Parallel zur Ebola-Epidemie in Guinea, Sierra Leone, Liberia und Nigeria sind in der Demokratischen Republik Kongo zwei Menschen an einer Ebola-Erkrankung gestorben. Tests hätten bestätigt, dass die Verstorbenen aus der Provinz Equateur an Ebola gestorben seien, sagte der kongolesische Gesundheitsminister Félix Kabange Numbi. 

Zuvor hatten die Behörden von 13 Toten innerhalb von zehn Tagen berichtet, die an einer unbekannten Fiebererkrankung gestorben waren. Ob sie alle mit Ebola infiziert waren, ist nicht bestätigt. Minister Kabange betonte außerdem, der Ausbruch im Kongo habe nichts mit dem in Westafrika zu tun. Offenbar wurde bei den dort Verstorbenen eine andere Variante des Virus festgestellt als die im restlichen Seuchengebiet. Welcher Erreger genau isoliert wurde und was für Untersuchungen dazu bisher durchgeführt wurden, sagte der Minister nicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will die gemeldeten Fälle nun überprüfen.

Mehr als 1.400 Tote in Westafrika

In den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone ist die Zahl der Toten durch die Ebola-Epidemie nach Angaben der WHO unterdessen auf mehr als 1.400 gestiegen. Mehr als 2.600 Infektionsfälle hat die WHO seit Dezember 2013 registriert (Verdachtsfälle und bestätigte Fälle zusammengerechnet). Die Dunkelziffer an nicht gemeldeten Infektionen und Todesfällen dürfte hoch sein – denn Erkrankte werden zum Teil von Angehörigen nicht zu Ärzten oder in provisorisch errichtete Isolierstationen gebracht.

Ausgebrochen war die Krankheit im Dezember 2013 in einer Familie in Guinea. Ein Zweijähriger war der erste Patient der aktuellen Epidemie. Er dürfte sich im Kontakt zu einem Tier infiziert haben. Als natürlicher Überträger des Virus gelten Fledermäuse, die auch andere Säugetiere wie etwa Affen anstecken. Von Guinea aus nahm die bisher größte Ebola-Epidemie aller Zeiten ihren Lauf. Die Situation in den von internationalen Organisationen errichteten Isolierstationen ist nicht unter Kontrolle. Weiterhin stecken sich Menschen an. 

In den betroffenen Ländern gibt es keine flächendeckende medizinische Versorgung. Das Misstrauen gegenüber ausländischen Helfern ist groß. Viele Dörfer und Stadtteile sind noch nicht von Seuchenschützern erreicht worden.

Gegen Ebola gibt es weder eine wirksame Impfung noch Medikamente. Einmal infiziert, liegt die Überlebenschance bei unter 50 Prozent. Einzelnen Patienten wurde während der aktuellen Epidemie zwar das nicht zugelassene und nur in Tierversuchen getestete Mittel ZMapp verabreicht. Einige davon überlebten die Infektion unter Gabe des Mittels, andere nicht. Darüber, ob es wirklich wirkt, lassen diese Einzelfälle keine Aussage zu. Weder die Wirksamkeit gegen Ebola noch Risiken und Nebenwirkungen von ZMapp wurden bislang ausreichend erforscht.

Japan bietet Grippemittel gegen Ebola an

Auch der Einsatz anderer Medikamente im Seuchengebiet wird weiter diskutiert. Keines davon wurde jemals an Ebola-Patienten erprobt. Am Montag gab Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga bekannt, der WHO das Grippemittel Favipiravir zur Verfügung stellen zu wollen. Es ist unter der Bezeichnung T-705 und dem Produktnamen Avigan in Japan zum Einsatz gegen Influenza zugelassen und wird von der Firma Toyama Chemical, einer Tochter des Konzerns Fujifilm, hergestellt. In den USA befindet es sich als Grippemittel in der Phase III einer klinischen Studie, wird also bereits an Menschen erprobt.

In einer kürzlich von deutschen Forschern im Magazin Antiviral Research veröffentlichten Studie (Oesterreich et al., 2014) hatte das Mittel mit Ebola infizierten Mäusen geholfen. Inwieweit es die Sterblichkeit durch eine Ebola-Infektion unter Menschen senken könnte, sei nicht bekannt, sagte ein Sprecher der Herstellerfirma ZEIT ONLINE.