Mit der Homöopathie ist es ein bisschen so wie mit der Geschichte vom Fliegen. In der Frühzeit der Luftfahrt, als wenig erwiesen und fast alles experimentell war, probierten die Ingenieure die kuriosesten Konstruktionen aus, bauten die verrücktesten Flugobjekte. Worüber heute geschmunzelt wird – denn jetzt wissen wir es ja besser –, das erschien damals ziemlich logisch. Wer wissen wollte, musste experimentieren und konnte auch mal daneben liegen. 

Dem gelernten Arzt Samuel Hahnemann erging es Ende des 18. bis ins 19. Jahrhundert hinein ähnlich. Die damalige Medizin war mehr Folter als Wohltat: Betäubungsmittel gab es kaum, von Vollnarkosen ganz zu schweigen. Aderlässe waren an der Tagesordnung und von Hygiene verstand eigentlich niemand etwas. Operationen waren meist genauso unangenehm wie die eigentliche Krankheitsursache, meist sogar noch gefährlicher. Wie schön es doch wäre, dachte Hahnemann, wenn Patienten ohne großes Leid geheilt werden könnten. Also erfand er die Homöopathie.

In den folgenden Jahrzehnten revolutionierten sich Wissenschaften wie Chemie, Physik, Biologie und Medizin. Und sie entlarvten die Homöopathie als Fehlkonstruktion. Warum? Weil sie nicht wirkte. Und eigentlich hätte sie im großen Buch der Medizingeschichte verschwinden sollen. Doch sie behielt ihre Anhänger und fand ihre paramedizinische Nische.

Welche das ist, wie es dazu kommen konnte und vor allem, warum die Homöopathie nicht besser wirken kann als ein Placebo, das zeigt unsere Kartengeschichte.

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