Ein Ebola-Helfer in Koidu, Sierra Leone © REUTERS/Baz Ratner

Seit 15 Monaten wütet das Ebola-Virus in Westafrika, es ist immer noch da. Fast 25.000 Menschen haben sich bisher mit dem Virus infiziert, mehr als 10.300 sind an den Folgen der Erkrankung gestorben. Wie stark diese Zahlen noch steigen, ist ungewiss: In manchen Wochen ging die Zahl der Neuinfektionen zuletzt zurück, in anderen Wochen stieg sie wieder an. Am 20. März registrierte Liberia erneut eine Infizierte, nachdem sich fast drei Wochen lang im ganzen Land niemand mit dem Virus angesteckt hatte.

Bis heute existiert keine wirksame Impfung und kein sicheres Gegenmittel gegen Ebola – dass sich das Virus stetig verändert, erschwert die Entwicklung. Nun gibt es zwei Meldungen aus der Wissenschaft, die etwas Hoffnung machen.

Forscher aus den USA entwickelten einen neuen Impfstoff, der erstmals komplette Ebola-Viruskörper enthält (Marzi et. al., 2015). Bisher erforschte Vakzinen enthielten lediglich Fragmente, die in andere Viren eingebaut waren. In Science beschreiben die Forscher ihren Tierversuch an Makaken-Affen. Impften sie die Tiere zweifach, erkrankten die Affen anschließend nicht an der Seuche. Einmalig geimpfte Makaken wurden zwar krank, überlebten die Infektion jedoch.

Die Immunsysteme der Tiere konnten Ebola demnach besser abwehren, nachdem sie schon vor der eigentlichen Infektion mit dem vollständigen Virus in Kontakt gekommen waren. Das war bei den bisher erforschten Stoffen nicht möglich gewesen, da sie immer nur Teile des Ebola-Virus enthielten. Um zu verhindern, dass der neue Impfstoff selbst die Erkrankung auslöst, hatten die Forscher das Virus so verändert, dass es sich nicht fortpflanzen konnte. Ob die Impfung im Menschen ebenso funktioniert und ungefährlich ist, muss sich erst in weiteren Studien zeigen.

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Die Suche nach dem Impfstoff ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn das Ebola-Virus verändert sich ständig. Eine ebenfalls in Science veröffentlichte Studie zeigt nun, dass der aktuelle Erreger sich jedoch nicht so schnell entwickelt wie befürchtet (Hoenen et. al., 2015). Frühere Untersuchungen hatten vorausgesagt, dass er sich doppelt so schnell verändere wie seine Vorgänger. Die neuesten Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sich das Virus auch im jetzigen Ausbruch in normalem Tempo entwickelt.

Kommt der neue Impfstoff zum Einsatz, wird er wie seine Vorgänger im aktuellen Ausbruch nichts mehr ausrichten, sondern allenfalls gegen künftige Epidemien schützen. Bis ein neuer Impfstoff alle Tests für die Zulassung durchlaufen hat, können mehrere Jahre vergehen.