Weltweit sterben etwa 420.000 Menschen pro Jahr an Infektionen durch verseuchte Lebensmittel – ein Drittel davon sind Kinder unter fünf Jahren. Das erklärt die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem Bericht, der heute in Genf vorgestellt wurde. Insgesamt erkranken demnach bis zu 600 Millionen Menschen im Jahr infolge einer Lebensmittelvergiftung, das ist jeder Zehnte.

Für den Bericht wurden weltweit Fälle betrachtet, in denen eine Lebensmittelinfektion durch Nahrung verursacht wurde, die mit Giften, Chemikalien, Bakterien oder Parasiten belastet war.

Je nach Region sei die Anzahl von Erkrankungen und Todesfällen sehr unterschiedlich:

  • Afrika: Hier gibt es die meisten Fälle. Es erkranken jährlich mehr als 91 Millionen Menschen an einer Lebensmittelvergiftung, 137.000 von ihnen sterben.
  • Südostasien: 150 Millionen Krankheitsfälle und 175.000 Tote
  • Östliche Mittelmeerregion: jährlich 100 Millionen Erkrankungen, davon 37.000 mit Todesfolge
  • Amerika: 77 Millionen Menschen vergiften sich im Jahr mit verseuchten Lebensmitteln, 9.000 sterben.
  • Europäische Region: 23 Millionen Krankheitsfälle pro Jahr – es gibt 5.000 Tote.

Mehr als die Hälfte der weltweiten Fälle sind Durchfallerkrankungen: 550 Millionen Menschen seien jährlich davon betroffen, 230.000 kosten sie nach dem WHO-Bericht das Leben. Auslöser seien dabei vor allem rohe oder nicht genügend gekochte Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Gemüse oder Milchprodukte, die mit Noroviren, Campylobacter, Salmonellen oder Kolibakterien belastet sind.

Auch Nahrungsmittel, die mit Erregern von Hepatitis A, Typhus, Schimmelpilzen oder Bandwürmern verunreinigt sind, würden Hunderttausenden von Menschen schwere gesundheitliche Probleme bereiten.

"Die Erkenntnisse darüber, welche konkreten Erreger in Lebensmitteln in welchen Regionen der Welt die größten Probleme bereiten, sollten zu zielgerichteten Aktionen der Öffentlichkeit, von Regierungen sowie der Ernährungswirtschaft führen", sagte Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO.

Hierzulande sind Salmonellen ein Problem


In Deutschland sind Salmonellen einer der Hauptauslöser für Lebensmittelvergiftungen. Laut Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) werden jedes Jahr mehr als 200.000 Erkrankungsfälle infolge verkeimter Lebensmittel gemeldet.

Besonders anfällig für solche Infektionen sind Kinder, Schwangere, Kranke und ältere Menschen, da ihre körpereigene Abwehr schwächer ist. 

Wer eine Lebensmittelinfektion hat, erkennt das an verschiedenen Symptomen: Dazu zählen Erbrechen, Durchfall, Krämpfe sowie Fieber. Bei Vergiftungen, die durch Pilze oder Biotoxine, die in bestimmten Fischarten stecken, ausgelöst werden, sind diese Symptome besonders stark. Oft kommen dann noch Halluzinationen hinzu.

Auf seiner Website gibt das BfR Empfehlungen, wie man sich vor Lebensmittelvergiftungen schützen kann.