begründet das damit, dass entsprechende Systeme zur Überwachung der Lebensmittel ausgesprochen aufwendig und teuer wären.