Jenna ist manchmal traurig. Trauriger, als man ist, wenn man einfach mal schlechte Laune hat oder ein Tag anders läuft, als man es sich wünscht. Sie fühlt dann gar nicht viel, vor allem keine Freude, kein Glück, meistens irgendwie nichts. Die Bloggerin aus Berlin, die eigentlich Jana Selig heißt, schrieb auf Twitter, wie es ist, wenn man Depressionen hat und die Traurigkeit so tief sitzt, dass man selbst nicht weiß, wo sie anfängt und wo sie wieder aufhört.   

Ihre Tweets, die sie unter dem Usernamen @isayshotgun schrieb, wurden zu einer Geschichte über die Krankheit. Darüber, wie man sich fühlt, wie wenig empfänglich man für gute Ratschläge ist, wie sehr einen Depressionen gefangen halten. "Der Auslöser war ein persönlicher", sagt Jenna ZEIT ONLINE. "Ich wurde durch eine Situation, die ich schon häufiger erlebt habe, getriggert und wollte mich eigentlich nur in einem Tweet darüber auslassen." Dann sei sie in einen nicht enden wollenden Schreibfluss geraten.

Viele Twitter-Nutzer fühlten sich angesprochen, teilten die Tweets, schrieben eigene dazu. Bald schon wurden sie unter dem Hashtag #notjustsad gebündelt, der schnell in den Twitter-Trends landete. Ähnlich wie bei der Sexismusdebatte, die erst durch Twitter und das Hashtag #Aufschrei zu einer gesellschaftlichen Diskussion über Sexismus im Alltag wurde.  

Das Hashtag trifft den Kern der Krankheit gut: nicht nur traurig. Denn Depressionen sind mehr als das. Betroffene leiden unter einer tiefen Niedergeschlagenheit, sie sind antriebslos und haben Probleme, positive Gefühle zu empfinden. Depressionen äußern sich bei jedem auf eine andere Art.