Ehemalige Staatschefs fordern eine liberalere Drogenpolitik © David McNew/Getty Images

Eine Gruppe von Ex-Staatschefs um den früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan hat weltweit eine Liberalisierung der Drogenpolitik gefordert. Im Sinne der Menschlichkeit müsse im Kampf gegen Rauschmittel die Gesundheit, nicht die Strafverfolgung im Forderung stehen, heißt es in einem bei den Vereinten Nationen in New York veröffentlichten Appell.

Der juristische Kampf gegen Drogen sei gescheitert, schreiben die Unterzeichner in ihrem Aufruf.  Verbote würden das Verhalten der Menschen nicht ändern, Drogenkonsumenten dürften deswegen nicht länger kriminalisiert werden. Wichtiger sei es, die gesundheitlichen Folgen zu lindern und die Gewinne der Drogenhändler zu beschneiden.

Drogen als Medikamente

Die Unterzeichner gehen außerdem auf die medikamentöse Wirkung einiger Drogen ein, insbesondere bei der Schmerzbekämpfung. "Mehr als acht Prozent der Menschheit tragen jeden Tag an der Bürde eines vermeidbaren Schmerzes", heißt es in dem Aufruf. Schmerzmittel, auch auf Opiate basierende, könnten dieses Problem lindern. Regierungen sollten ein von der Weltgesundheitsorganisation zu beaufsichtigendes Programm starten, um solche Medikamente sicher in den Umlauf bringen zu können.

Zu den Mitgliedern der Kommission gehören die früheren Staatspräsidenten Ernesto Zedillo (Mexiko), Fernando Henrique Cardoso (Brasilien), Jorge Sampaio (Portugal), Ricardo Lagos (Chile) und Griechenlands Ex-Ministerpräsident George Papandreou, der frühere US-Außenminister George Shultz, der ehemalige EU-Außenbeauftragte Javier Solana, Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa und der Unternehmer Richard Branson. 

In jüngster Zeit haben mehrere Staaten ihre Gesetze gelockert. Jüngstes Beispiel ist Chile: Die Regierung genehmigte am Montag den Anbau von 214 Cannabis-Pflanzen, unter anderem in der Hauptstadt Santiago de Chile. Die Plantage soll ab April 2015 rund 200 Krebs- und Epilepsiepatienten kostenlos mit Marihuana versorgen, wie der Sender Radio Cooperativa berichtete. "Es handelt sich um ein seriöses Projekt, das auf das Wohlergehen der Menschen zielt", sagte der Gouverneur von Santiago de Chile, Claudio Orrego.