Ein Aktivist in Mexiko-Stadt während einer Demonstration für die Legalisierung von Marihuana (Archiv) © Bernardo Montoya/Reuters

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan hat gefordert, dass alle Drogen legalisiert werden sollen. "Ich glaube, dass Drogen viele Menschenleben zerstört haben – aber falsche Maßnahmen seitens der Regierungen haben noch viel mehr Elend angerichtet", schreibt er im Spiegel. Der Krieg gegen Drogen sei wenig erfolgreich gewesen und inzwischen zu einem Krieg gegen den Menschen geworden.

Deshalb plädiere er dafür, dass sich der Umgang mit Drogen radikal ändern muss, schreibt Annan. "Wir müssen akzeptieren, dass eine drogenfreie Welt eine Illusion ist." Der private Drogenkonsum müsse dringend entkriminalisiert werden, heißt es in Annans Beitrag weiter. Der Zugang zu Drogen müsse gesetzlich geregelt werden und möglichst sicher sein.

Statt Verbote zu erlassen und Straftaten zu verfolgen, müssten Staaten ihre Bürger aufklären und ihnen Therapien anbieten. Wie Staaten in den vergangenen 50 Jahren mit Drogen umgingen, habe die Nachfrage nicht verändert. Vielmehr hätten sie so "einen internationalen kriminellen Markt geschaffen, der Gewalt, Korruption und Instabilität" erzeuge, schreibt Annan.

In ihrem Weltdrogenbericht 2015 schätzen die Vereinten Nationen, dass 246 Millionen Menschen weltweit illegale Drogen im Jahr 2013 konsumierten. Das entspricht fünf Prozent der 15- bis 64-Jährigen. 27 Millionen seien problematische Drogenkonsumenten. Nur jeder Sechste könne sich behandeln lassen. "Besonders Frauen sehen sich Hindernissen gegenüber – während eine von drei Drogenkonsumenten weltweit eine Frau ist, ist nur eine von fünf Frauen in Behandlung", sagte im vergangenen Jahre Jurij Fedotow, Direktor des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNDOC).

ZEIT ONLINE arbeitet mit dem Global Drug Survey zusammen, der weltweit größten Drogenumfrage im Netz. Ziel ist es, über Risiken von Rauschmitteln aufzuklären, unabhängig und unvoreingenommen. Seit 2014 erscheint jedes Jahr der ZEIT-ONLINE-Drogenbericht. Wer sich intensiver informieren will, findet hier ein Dossier zu Drogen. Unter anderem mit folgenden Themen:

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Ständig drauf

Morgens trinken sie Kaffee, schnorren sich in der Pause eine Zigarette und ziehen nach der Vorlesung an einem Joint. Dann ein Feierabendbier und zum Vorglühen Wodka Energy – Tausende Menschen leben mit dem Rausch, jeden Tag. Wie gefährlich ist das?

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ZEIT ONLINE fragt seine Leser regelmäßig, wie viel sie rauchen, kiffen, trinken, koksen. Zuletzt haben wir 32.000 Antworten bekommen. Eine gute Basis, um sich den Drogenalltag vieler Menschen mal genauer anzuschauen.

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Nein, so schnell geht das nicht. Etwa 120 Tassen (à 150 Milliliter) bräuchten Sie, um sich zu gefährden. Vorher würden Sie aber Herzrasen und ein hoher Blutdruck wohl vom Weitertrinken abhalten.

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Dann folgen Sie den Vorgaben: Frauen sollten pro Tag maximal 0,25 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein trinken. Männer nicht mehr als das Doppelte. Für alle gilt: Mindestens zwei Tage Abstinenz pro Woche. Das Problem: Die meisten halten sich nicht dran.

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Na ja. Es stimmt, Pharmakologen schätzen die Gefahren für den einzelnen geringer ein als durch Alkohol. Aber Gras ist, wie jede Droge, auch gefährlich. Es kann zum Beispiel Wahnvorstellungen auslösen. Tägliches Kiffen ist keine gute Idee und schädigt – genau wie alles, was geraucht wird – die Lungen.

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Stimmt. 2008 befragten US-Forscher Barbesucher, ob sie Getränke mit Energy Drinks getrunken hatten oder einfache alkoholische Getränke. Wer gemischt hatte, blieb länger, trank mehr und fühlte sich öfter fahrtüchtig als die nicht energiegeladenen Trinker.

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