Die Vereinten Nationen warnen vor der zunehmenden Ausbreitung synthetischer Drogen. Die Herstellung von Amphetaminen, zu denen auch das Rauschmittel Crystal Meth gehört, hat weltweit zugenommen. Das geht aus dem Weltdrogenbericht 2014 hervor (UNODC, 2014).  

Der allgemeine Drogenkonsum sei zwar stabil geblieben, die sichergestellte Menge an Amphetaminen und die Zahl entsprechender Drogenlabore vor allem in Nordamerika sei jedoch deutlich angestiegen, teilte das UN-Büro für Drogen und Verbrechen (UNODC) mit. Von den weltweit sichergestellten 144 Tonnen sei die Hälfte in Nordamerika sichergestellt worden, ein Viertel in Ost- und Südostasien.

Geschätzte 34,4 Millionen Menschen konsumierten im Jahr 2012 Amphetamine. Damit waren diese hinter Cannabis die am zweithäufigsten konsumierte Rauschmittelart.

Eine weitere Herausforderung seien neue psychoaktive Substanzen, sogenannte Designerdrogen, deren Zahl kontinuierlich ansteige. Mitte 2012 gab es noch 251 dieser psychoaktiven Drogen, im Dezember 2013 waren es bereits 348. Die Produzenten dieser Rauschmittel, die oftmals als Alltagsprodukte wie Badesalz oder Düngemittel über das Internet vermarktet werden, arbeiteten oft in einer rechtlichen Grauzone. International kontrolliert und verboten sind 234 Drogen.

Ein weiterer Rückschritt im Kampf gegen Drogen stelle der Opiumanbau in Afghanistan dar: Das Land mit der weltweit größten Anbaufläche habe diese noch einmal um 36 Prozent vergrößert von 154.000 Hektar im Jahr 2012 auf 209.000 Hektar im Folgejahr. Weltweit habe damit auch die Herstellung von Heroin wieder die Höchstwerte der Jahre 2008 und 2011 erreicht.

Kokain- und Cannabis-Konsum rückläufig

Die weltweite Produktion von Kokain war hingegen in den Jahren von 2007 bis 2012 rückläufig. In Nordamerika nahm der Konsum seit 2006 beständig ab, ist aber immer noch weit verbreitet. In Südamerika, Afrika und Teilen Asiens hat er hingegen laut UN zugenommen. Die gesamte Kokainproduktion konzentriere sich dabei praktisch auf drei südamerikanische Länder: Bolivien, Peru und Kolumbien, schreibt die UN. 17,2 Millionen Menschen konsumierten demnach 2012 Kokain.

Auch der Konsum von Cannabis sei weltweit zurückgegangen, heißt es in dem Bericht: 2012 konsumierten rund 178 Millionen Menschen Cannabis. Gestiegen sei der Konsum allerdings in den Ländern, in denen Cannabis zu medizinischen Zwecken verabreicht wird – so etwa in einigen US-Bundesstaaten sowie in Uruguay.

Ecstasy-Konsum am stärkten gesunken

Am stärksten ging der Gebrauch von Ecstasy zurück. Die Zahl der Konsumenten lag 2012 bei 18,8 Millionen und damit drei Prozent niedriger als im Vorjahr.

Insgesamt konsumierten im Jahr 2012 weltweit 243 Millionen Menschen mindestens einmal illegale Drogen – das entspricht fünf Prozent der Menschen weltweit im Alter von 15 bis 64 Jahren. Die Zahl der Drogentoten ging sogar deutlich zurück. 2012 starben rund 183.000 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Im Vorjahr waren es 211.000.

ZEIT ONLINE hat vor Kurzem seine Leser gefragt: Nehmen Sie Drogen?  Mehr als 22.000 Menschen in Deutschland haben sich an der Online-Umfrage Global Drug Survey 2014  beteiligt. Daraus ist der ZEIT-ONLINE-Drogenbericht entstanden.

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Nie zuvor haben mehr Deutsche so detailliert beschrieben, was sie rauchen, schnupfen, trinken und einwerfen. Hier finden Sie alle Ergebnisse der Umfrage sowie weitere Grafiken und Artikel zu Drogen in Deutschland.