Chronisch kranke Patienten, denen außer Cannabis nichts gegen ihre Schmerzen hilft, dürfen dieses in Ausnahmefällen zu Hause selbst zu Therapiezwecken anbauen. Das Kölner Verwaltungsgericht gab mit diesem Urteil den Klagen von drei von fünf schwerkranken Schmerzpatienten statt.   

Der Cannabis-Eigenanbau bleibe im Grundsatz verboten, urteilte das Gericht. Er könne aber unter mehreren Bedingungen als "Notlösung" erlaubt werden, sagte der vorsitzende Richter Andreas Fleischfresser. Zu den Voraussetzungen gehöre, dass der Patient austherapiert ist, es keine Behandlungsalternative für ihn zu Cannabis gibt und Apotheken-Cannabis unerschwinglich ist.

In drei Verfahren seien alle Bedingungen erfüllt, urteilte das Gericht. "Insbesondere könne beim Anbau in den Wohnungen ein Zugriff Dritter auf die Pflanzen und Produkte hinreichend sicher ausgeschlossen werden", hieß es. Die genauen Modalitäten des Anbaus könnten durch Auflagen bestimmt werden.

Die schwerkranken Kläger wollten gegenüber dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Genehmigung erstreiten, Cannabis für den Eigenkonsum zu therapeutischen Zwecken selbst anbauen zu dürfen. In drei der fünf Verfahren hat das Gericht das BfArM nun verpflichtet, über die Anträge erneut zu entscheiden; in den beiden anderen Fällen hat es die Klagen abgewiesen.