In Deutschland sterben jährlich etwa 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Unter ihnen sind deutlich häufiger Männer als Frauen. Das geht aus dem Tabakatlas 2015 hervor, den das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) veröffentlicht hat. Auch zu sehen ist darin, dass im Norden Deutschlands deutlich mehr geraucht wird als im Süden.

Ziel des Papiers sei es, Erkenntnisse zu gewinnen, um "die umfassenden Bemühungen in der Tabakpräventation intensiv fortzusetzen", schreibt die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler im Vorwort. Der Tabakatlas ist der zweite seiner Art. Eine erste Ausgabe war 2009 veröffentlicht worden. Das Rauchverhalten der 25- bis 69-Jährigen hat sich seither kaum verändert. Jeder vierte Erwachsene raucht – etwa jeder dritte Mann und jede fünfte Frau.

Seltener rauchen der Studie zufolge junge Menschen. Von den Elf- bis 17-jährigen rauchten zwölf Prozent. Jeder Dritte habe er schon einmal Wasserpfeife geraucht. Dies sehen die Autoren des Tabakatlas kritisch. "Wasserpfeifen sind genauso gefährlich wie Tabakzigaretten, denn sie enthalten ja verbrannten Tabak. Die ganzen krebserzeugenden Stoffe, die durch die Verbrennung entstehen, werden auch beim Wasserpfeifen-Rauch inhaliert", sagte Martina Pöschke-Lager, die an dem Atlas mitgeschrieben hat.

Dennoch würden die Zahlen einen "erfreulich positiven Trend zum Nichtrauchen" zeigen, sagte die Bundesdrogenbeauftragte. Allerdings stirbt etwa in Berlin jeder fünfte Mann, weil er Zigaretten rauchte. Tabakkonsum kann Krebs, Atemwegserkrankungen, Diabetes und Tuberkulose auslösen. Sterben Menschen an den Folgen des Rauchens, sterben sie häufig an Krebs – 52 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen.

Menschen, die rauchen, sterben früher. Das spare der Volkswirtschaft Geld, schrieben Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie Anfang September. Darin kamen sie zu dem Ergebnis, dass Raucher die Gesellschaft finanziell entlasten. Dem widerspricht das DKFZ. "Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch der Volkswirtschaft von Deutschland", sagte Pöschke-Lager dem WDR. "Wenn wir wirklich sehr umfassend die Kosten auf der gesundheitlichen Seite zusammenrechnen und die dann übertragen, ist der Nutzen des Rauchens für die Volkswirtschaft in keinster Weise gegeben."