US-Präsident Barack Obama und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff wollen die Suche nach einem Impfstoff gegen das Zika-Virus gemeinsam vorantreiben. In einem Telefonat vereinbarten sie, eine hochrangige Expertengruppe einzusetzen, die den "Kampf verstärken und einen Impfstoff gegen das Zika-Virus entwickeln" soll, wie Rousseffs Büro am Freitagabend bekannt gab.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer rasanten Verbreitung des gerade für schwangere Frauen gefährlichen Virus. Allein in Brasilien könnten bis zu 1,5 Millionen Menschen infiziert sein; auch in den USA und Deutschland gibt es bereits Infizierte.

Die brasilianischen Behörden gehen davon aus, dass infizierte Schwangere in einigen Fällen Kinder mit Schädelfehlbildungen zur Welt bringen, da sich die Verdachtsfälle der seltenen Mikrozephalie seit Auftauchen des Virus in Brasilien erhöht haben – auf mittlerweile 4.180. Erkrankte Kinder sind in der Regel stark geistig behindert. Der Virologe Alexander Kekulé weist allerdings darauf hin, dass die brasilianischen Behörden die Kriterien für Verdachtsfälle sehr weit gefasst hätten. Deshalb sei von deutlich niedrigeren Fallzahlen von Mikrozephalie auszugehen. 

Ein Großteil der Fälle sei noch nicht geprüft. Selbst Schwangere mit simplen Hautausschlägen werden zunächst unter Zika-Verdacht geführt. Ob und in welchem Umfang sie das Virus auf ihre ungeborenen Kinder übetragen haben könnten, ist unklar. Auch ob dies direkt zu einer Mikrozephalie des Fötus führt, wissen Mediziner noch nicht.

"Wir werden diesen Krieg gewinnen", sagte Rousseff nach einer Videokonferenz mit Gouverneuren betroffener Bundesstaaten. An einem Aktionstag am 13. Februar sollen landesweit bis zu 220.000 Soldaten zur Bekämpfung der Moskitoart Aedes aegypti eingesetzt werden, die Zika überträgt.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Thema auch durch zwei nahende Großereignisse: Nächste Woche werden Hunderttausende Menschen zu den Karnevalsfeiern erwartet, im August stehen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro an.