Fast jeder zweite Afrikaner schützt sich mittlerweile mit Moskitonetzen gegen Stiche der Überträger vor Malaria. © Barbara Sigge/dpa

Der Kampf gegen Malaria zeigt weltweit Erfolge. So sind 2013 deutlich weniger Menschen an den Folgen der durch Mücken übertragenen Tropenkrankheit gestorben als im Jahr zuvor. Das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf mitgeteilt.

Laut des aktuellen Weltmalariareports waren im vergangenen Jahr 584.000 Menschen an der Tropenkrankheit gestorben, 40.000 Menschen weniger als noch 2012. Seit Jahren geht die Zahl der Todesopfer zurück. "Wir haben die richtigen Instrumente, aber wir müssen sie zu noch mehr Menschen bringen, um die bisherigen Erfolge zu verstetigen," sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan anlässlich der Veröffentlichung des Berichts.

Sorge bereitet den WHO-Mitarbeitern allerdings das vermehrte Auftreten von Resistenzen vor allem in Asien. Dort sind einige der Parasiten, die Malaria auslösen, nicht mehr mit gängigen Mitteln behandelbar – sie sind unempfindlich geworden gegenüber den Medikamenten.

Auch habe die weiter anhaltende Ebola-Epidemie im Westen Afrikas die Malariabekämpfung in den betroffenen Ländern stark beeinträchtigt (ZEIT ONLINE berichtete). Dort versuche man derzeit, mit Massenmedikation einem Anstieg der Todesfälle durch Malaria entgegenzuwirken.

Die meisten Menschen, die Malaria zum Opfer fallen, sind in afrikanischen Ländern zu Hause – wobei die Situation in einzelnen Staaten sehr unterschiedlich ist. Neun von zehn Todesfällen werden in Afrika registriert. Gleichzeitig werden dort derzeit die größten Fortschritte im Kampf gegen den Parasiten gemacht, der über Stiche der Anopheles-Mücke ins Blut der Menschen gerät.

Im Jahr 2013 starben in Afrika insgesamt 54 Prozent weniger Menschen an der Krankheit als noch im Jahr 2000. Auch die Zahl der Infizierten mit 128 Millionen Menschen 2013 auf dem afrikanischen Kontinent ein Viertel geringer als im Jahr 2000 – obwohl heute 43 Prozent mehr Menschen dort leben als damals.

Moskitonetze sind der wichtigste Schutz

Vor allem die Tatsache, dass mehr Menschen Moskitonetze zum Schutz vor den Insekten haben, ist für diese positive Entwicklung verantwortlich. So habe 2013 fast jeder zweite Afrikaner ein mit Insektizid behandeltes Moskitonetz benutzt, während zehn Jahre zuvor nicht einmal einer von 33 Afrikanern ein solches Netz besessen habe, berichtet die WHO.

Gleichzeitig zum WHO-Bericht haben Forscher im Fachmagazin The Lancet eine Studie veröffentlicht, die sogar zeigte, dass das Besprühen der Netze nicht zwingend nötig ist. Die Wissenschaftler der Uni Durham in Großbritannien hatten den Einsatz von mit Insektiziden behandelten und nicht behandelten Moskitonetzen zum Schutz afrikanischer Kinder vor Malaria verglichen.

Das Ergebnis: Die Netze allein reichten aus, wenn die Kinder konsequent darunter schliefen (Lindsay et al., 2014). Allerdings seien weitere Studien in verschieden stark von Malaria betroffenen Regionen nötig, um endgültig zu belegen, dass das Spray zusätzlich keinen Effekt habe, schreiben Fachkollegen in einem Kommentar dazu.

Neben Moskitonetzen sind in Afrika auch Medikamente und Schnelltests zur Diagnose inzwischen für mehr Menschen verfügbar – auch das habe dazu beigetragen, die Krankheit zurückzudrängen, berichtet die WHO.

Die Gesundheitsorganisation mahnte jedoch an, dass für eine anhaltend erfolgreiche Bekämpfung mehr Mittel nötig seien. Bislang fehlten im Kampf gegen Malaria noch mehr als 2,5 Millionen US-Dollar. 

Malaria-Erreger sind Parasiten und werden von infizierten Mücken-Weibchen der Gattung Anopheles verbreitet. Malaria gilt als eine der tödlichsten Infektionskrankheiten überhaupt. Typische Symptome sind Fieberschübe, Krämpfe sowie Magen- und Darmbeschwerden. In schweren Fällen treten Hirnschäden oder Blutarmut auf. Die gefährlichste Form, die Malaria tropica, kann Säuglinge in wenigen Stunden töten.