Unappetitliche Krankheiten, Probleme beim Sex, Fragen zu illegalen Drogen: Google wird's schon wissen! Dem Internet vertrauen viele Menschen Fragen an, die sie anderswo aus Scham nicht stellen würden. Doch die anonyme Suche nach Antworten hat ihre Tücken: Selbst auf die Frage nach harmlosen Krankheitssymptomen bekommen Nutzer die Antwort, es könne eine schwere Erkrankung sein. Und auch über Drogen weiß das Internet nicht alles: Foren und Selbsterfahrungsblogs erzeugen eine Blase gefährlichen Halbwissens. ZEIT ONLINE hat Ethnopharmakologen, Toxikologen und Drogensuchtberatern um Antworten auf Fragen zum Thema Drogen gebeten, die bei Google besonders häufig gesucht werden.

Sind männliche Cannabispflanzen legal?

Es gibt männliche und weibliche Cannabispflanzen. Aber nur die weiblichen Gewächse enthalten genügend THC, um einen Rausch zu erzeugen. Dennoch gehören beide Varianten zur Pflanzengattung Cannabis und somit zur Gruppe der illegalen Drogen, deren Besitz in Deutschland verboten ist. Beim Besitz von geringen Mengen Cannabis zum Eigengebrauch kann die Staatsanwaltschaft jedoch von einer Strafverfolgung absehen. Ein klares Nein gilt übrigens für die ebenfalls häufig gesuchten Fragen: Ist Kokain legal? Ist Speed legal? Ist Crystal legal?

Sind Zigaretten vegan?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Laut der Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, Martina Pötschke-Langer, gibt die Liste der Zusatzstoffe Aufschluss über eventuelle tierische Bestandteile. Sie sagt: "Die meisten Zusatzstoffe sind pflanzlich oder Mineralölprodukte." Bei den Tausenden an Zusatzstoffen, die auf dem Markt seien, könne man jedoch nicht hundertprozentig ausschließen, dass einzelne tierische Substanzen dabei seien. In jedem Fall sei der Anteil an tierischen Produkten sehr gering, sagt die Krebsforscherin. Sicher sein könne man sich auch dann nicht, wenn man Zigaretten ohne Zusatzstoffe raucht: "Sehr häufig enthalten Zigaretten, die als frei von Zusatzstoffen bezeichnet werden, diese sehr wohl. Hersteller verstecken die Stoffe im Zigarettenpapier oder Filtersystem."

Ist Shisha schädlicher als Zigaretten?

Ist die Wasserpfeife eine gesündere Alternative zur Zigarette? Krebsforscherin Pötschke-Langer bestreitet das. Sie sagt, das Nikotin in einer Shisha mache ebenso abhängig wie das einer Zigarette. Tatsächlich nimmt ein Raucher mit der Wasserpfeife  mehr Nikotin auf als mit einer Zigarette. Außerdem enthält Wasserpfeifentabak krebserzeugende Substanzen. "Das Grundproblem ist, dass Shisha-Rauchen ein geringeres Kratzen im Hals verursacht als Zigaretten", sagt Pötschke-Langer. Das fühle sich angenehmer an und verleite dazu, die Suchtgefahr zu unterschätzen. Problematisch sei vor allem der hohe Kohlenmonoxidgehalt im Wasserpfeifentabak, der bei intensivem Konsum zu Sauerstoffmangel im Gehirn führen und ohnmächtig machen könne, sagt sie, besonders gefährlich sei das zum Beispiel bei der Autofahrt von der Shisha-Bar nach Hause.

Ist Crystal wirklich so schlimm?

Ja. Die Auswirkungen auf den Körper sehen vielleicht nicht so schlimm aus wie auf Bildern amerikanischer Kampagnen gegen Crystal Meth, sie sind aber trotzdem erheblich. Crystal Meth, Crystal oder einfach Methamphetamin wirkt wesentlich stärker als Speed, das zur Substanzklasse der Amphetamine gehört. Crystal Meth enthemmt, löst euphorische Gefühle aus und steigert das Selbstbewusstsein. Doch es unterdrückt auch das Hunger- und Schlafbedürfnis und kann unter anderem zu Panikattacken führen. Sehr schnell droht eine schwere psychische Abhängigkeit. Wer Crystal regelmäßig konsumiert, schädigt sein Gehirn, seine Nervenzellen und baut körperlich wie geistig ab. Depressionen, aggressives Verhalten und Persönlichkeitsveränderungen sind häufige Folgen. Außerdem ist das Risiko einer lebensgefährlichen Überdosierung sehr groß.