Dengue, Malaria, Gelbfieber – Moskitos können Krankheiten übertragen. Auch das Zika-Virus, das sich gerade von Lateinamerika aus verbreitet, reist im Gepäck infizierter Mücken. Wer die Krankheit eindämmen will, muss also Mücken jagen.

Mit Gift- und Nebelkanonen gehen Armeen von Schädlingsbekämpfern gerade auf die Insekten los. Die Bevölkerung ist angehalten, jede noch so winzige Wasserlache auszutrocknen – denn Mückenweibchen legen darin ihre Eier und vermehren sich über Nacht. Wie sinnvoll sind all diese Maßnahmen? Sind die Insektizide womöglich schädlicher als die an sich harmlose Zika-Infektion? Und lassen sich Milliarden von Moskitos wirklich aufhalten?

Das sind die wichtigsten Waffen im Kampf gegen die Mücken:

Nicht gestochen werden

Seuchenschützer sind sich einig. Am besten, die Mücken erwischen einen gar nicht. Wer unterm Moskitonetz schläft, ist zumindest nachts recht sicher. Aber: Die Überträgerinnen des Zika-Virus sind auch tagsüber aktiv. Dann können nur lange, stichfeste Kleidung und Insektenschutzmittel (Repellens) das Risiko senken. Behörden empfehlen Cremes und Sprays mit Wirkstoffen wie DEET, Picaridin oder IR3535 sowie Zitronen-Eukalyptus-Öl, beziehungsweise Produkte auf dessen Basis (PMD/Citriodiol). Wie wirksam diese pflanzlichen Alternativen sind, ist umstritten. Da Zika in erster Linie für Babys im Mutterleib ein Risiko ist, wird Schwangeren geraten, betroffene Gebiete ganz zu meiden. Von Reisen etwa nach Brasilien oder Mexiko wird abgeraten.

Regentonnen und Blumentöpfe auskippen

Die zweitwichtigste Maßnahme: Schon vor der Hauptmückensaison Brutstätten zerstören. Denn Mückenlarven brauchen Wasser. Um sich zu entwickelt, reicht ihnen schon eine stehengelassene Tasse auf der Terrasse – selbst an so kleinen Lachen legen Mückenweibchen Eier, aus denen binnen weniger Tage Larven schlüpfen, sich verpuppen und zu Mücken werden.

"Ursprünglich nistet die Mückenart, die das Zika-Virus überträgt, in alten Baumhöhlen", erklärt Egbert Tannich vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Die Larven entwickeln sich im Wasser, dass sich darin ansammelt. In Siedlungen und Städten finden die Weibchen heute allerdings massenhaft andere Brutplätze: Regentonnen, leere Blumentöpfe, Klärgruben oder Gießkannen. In jeder feuchten Mulde können Larven heranwachsen. Da es schwierig ist, jede Pfütze mit Gift (Larviziden) zu behandeln, heißt das: Jede unnötige Wasseransammlung auskippen, zuschütten oder wenigstens abdecken. Das empfehlen auch die amerikanischen Seuchenschützer von der CDC (hier die Ratschläge im Überblick).

Die Bevölkerung müsse aktiv mitwirken. "In Singapur steht es unter Strafe, Behälter mit Wasser draußen stehenzulassen." Dort habe man die Mücken einigermaßen gut zurückdrängen können.

Das letzte Mittel: Gift versprühen

Sind die Mücken einmal geschlüpft und ausgeschwärmt – wie gerade in Lateinamerika – bleibt nur die Giftkeule. Wie die Ghostbuster ziehen Schädlingsbekämpfer in Schutzanzügen mit Nebelkanonen derzeit durch die Straßen und räuchern Wohnungen aus. Jedenfalls zeigen das Bilder aus den Zika-Gebieten Lateinamerikas. Ziel der Verneblung: Mücken auch in den entlegensten Winkeln, hinter Gardinen oder in Schränken töten. Anders als nach dem Versprühen von flüssigem Gift kriecht der Nebel überall hinein, hinterlässt keine dauerhaften Spuren und versickert nicht im Boden.

Die Geräte dazu sehen aus wie Laubbläser. Vorne tritt statt bloßer Luft ein dichter, weißer Nebel aus. Viele dieser Vernebler, die jetzt in Lateinamerika im Einsatz sind, stammen aus Deutschland. Einer der Hauptproduzenten sitzt in Baden-Württemberg.

"Die Geräte werden mit Pulsejet-Motoren angetrieben", erklärt Mathias Stahl, dessen Firma pulsFOG solche Maschinen herstellt. Darin verbrennt ein Gemisch aus Kraftstoff und Luft. Eine in den Abgasstrom eingespritzte Flüssigkeit lässt Nebel entstehen. Damit der auch Mücken tötet, wird er mit flüssigen Chemikalien versetzt. Diese machten etwa 0,1 Prozent des Gemisches aus.