Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen, Fieber – je stärker und schlagartiger die Symptome auftreten, desto wahrscheinlicher ist der Erreger ein Grippevirus. © dpa

Regen, Kälte, Wind – das Wetter ist gerade ideal für Grippeviren. Die vermehren sich zwar nicht besser, wenn es kalt ist, aber die für den ersten Schutz verantwortlichen Zellen in den Atemwegen sind bei Kälte sehr viel schwächer als wenn draußen frühlingshafte Temperaturen herrschen. Und so ist es ein Problem, dass die Grippe-Erreger derzeit deutschlandweit kursieren. Allein in der Woche vom 9. bis 15. Februar 2015 infizierten sich nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) mehr als 6.200 Menschen neu mit Influenzaviren.

Nicht jeden aber fesselt die Grippe gleich ans Bett. Warum haben die einen nur einen Schnupfen, andere aber liegen drei Wochen lang flach? Was ist der beste Schutz gegen die Viren? Und woran ist eine Grippe zu erkennen?

Symptome und Diagnose

Ein Grippe-Erreger verursacht in der Regel ein bis zwei Tage nach der Infektion Symptome. Der Betroffene fühlt sich schlagartig krank, hat Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, hohes Fieber und trockenen Husten. Diese Anzeichen sind oft stärker ausgeprägt als bei einer einfachen Erkältung. Die kommt typischerweise mit etwas Schnupfen, Husten, Halskratzen und leichtem Fieber daher. Das verwirrende: Eine Grippe kann ebenso mit einem leichten Schnupfen vorbeiziehen oder eine Erkältung sich wie eine Grippe anfühlen. Nicht immer also lässt sich äußerlich zwischen einer Erkältung und einer echten Grippe unterscheiden.

Helfen kann ein Schnelltest auf Grippe beim Arzt. Noch zuverlässiger ist ein Labortest. Fällt er positiv aus, muss der Arzt es dem örtlichen Gesundheitsamt melden.

Unterschiedliche Verläufe

Für Kinder, ältere oder durch andere Erkrankungen vorbelastete Menschen kann eine Grippe besonders schwer verlaufen, vor allem wenn sie zu Folgeerkrankungen führt. "Das Virus greift zum Beispiel das Lungengewebe an", erklärt Susanne Glasmacher, Biologin und Sprecherin des RKI, "so können Bakterien anschließend leichter die Lunge infizieren". Es könne zu einer Lungenentzündung kommen. Wer bemerkt, dass sich sein Zustand wenige Tage nach der Infektion noch verschlechtert, sollte dringend zum Arzt gehen.

Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzmuskelschäden drohen aber auch gesunden Menschen, die ihre Grippe nicht vollständig auskurieren und den Körper zu früh wieder belasten. Allerdings hilft ihr Immunsystem, die Folgeinfektionen besser zu überstehen. Wie schwer jemand erkrankt, ist abhängig von dieser körpereigenen Abwehr, aber auch vom Influenza-Typ. Nach einem Ratgeber des RKI für Ärzte verläuft bei etwa einem Drittel der Patienten die Infektion fieberhaft. Ein weiteres Drittel hat nur leichte Symptome, der nächste spürt überhaupt nicht, dass er den Erreger im Körper trägt.

Therapie und Schutz

Wer sich eine Grippe eingefangen hat, sollte sich schonen und die Erkrankung auskurieren. Der Arzt wird in den meisten Fällen dazu raten, im Bett zu bleiben, viel zu trinken und mit Schmerztabletten die Schmerzen zu linden. Verläuft die Grippe schwer und ist der Patient gesundheitlich geschwächt, können Medikamente helfen, die gezielt die Viren im Körper bekämpfen. Derlei Virostatika helfen jedoch nur im Frühstadium der Erkrankung. 48 Stunden nach den ersten Symptomen ist es in der Regel schon zu spät, um sie zu nehmen. Antibiotika helfen nur gegen eine bakterielle Folgeerkrankung. Gegen das Grippevirus sind sie unwirksam.

Wer die Infektion gar nicht erst durchmachen möchte, kann sich impfen lassen. Das Nationale Referenzzentrum für Influenza untersucht regelmäßig aktuelle Influenzaviren, beobachtet, wie sie sich entwickeln und schlägt Impfstoffe gegen künftige Erreger vor. Häufig, aber nicht immer, sind ihre Prognosen korrekt. So kann ein Impfstoff mitunter gegen den aktuellen Erreger nicht optimal wirken und nur geringen Schutz bieten, wie es in dieser Saison der Fall ist.

Auch regelmäßiges Händewaschen kann vor einer Grippe schützen. Allerdings ist der Erreger hochinfektiös und kann an vielen Orten lauern. Deshalb ist es sinnvoller, wenn der Kranke darauf achtet, sein Umfeld nicht anzustecken. Das heißt: Husten in die Armbeuge, statt in die Hand, regelmäßig lüften und zu Hause bleiben – bis die Grippe auskuriert ist.