US-Präsident Barack Obama entsendet 3.000 Soldaten in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Krisengebiete in Westafrika. Das US-Personal soll sich dort um medizinische und logistische Unterstützung kümmern, berichteten Regierungsbeamte. 17 neue Behandlungszentren, in denen Ebola-Patienten isoliert und versorgt werden, sollen in der Region mit jeweils 100 Betten pro Einrichtung gebaut werden.

500 medizinische Mitarbeiter pro Woche sollen den Angaben zufolge vor Ort trainiert werden. Obama werde Einzelheiten im Laufe des Tages bekanntgeben, hieß es.

Im Kongress will Obama zusätzliche 88 Millionen Dollar zur Bekämpfung der Seuche beantragen. Die Mittel sollen als Teil eines Haushaltsgesetzes bewilligt werden, über das Senat und Repräsentantenhaus noch in dieser Woche abstimmen könnten.

Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zu Ebola

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will sich nach Angaben der US-Botschafterin Samantha Power am Donnerstag in einer Sondersitzung mit der Ebola-Epidemie befassen. "Ich muss nicht erwähnen, wie ungewöhnlich eine Debatte des Sicherheitsrates zu einer Gesundheitskrise ist", sagte Power. "Aber im Moment ist es wichtig, dass der Rat über den Stand der Epidemie spricht." Die Mitglieder seien aufgerufen, mit "konkreten Zusagen" zu dem Treffen zu kommen.

Nach Angaben von Diplomaten könnte eine Resolution zum Kampf gegen Ebola verabschiedet werden. Bisher hat das UN-Gremium, das sich mit den Themen Frieden und Sicherheit befasst, erst ein Mal zu einer Krankheit getagt. Im Januar 2000 beriet es über die Immunschwächekrankheit Aids. In der Sitzung am Donnerstag soll es auch um eine Ausweitung der Hilfe für die Krisenregion gehen.

Seit dem Ausbruch der Epidemie in Westafrika sind nach WHO-Angaben mehr als 2.400 Menschen an dem Virus gestorben. Knapp 4.800 Menschen haben sich mit Ebola infiziert. Am schwersten betroffen sind Sierra Leone, Liberia und Guinea.

Liberia bittet Deutschland um Hilfe

Unterdessen ist die Bundesregierung von Liberia um direkte Hilfe im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus gebeten worden. "Ohne mehr direkte Hilfe von Ihrer Regierung werden wir die Schlacht gegen Ebola verlieren", schreibt Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf laut der taz in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ähnliche Briefe seien an Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Kuba, Russland, Südafrika und die USA gegangen, sagte das liberianische Präsidialamt der Zeitung.

Konkret bittet die Präsidentin um den Aufbau und Betrieb von mindestens einer Ebola-Behandlungsstation in der Hauptstadt Monrovia. Außerdem müsse die Grundversorgung in mindestens zehn Krankenhäusern außerhalb der Hauptstadt wiederhergestellt und eine Luftbrücke eingerichtet werden, über die medizinisches Personal und Ausrüstung aus dem Ausland nach Liberia transportiert werden können. Nur Länder wie Deutschland, so Johnson-Sirleaf, könnten die nötige Hilfe leisten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben bisher rund 2,7 Millionen Euro für den Kampf gegen Ebola zur Verfügung gestellt. Das Entwicklungsministerium hatte Ende der vergangenen weitere neun Millionen Euro zugesagt. Weitere Hilfen sollen geprüft werden.