Desinfektion am John Fitzgerald Krankenhaus in Monrovia © Dominique Faget/Getty Images

Angesichts der Ausbreitung der Ebola-Epidemie in seinem Land sieht der liberianische Verteidigungsminister die staatliche Ordnung bedroht. "Liberia sieht sich einer ernsthaften Bedrohung seiner nationalen Existenz gegenüber", sagte Brownie Samukai am Dienstag in einer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat. 

Das Gesundheitssystem Liberias sei der Epidemie nicht gewachsen, sagte Samukai. Sein Land verfüge weder über eine ausreichende Infrastruktur noch über das nötige Fachpersonal und die finanziellen Mittel, um die Ausbreitung der Krankheit zu bekämpfen. Ebola breite sich wie ein Waldbrand aus, der alles vernichte. Liberia ist am schwersten von der Epidemie betroffen, die in mehreren Staaten Westafrikas grassiert.

Die UN-Sondergesandte für Liberia, Karin Landgren, verwies darauf, dass mindestens 160 liberianische Gesundheitshelfer selbst an Ebola erkrankt seien. Die Hälfte von ihnen sei bereits gestorben. Sie warnte davor, dass die tatsächliche Lage viel schlimmer sei, als die offiziellen Zahlen vermuten ließen.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, rief in die internationale Gemeinschaft zu einem größeren Engagement im Kampf gegen das tödliche Virus auf. Die derzeitigen Anstrengungen seien nicht ausreichend. Die USA haben den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat inne. US-Präsident Obama hatte bereits angeboten, Soldaten in das Krisengebiet zu entsenden.

Mehr als 2.000 Menschen sind bereits gestorben

Nach Angaben der WHO haben sich seit März in den drei am schwersten betroffenen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone 4.269 Menschen mit Ebola angesteckt. 2.288 von ihnen starben. Zudem sei in den kommenden drei Wochen mit Tausenden neuen Ebola-Fällen zu rechnen, vor allem in Liberia, das allein 1.224 Ebola-Tote zu beklagen hat.

Liberia, Guinea und Sierra Leone gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Freitag gefordert, die Hilfen für die betroffenen Staaten um 600 Millionen Dollar aufzustocken.     

Wieder besser geht es einem in die USA gebrachten Arzt, der sich in Liberia mit dem Virus infiziert hatte und mit einem experimentellen Mittel behandelt wurde. "Wir sind sehr zufrieden mit seinem Fortschritt", sagte Phil Smith, Direktor der zuständigen Abteilung des Nebraska Medical Center in Omaha. Der 51-Jährige Patient war am Freitag in die Klinik gebracht worden.