Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die Bürger aufgerufen, ihren Impfschutz auf den aktuellen Stand zu bringen. "Impfungen gehören zu den wirksamsten Mitteln, um gefährlichen Infektionskrankheiten vorzubeugen und unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen zu schützen", sagte er aus Anlass der Europäischen Impfwoche vom 24. bis 30. April. "Die aktuellen Zahlen und die Masernausbrüche zeigen, dass wir immer noch zu große Impflücken haben."

In Deutschland wird gegen Masern oft zu spät geimpft. Nur weniger als drei Viertel des Geburtsjahrgangs 2013 waren am Ende ihres zweiten Lebensjahres gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zweimal gegen Masern geimpft. Notwendig für den Schutz der gesamten Bevölkerung sowie die Ausrottung des Masernvirus wäre aber eine Impfquote von 95 Prozent.

Bereits 410 Masern-Fälle dieses Jahr

"Damit ist jedes Jahr bei rund 180.000 Zweijährigen in Deutschland ein ausreichender Schutz gegen Masern ungewiss, oder sie sind gar nicht geimpft, das ist ein unhaltbarer Zustand", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar H. Wieler.

Im laufenden Jahr wurden mit 410 Fällen bereits mehr Masern-Erkrankungen als im gesamten Vorjahr (325 Fälle) registriert. Die STIKO empfiehlt daher die Masern-Impfung allen nach 1970 geborenen Erwachsenen, die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden, oder Menschen, bei denen der Masern-Impfstatus unklar ist.

Mit dem Präventionsgesetz sei der Impfschutz weiter verbessert worden, seitdem das Gesetz Mitte 2015 in Kraft getreten ist. Dadurch können beispielsweise ungeimpfte Kinder und Jugendliche vorübergehend vom Besuch einer Kita oder Schule ausgeschlossen werden. Eltern müssen danach vor dem Kita-Eintritt ihres Kindes eine verpflichtende ärztliche Impfberatung nachweisen.