Liberia hat seine Grenze zu Guinea geschlossen – wegen neuer Ebola-Fälle im Nachbarland. In die Orte entlang der Grenze seien Soldaten, Polizisten und Ärzte geschickt worden, sagte Informationsminister Lenn Eugene Nagbe. So solle verhindert werden, dass sich die Epidemie in Liberia verbreite.

In Nzérékoré, einer Region im Süden Guineas, stünden 997 Menschen unter Beobachtung, teilten die Behörden mit. Sie hätten Kontakt mit mindestens einer von fünf Personen gehabt, die sich mutmaßlich mit dem Virus infiziert hatten. Alle fünf sind inzwischen gestorben. Bei zwei von ihnen habe sich eine Ebola-Infektion bestätigt, hieß es.

Binnen zwei Jahren waren mehr als 11.300 Menschen in Westafrika an Ebola gestorben. Im vergangenen Dezember hatte die Weltgesundheitsorganisation mitgeteilt, Guinea sei ebolafrei. Mitte Januar hatte sie das auch für Liberia verkündet. Die letzte Infektion in dem Land hatte es 42 Tage zuvor gegeben. Das ist zweimal die Inkubationszeit von Ebola gerechnet.

Das bedeutete damals aber nicht, dass Ebola besiegt war. Der Erreger schlummerte weiterhin im Tierreich – wie auch schon vor diesem Ausbruch von historischem Ausmaß. Jederzeit kann sich irgendwo auf der Erde ein Mensch im Kontakt mit Tieren, etwa durch den Verzehr von Buschfleisch oder den Biss eines Affen, mit dem Erreger infizieren und eine neue Epidemie auslösen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass in Dörfern, die weit von medizinischer Versorgung und behördlichen Kontrollen abgeschnitten sind, doch noch vereinzelt unbemerkte Ebola-Fälle auftreten.

Anders als noch vor zwei Jahren wäre die Welt jetzt aber besser auf einen neuen Ausbruch vorbereitet: Mehrere wirksame Impfstoffe gegen Ebola wurden in der Zeit der Epidemie entwickelt und könnten bei einem erneuten Ausbruch eingesetzt werden. Vorausgesetzt, sie würden schnell genug in großen Mengen hergestellt und systematisch in den Risikogebieten verabreicht.

Kurz erklärt - Wie das Ebola-Virus den Körper zerstört Ebola ist ein höchst ansteckendes Virus - und meist tödlich. Wer unter der Krankheit leidet, ist erst ansteckend, wenn bei ihm die Symptome auftreten. Diese Symptome zeigen sich zwei bis 21 Tage nach der Infektion, meist vom achten bis zum zehnten Tag. Das Virus greift das Immunsystem des Körpers an. Die menschlichen Immunzellen sind darauf ausgelegt, Infektionen abzufangen und abzuwehren. Normalerweise verstärken sie sich bei einem Angriff durch Erreger. Doch das Ebola-Virus kann Immunzellen überwinden und sogar zerstören. Dies führt oft letztlich zum Tod. Zu den ersten Symptomen von Ebola zählen plötzliches hohes Fieber, ein allgemeines Schwächegefühl, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Halsweh. Dann attackiert und schädigt das Virus Zellen, die die Blutgefäße schützen. Das führt zu Blutungen, Dehydrierung und ungewöhnlich niedrigem Blutdruck. In der Leber kann sich das Virus rasch entwickeln. Darum leiden Ebola-Patienten oft unter Magenschmerzen, Durchfall und Erbrechen. In manchen Fällen gibt es auch Rötungen der Augen, Ausschlag, Schluckauf, Atem- und Schluckbeschwerden. An inneren und äußeren Blutungen sterben viele Ebola-Opfer. Die häufigste Todesursache ist laut Robert-Koch-Institut ein Herz-Lungen-Schock.