Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät angesichts der Gefahr von Missbildungen bei Babys durch das Zika-Virus zu stärkeren Vorsichtsmaßnahmen als bisher. Frauen und Männer sollten nach der Rückkehr aus Regionen, in denen Zika verbreitet ist, mindestens sechs Monate lang mit Kondomen verhüten oder auf Sex verzichten, teilte die WHO mit. Die Empfehlungen gelten für alle Reisenden, die aus den betroffenen Ländern zurückkehren – unabhängig davon, ob sie Symptome des Zika-Virus zeigen oder nicht.

Verbreitet ist Zika insbesondere in südamerikanischen Ländern. Einzelne Fälle wurden in asiatischen Staaten wie Thailand, Indonesien und den Philippinen gemeldet.

Die ursprünglichen WHO-Richtlinien von Anfang Juni empfahlen lediglich Männern ohne Symptomen, nach der Rückkehr aus Zika-Gebieten Kondome zu benutzen oder für acht Wochen auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Nach Erkenntnissen der WHO-Experten kann der Zika-Erreger durch ungeschützten Sex übertragen werden. Virus-Experten aus mehreren Ländern hatten kürzlich bei einer WHO-Beratung darauf hingewiesen, dass noch unklar sei, wie lange nach einer Infektion das Virus tatsächlich durch Samenflüssigkeit übertragen werden kann.

Das Zika-Virus wird in erster Linie durch Mücken übertragen. Während die Symptome – etwa Fieber, Ausschlag, Gelenkschmerzen und rote Augen – oft geringfügig sind, kann die Erkrankung bei Schwangeren zu Schädel- und Hirnfehlbildungen ihrer Neugeborenen führen. Männern und Frauen in betroffenen Regionen empfiehlt die WHO daher, sich genau zu überlegen, ob und wann sie Kinder in die Welt setzen wollen.

Für Regionen, in denen Zika verbreitet ist, rät die WHO außerdem bereits seit Längerem zu Safer Sex, sofern nicht eindeutig klar ist, dass beide Partner frei von dem Virus sind. Jetzt empfahl die WHO für diese Regionen zusätzlich, dass die Öffentlichkeit besser informiert und das ganze Spektrum von Verhütungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt wird.