Eine Mutter stillt ihre Kinder. © Norberto Duarte/Getty Images

Menschen, die als Babys gestillt wurden, schneiden einer Studie im Magazin Lancet zufolge im Erwachsenenalter in Intelligenztests besser ab und verdienen mehr Geld. "Die Auswirkungen des Stillens auf die Entwicklung des Gehirns und die Intelligenz von Kindern sind bekannt", sagte Bernardo Lessa Horta, von der brasilianischen Universität Pelotas. Zusammen mit Kollegen hat er erstmals umfangreich untersucht, wie stark dieser Effekt sein könnte (Horta et al., 2015).

Weniger klar sei nämlich bislang gewesen, ob diese Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter andauern. "Je länger ein Kind gestillt wurde (bis zu zwölf Monate), desto größer waren die Vorteile", berichten Hortas und seine Kollegen. Ein Mensch, der als Baby mindestens ein Jahr lang gestillt wurde, legte laut der Studie durchschnittlich um vier IQ-Punkte zu, wies 0,9 Jahre mehr Schulbildung auf und hatte ein um 341 brasilianische Real erhöhtes Monatseinkommen im Gegensatz zu denen, die kürzer als einen Monat gestillt wurden. Das entspricht derzeit etwa einem Drittel des durchschnittlichen Einkommens in Brasilien. Untersucht wurde die Entwicklung von 3.500 Neugeborenen über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Soziale Herkunft, Einkommen und Bildungsstand der Mütter spielten keine Rolle. Das Stillen sei  unter hochgebildeten, gut verdienenden Frauen nicht stärker verbreitet, sondern gesellschaftlich gleich verteilt.

Für die positiven Effekte der Muttermilch auf die Intelligenz könnten langkettige Fettsäuren verantwortlich sein. Sie fördern die Hirnentwicklung und kommen in der Muttermilch in hohen Mengen vor. Allerdings ist dies noch nicht ausreichend belegt.