In Südamerika und der Karibik haben sich mittlerweile schon Millionen Menschen mit dem Zika-Virus infiziert – die meisten davon haben den Infekt ohne merkliche Symptome überstanden. In den vergangenen Monaten kam es vereinzelt auch zu Fällen in Florida – nicht nur eingeschleppt von Reisenden, sondern auch direkt übertragen durch infizierte Mücken.

Am beliebten Touristenstrand South Beach in Miami seien fünf Menschen durch Mückenstiche infiziert worden, sagte der Gouverneur von Florida, Rick Scott. Zuvor war bereits das Viertel Wynwood, ebenfalls in Miami, als Übertragungsgebiet für Zika eingestuft worden. Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnte Schwangere vor Reisen in diese Gebiete. In sehr seltenen Fällen kann es – wenn sich eine Schwangere mit Zika infiziert – zu einer Schädelfehlbildung (Mikrozephalie) bei Babys kommen.

Laut der New York Times mutmaßt die Gesundheitsbehörde, dass auch in anderen Vierteln im Miami-Dade County direkte Zika-Übertragungen durch Mücken stattgefunden haben könnten. Bisher seien 35 Personen mit dem Zika-Virus infiziert worden, sagte Scott.

Bisher hatten nur Reisende Zika eingeschleppt

Gesundheitsexperten hatten schon länger befürchtet, dass sich das Virus auch auf Mücken in den USA ausbreiten könnte. Zuvor hatten sich Betroffene im Land nur bei Reisen in von Zika betroffene Regionen oder beim ungeschützten Sex mit einem infizierten Partner angesteckt.

Anfang August waren in Florida erstmals Fälle bekannt geworden, in denen sich Menschen durch Mückenstiche mit dem erkältungsähnlichen Infekt angesteckt hatten. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt das Zika-Virus derzeit in 69 Ländern vor. Es kursiert vor allem in Mittel- und Südamerika und in der Karibik. In Puerto Rico wurde der Gesundheitsnotstand ausgerufen, weil sich dort mehr als 10.000 Menschen infiziert hatten.

Die Krankheit selbst ist für Betroffene in den allermeisten Fällen harmlos. Folgeerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom sind extrem selten.