Für Menschen, die von Heuschnupfen geplagt werden, kann die Luft ab jetzt sehr lästig werden. Die Saison der Haselnusspollen, die schon Mitte Dezember begann, ist zwar inzwischen beendet. Der Polleninformationsdienst sagt aber voraus, dass in diesen Tagen schon der Flug der Birkenpollen beginnt. Sie werden im Norden der Republik bis Mitte Juni durch die Luft wirbeln. Auf sie und auf Gräserpollen, deren Saison erst Mitte April beginnt, dafür bis zur zweiten Septemberhälfte anhält, reagieren besonders viele Menschen mit Nasenjucken, anfallsartigen Niesattacken, Schnupfen, roten und tränenden Augen oder gar mit allergischem Asthma. Entwarnung für alle Betroffenen gibt es aber frühestens Mitte September, wenn auch die Saison der Nachzügler, der Beifuß- und Ambrosiapollen, vorüber ist.

Dass man so genau weiß, wann welche Pollen Saison haben, ist nicht selbstverständlich. "Zum ersten Mal bieten wir in diesem Jahr für die wichtigsten Pollenarten eine aktuelle Berechnung des voraussichtlichen Beginns des Pollenflugs an", sagte der Charité-Allergiespezialist Karl-Christian Bergmann, Leiter der seit 1984 bestehenden Stiftung Polleninformationsdienst, in einer Pressekonferenz zu Beginn der Saison.

45 Pollenfallen im gesamten Bundesgebiet bilden die Grundlage für die Prognosen, an zehn von ihnen wird ganzjährig gemessen. Darunter ist auch die Pollenfalle auf dem Dach der Charité-Hautklinik in Mitte. Inzwischen ist die Genauigkeit der Vorhersagen dadurch gewachsen, dass die Ergebnisse mit Wettervorhersagen kombiniert werden.

Pollenvorhersagen für das Smartphone

Mit einer Pollen-App fürs Smartphone können Menschen, bei denen schon eine Pollenallergie diagnostiziert wurde, sich die aktuelle Belastung neuerdings direkt auf ihrem Handy vorhersagen lassen – in Deutschland, Österreich und Frankreich. Wer seinen Standort per Postleitzahl eingibt, gleichzeitig einträgt, welche Beschwerden ihn an Auge, Nase oder Bronchien plagen und welche Medikamente der Arzt dagegen verordnet hat, bekommt eine Vorhersage über die individuelle Belastung in den nächsten Tagen.

Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik als PDF herunterzuladen. © Roland Hausheer

Das ist wichtig, weil schon viel gewonnen ist, wenn man den Pollen, soweit möglich, aus dem Weg geht. Oder wenn man an den kritischen Tagen einfache Regeln beherzigt wie die, sich abends die Haare zu waschen, damit das Kopfkissen pollenfrei bleibt. Außerdem weiß man durch das Warnsystem, wann man unbedingt an die akut wirksamen Medikamente denken muss: An die Mittel, die sich gegen das körpereigene Histamin richten, das die unerwünschten Symptome macht, eventuell aber auch an das Kortisonspray gegen die entzündliche Reaktion.

Erst nach Ende der Pollensaison kann dann eine Behandlung zur Desensibilisierung gegen bestimmte Allergene in Angriff genommen werden. "Die App bietet auf Wunsch einen Erinnerungsservice, damit man den Arztbesuch im Herbst nicht verpasst", erläuterte Katharina Bastl von der Medizinischen Universität Wien, wo die App entwickelt wurde und wo die Europäische Pollendatenbank angesiedelt ist.

Mittels eines Pollentagebuchs kann jeder zudem ein Profil der persönlichen Belastung anlegen – und an den Arzt weiterleiten. Wer bisher nur die Vermutung hat, dass sich ein Heuschnupfen neu entwickelt haben könnte, kann einen Selbsttest machen.