8. Cannabis ist riskant für Jugendliche.

Für Jugendliche und Heranwachsende sind Haschisch und Marihuana – wie übrigens auch Alkohol und Zigaretten – besonders gefährlich, da sich deren Gehirne noch entwickeln (Petersen & Thomasius, 2006). Wer ständig und wiederholt kifft, riskiert Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen, die sich nicht heilen lassen. Mangelnde Konzentration, Gedächtnisstörungen und depressive Phasen können jene treffen, die sehr häufig zu Bong, Joints, Haschkeksen oder Hanftees greifen oder auf andere Weise Cannabinoide konsumieren (Meier, 2012). Die größte verkannte Gesundheitsgefahr durch Cannabis ist das Rauchen selbst. Die giftigen Stoffe, die durch das Verbrennen von Papier und Tabak in den Körper gelangen, schaden der Lunge erheblich.

Viele Patienten, die auf Arzneien aus Hanf angewiesen sind, nutzen deshalb lieber Verdampfer oder Vape Pens. Gerade unter medizinischen Nutzern scheint dies verbreitet. Sie inhalieren die sich durch Wärme etwa aus THC-Öl lösenden Cannabinoide.

9. Alkohol und Tabak sind meist gefährlicher als Hanf.

Viele Menschen, auch Politiker, halten Cannabis im Vergleich zu anderen legalen Rauschmitteln, wie Alkohol oder Tabak, immer noch für besonders gefährlich. Studien untermauern dies aber nicht (Nutt et al., 2010). Zuletzt veröffentlichten zahlreiche Medien die Meldung, dass Cannabis-Konsum tödlich enden könne (Hartung, 2014). Eine Falschmeldung, denn eindeutige Belege fehlten. Bis heute ist kein Todesfall dokumentiert. Umso fraglicher ist das generelle Verbot der Hanfpflanze. Konsequent wäre aus wissenschaftlicher Sicht entweder eine Legalisierung von Haschisch und Marihuana, oder aber ein Verbot von Alkohol und Tabak. 

10. Die Drogenpolitik behindert Hanftherapien.

Cannabinoide wären nachweislich gegen viele Leiden sinnvoll einsetzbar – und zwar häufig mit weniger unangenehmen Nebenwirkungen als zugelassene Arzneien. Um sie als Medikamente gegen alle möglichen Symptome zulassen zu können, wären aber umfassendere Studien an Tausenden Patienten nötig. In Deutschland verhindert das strenge Betäubungsmittelgesetz eine solche Entwicklung. Das ohnehin fragwürdige Verbot von Cannabis als Droge verhindert im Zweifel also, dass Schwerkranken geholfen wird.

Der Schutz Jugendlicher mag gegen den freien Verkauf von Haschisch und Marihuana sprechen. Dass schon Kinder in Deutschland trotz gesetzlicher Beschränkungen so leicht an Alkohol und Zigaretten kommen, ist angesichts der bekannten Folgen für die Gesundheit ebenfalls ein Problem. Als Arznei aber sollte Cannabis längst frei zugänglich sein, zumindest auf Rezept.