Als Reaktion auf den ersten Ebola-Fall in der US-Metropole New York haben zwei Bundesstaaten ihre Sicherheits-Bestimmungen verschärft: Medizinisches Personal, das aus den Ebola-Gebieten in Westafrika über den New Yorker Flughafen John F. Kennedy oder Newark in New Jersey in die USA zurückkehrt, müsse automatisch für bis zu 21 Tage in Quarantäne, teilten die Gouverneure von New York und New Jersey, Andrew Cuomo und Chris Christie, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit.  

Die verschärften Quarantäne-Regeln betreffen demnach Reisende, die aus Guinea, Sierra Leone und Liberia kommen und in Westafrika Ebola-Patienten behandelt haben oder mit ihnen in Kontakt gekommen sind. Auch alle Personen, die Kontakt zu einem Ebola-Infizierten hatten, sollen für diesen Zeitraum isoliert werden. Die US-Regierung erwägt einem Insider zufolge ebenfalls einen solchen Schritt.

Die Quarantäne kann für einen Zeitraum von bis zu drei Wochen angeordnet werden – das ist die maximale Zeit, die vergehen kann nach einer Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen. Auch wer aus den westafrikanischen Ländern zurückkehre, aber keinen wissentlichen Kontakt mit Erkrankten gehabt habe, werde aktiv von den Gesundheitsbehörden überwacht, sagten die Gouverneure.  

"Freiwillige Quarantäne ist ein Widerspruch in sich", sagte Cuomo. "Und wir haben gesehen, was passiert. Man fährt mit der U-Bahn. Man fährt mit dem Bus. Hunderte über Hunderte könnten angesteckt werden." Zuvor hatte er noch ebenso wie der New Yorker Bürgermeister versucht, die Ängste der Bürger zu zerstreuen. Es gebe keinen Grund zur Sorge.   

RKI hält zusätzliche Kontrollen für Aktionismus

Am Donnerstag war ein 33-jähriger Mediziner, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Guinea Ebola-Kranke behandelt hatte, positiv auf die lebensgefährliche Krankheit getestet worden. Er wurde in eine Isolierstation des Bellevue Krankenhauses gebracht. Zuvor war bekannt geworden, dass der infizierte Arzt nach seiner Rückkehr aus Westafrika am 17. Oktober in der U-Bahn unterwegs war, Taxi fuhr und eine Bowlingbahn besuchte.

Nach Ansicht von Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind zusätzliche Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen im Kampf gegen eine Ausbreitung der Epidemie nicht sinnvoll. Bei allen Reisenden die Körpertemperatur zu messen, gleiche der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. "Es gibt keine guten Daten, die belegen würden, dass das mehr als Aktionismus ist." Außerdem seien die Messungen alles andere als zuverlässig.

Das RKI geht zudem nach Angaben seiner Sprecherin davon aus, dass es in Deutschland höchstens einzelne Ebola-Fälle geben wird. Die Infektion sei nur übertragbar durch direkten Kontakt zu Körperflüssigkeiten, "also man muss jemanden schon wirklich anfassen und derjenige muss auch sichtbar erkrankt sein". Deutschland sei im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt, um diese einzelnen Patienten schnell zu behandeln.

Mali meldet ersten Todesfall

In der westmalischen Stadt Kayes ist ein zweijähriges Mädchen gestorben, das als erster Ebola-Fall in dem Land galt. Das Mädchen sei mit seiner Großmutter in Bussen von Guinea nach Mali gereist und habe dabei aus der Nase geblutet, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Dadurch könnte das Kind viele Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der WHO kamen das Mädchen und die Großmutter durch mehrere Städte in Mali und verbrachten auch zwei Stunden in der Hauptstadt Bamako, bevor sie nach Kayes weiterreisten. 

Der WHO zufolge ist die Zahl der Ebola-Fälle inzwischen auf mehr als 10.000 gestiegen. Nach Angaben vom Samstag sind 10.141 Menschen an der Seuche erkrankt, 4.922 davon sind gestorben. Experten gehen weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. Im Vergleich zur jüngsten Erhebung, die vor drei Tagen veröffentlicht wurde, hat es im am meisten betroffenen Liberia weder neue Erkrankte noch weitere Tote gegeben. Allerdings ist in Sierra Leone die Zahl der Ebola-Fälle um fast 200 auf 3.896 gestiegen.