Archäologen haben im Sudan ein mehr als 3.200 Jahre altes, von Krebs-Metastasen befallenes männliches Skelett entdeckt. Es ist das älteste bislang gefundene Skelett, in dem sich Spuren der Krankheit finden, wie eine in der US-Fachzeitschrift Plos One veröffentlichte Studie angibt. Die österreichische Forscherin Michaela Binder hatte das Skelett vor einem Jahr in einem Grab am Nil entdeckt.

Wissenschaftler der Universität Durham haben das Skelett untersucht. Die Analyse zeige, dass die leichten Knochenverletzungen nur von Krebs verursacht worden sein könnten, sagte Michaela Binder. Der Fund könne helfen, die bislang nahezu unbekannte Geschichte der Krankheit zu verstehen.  

Heute sei Krebs eine der häufigsten Todesursachen, in archäologischen Funden sei sie jedoch äußerst selten nachzuweisen. Deswegen sei die Wissenschaft bislang davon ausgegangen, dass Krebs in erster Linie auf die zeitgenössische Lebensweise und die höhere Lebenserwartung zurückzuführen sei, schreiben die Wissenschaftler der Universität Durham und des British Museum. Die Weltgesundheitsorganisation hatte in ihrem Weltkrebsbericht 2014 weltweit steigende Zahlen von Krebserkrankungen veröffentlicht. 

Das Skelett stammt von einem Mann, der im Alter von 25 bis 35 Jahren gestorben war. Seine Knochen waren von Wucherungen der Krankheit übersät. Spuren von Metastasen fanden die Wissenschaftler auf den Schlüsselbeinen, den Schulterblättern, den Halswirbeln, Armen, Rippen, auf den Hüft- und Beckenknochen.

Gefunden wurde das Skelett in Amara, 750 Kilometer südlich der sudanesischen Hauptstadt Khartum.