Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Zu diesem Schritt habe eine Expertenrunde geraten, teilte die WHO mit.

In den vergangenen Monaten haben sich Hunderttausende Menschen mit dem für die meisten recht harmlosen Virus angesteckt. Verbreitet wird der Erreger durch infizierte Mücken. Allein in Brasilien haben sich mehr als 1,5 Millionen Menschen infiziert. Behörden verzeichneten bis Ende Januar 2016 in rund 30 Ländern bestätigte Zika-Fälle.

Einen globalen Gesundheitsnotfall ruft die WHO aus, wenn eine Situation eintritt, "die ernst, ungewöhnlich oder unerwartet ist; die bedeutend ist für die Volksgesundheit jenseits der Grenzen des betroffenen Staats; und die sofortiges internationales Handeln erfordern kann". So steht es in den Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO.

Insgesamt drei Mal war das bislang der Fall. Zuletzt im August 2014, als die Menschen in Westafrika bereits mehr als vier Monate dem schlimmsten Ebola-Ausbruch der Geschichte ausgesetzt gewesen waren.

Verantwortliche der Weltgesundheitsorganisation stellten jedoch trotz der schnellen Verbreitung des Zika-Virus klar, es gebe keinen Grund zur Panik. Die meisten Menschen, die sich mit dem Virus anstecken, bemerken dies gar nicht. Nur bei einigen kommt es zu leichtem Fieber, Hautausschlag und geröteten Augen. Im Schnitt entwickelt etwa jeder vierte bis fünfte Infizierte solche Symptome.

Ein besonderes Risiko besteht nach jetzigem Kenntnisstand nur für schwangere Frauen. Zwar gilt es als wahrscheinlich, allerdings gibt es noch keinen Beweis dafür, dass eine Infektion in seltenen Fällen zu Fehlbildungen unter Neugeborenen führen kann.