Mehr als ein Drittel der 18- bis 25-Jährigen in Deutschland trinkt sich mindestens einmal im Monat in den Rausch. Das hat eine Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergeben. Unter den 12- bis 17-Jährigen sind es 12,9 Prozent. Die Ergebnisse sind Teil einer bundesweiten Umfrage, die am Dienstagmittag vorgestellt wurde (Alkoholsurvey 2014).

Demnach trinken viele junge Leute noch immer deutlich mehr Alkohol, als gut für sie wäre. Positiv bewerten Experten allein, dass es deutlich weniger sind als noch vor einigen Jahren. 2008 etwa betranken sich rund 40 Prozent der jungen Erwachsenen und mehr als 20 Prozent der unter 17-Jährigen mindestens einmal im Monat. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler nennt dies eine "erfreuliche Entwicklung". Jugendliche und junge Erwachsene "nehmen zunehmend Abstand vom gefährlichen Rauschtrinken", sagt sie. Aber Alkohol sei nach wie vor das Suchtmittel Nummer eins für junge Menschen und dürfe "nicht bagatellisiert werden".

Für die Studie wurden im vergangenen Jahr insgesamt 7.000 junge Leute zwischen zwölf und 25 Jahren befragt. Die Forscher ermittelten unter anderem wie viel und wie häufig die Teilnehmer Bier, Wein beziehungsweise Sekt, Spirituosen, selbst hergestellte Mixgetränke aus Spirituosen und Softdrinks, Biermischgetränke und spirituosenhaltige Alkopops getrunken haben. Darauf basierend berechneten sie etwa wie oft ein "Rauschtrinken" stattfand, also wie häufig die Jugendlichen fünf Gläser oder mehr zu einer Gelegenheit tranken, oder auch "häufiges Rauschtrinken", was vier oder fünf Gläser an mindestens vier Tagen pro Monat meint.

Auffallend ist der zu den Vorjahren vergleichsweise geringe Anteil männlicher Trinker: 15,6 Prozent der 18- bis 25-jährigen Männer betrinken sich mindestens viermal im Monat – das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Auch bei den unter 17-jährigen männlichen Jugendlichen wurde ein Tiefststand erreicht; lediglich 4,3 Prozent trinken sich noch häufiger in einen Rausch.

Unter Mädchen und jungen Frauen ist so etwas nicht zu beobachten. Allerdings trinken sie grundsätzlich weniger und seltener Alkohol als ihre männlichen Altersgenossen. 4,7 Prozent der 18- bis 25-jährigen Frauen und 2,9 Prozent der unter 17-Jährigen trinken sich mindestens viermal im Monat in den Rausch.

1,77 Millionen Erwachsene sind alkoholabhängig

Was positiv auffällt: Immer mehr Jugendliche verzichten gänzlich auf Alkohol. Jeder dritte der Zwölf- bis 17-Jährigen gab an, noch nie Alkohol getrunken zu haben. Im Jahr 2001 waren es lediglich 13 Prozent.

Die letzten Daten stammen von 2012. Demnach betranken sich damals rund 17 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 44,1 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 18 bis 25 Jahren mindestens einmal in den 30 Tagen vor der Befragung. Der Anteil der 12- bis 17-Jährigen, die regelmäßig Alkohol konsumierten, lag bei rund 14 Prozent. Unter jungen Erwachsenen waren es 38,4 Prozent. Insgesamt gelten etwa 1,77 Millionen Erwachsene als alkoholabhängig.